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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

19.08.2016

Christus – Tür zum Leben

Es ist ziemlich hart, womit uns Jesus da im Evangelium konfrontiert – erhellend und verwirrend zugleich. Enge Tür, viele, die nicht hineinkommen, obwohl sie es versuchen? – das klingt so gar nicht nach der gerade im Jahr der Barmherzigkeit so viel beschworenen alles vergebenden, immer einen neuen Anfang ermöglichenden Liebe Gottes. Gilt etwa doch: Drohbotschaft statt Frohbotschaft?

Gegen solche Befürchtungen möchte Jesus seinen Zuhörern nach Papst Benedikt XVI. jedoch sagen: „Der Durchgang zum ewigen Leben ist für alle offen, aber er ist eng, weil anspruchsvoll, er erfordert Einsatz, Opferwillen, Abtötung des eigenen Egoismus. (...) Am letzten Tag (...) werden wir nicht auf der Grundlage von angeblichen Privilegien gerichtet, sondern nach unseren Werken. (...)

Die wahre Freundschaft mit Jesus kommt in der Lebensart zum Ausdruck: sie kommt in der Güte des Herzens, in der Demut, der Sanftmut und der Barmherzigkeit, in der Liebe zur Gerechtigkeit und zur Wahrheit, im aufrichtigen und ehrlichen Einsatz für den Frieden und die Versöhnung zum Ausdruck.

Das ist, so könnten wir sagen, der Personalausweis, der uns als seine echten Freunde ausweist: das ist der Pass, der es uns gestatten wird, in das ewige Leben einzutreten.“

Das ist die Wahrheit um die es geht! Das ist die Entscheidung, vor die wir tagtäglich neu gestellt sind: Wir können uns nicht auf unserem Taufschein unter dem Kopfkissen ausruhen! Jesus ist wirklich der Weg, auf dem wir gehen, die Wahrheit und das Leben, für die wir uns trotz und gegen unsere menschlichen Schwächen und Sünden bewusst entscheiden sollen und müssen (vgl. Joh 14,6).

Mit den Worten von Papst Franziskus: Er ist die Tür, „die uns in die Familie Gottes eintreten lässt, in die Wärme des Hauses Gottes, der Gemeinschaft mit ihm. (...) Er ist der Zugang zum Heil. Er führt uns zum Vater. Und die Tür, die Jesus ist, ist nie verschlossen, sie ist immer und für alle offen, ohne Unterschiede, ohne jemanden auszuschließen, ohne Privilegien. (...) Alle sind eingeladen, durch diese Tür zu gehen, durch die Tür des Glaubens zu gehen, in sein Leben einzutreten und ihn in unser Leben eintreten zu lassen, damit er es verwandle, erneuere, ihm erfüllte und dauerhafte Freude schenke. (...) Haben wir keine Angst, durch die Tür des Glaubens an Jesus zu gehen, ihn immer mehr in unser Leben eintreten zu lassen, aus unseren Egoismen herauszugehen, aus unserer Verschlossenheit, aus unserer Gleichgültigkeit gegenüber den anderen. Denn Jesus erhellt unser Leben mit einem Licht, das nicht mehr verlischt. (...) Christsein heißt, den Glauben im Gebet, in den Werken der Nächstenliebe, in der Förderung der Gerechtigkeit, im Tun des Guten zu leben und zu bezeugen. Durch die enge Tür, die Christus ist, muss unser ganzes Leben gehen.“

Christus unser Herz zu öffnen, uns als Sünder zu erkennen, die des Heils, seiner Vergebung, seiner Liebe bedürfen, die Demut zu haben, seine Barmherzigkeit anzunehmen und uns von ihm erneuern zu lassen, das ist die „enge Tür“ durch die wir gehen müssen – dürfen!

Michael Wohner, Kirchenzeitung vom 14. August 2016

Michael Wohner wurde 1982 in Schwabach geboren. Nach dem Theologiestudium in Eichstätt verbrachte er den zweijährigen Pastoralkurs in der Pfarrei Berching. 2008 wurde er zum Priester geweiht und war danach fünf Jahre lang Kaplanin Weißenburg. Während dieser Zeit besuchte er, nach der abgeschlossenen zweiten Dienstprüfung, als "externes Mitglied" das staatliche Studienseminar für katholische Religionslehre in Ingolstadt. Seit September 2013 arbeitet er in den Pfarreien Treuchtlingen und Möhren mit, gibt weiterhin Religionsunterricht und ist mit einem weiterführenden Studium im Bereich Religionspädagogik beauftragt.

Lesungen zum 21. Sonntag im Jahreskreis am 21. August 2016

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 42 vom 20. Oktober 2019

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