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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

03.07.2020

Er gewann dem Herrn ein würdiges Volk

Glasfenster in  St. Willibald, Nürnberg-Rangierbahnhof.

Die Gründung: Suidger schenkt Willibald die Gegend um Eichstätt, Glasfenster in St. Willibald, Nürnberg-Rangierbahnhof. Foto: Kreitmeir

Liebe Geschwister im Herrn, unser Willibaldsfest hatte 1964 in Eichstätt einen besonderen Klang. Mit großer Anteilnahme wurde das 400-jährige Bestehen des Willibaldinum, des Priesterseminars gefeiert. 2014 gab es zum 450-Jährigen einen Nachklang. Klug war es gewesen, das Priesterseminar nach dem Gründer unserer Diözese zu benennen.

Hugeburc, seine Biographin, schreibt: „Das ist Willibald, der mit Hilfe seiner anfänglich noch geringen Gefolgschaft die Einübung eines heiligmäßigen Lebenswandels begonnen und schließlich durch die Hilfe ungezählter Mitarbeiter in vielen Kämpfen ein dem Herrn würdiges Volk gewonnen hat.

Und indem er weiterhin in dem noch unbebauten Land der Bayern den Pflug einstößt, Samen aussät, die Ernte mit vielen Schnittern einbringt, bringt er auf den grünenden Gefilden der Bayern mit ihren Kirchen, mit ihren Priestern und den Reliquien der Heiligen, Opfergaben dar, die des Herrn würdig sind.

Von dort erschallen nun Antiphonen, von dort erklingen nun Lesungen, da lobpreist nun die herrliche Schar der Gläubigen die heiligen Wunder Christi und verkündigt unablässig frohlockend das festliche Lob des Schöpfers.“

Gewiss hatte Willibald in seinem Bischofskloster auch eine Knabenschule für den Nachwuchs des Klosters und Klerus gegründet. So hätten wir längst eine 1250-Jahrfeier begehen können. Aber es fehlt uns der historische Nachweis dafür.

Froh können wir sein, vom Collegium Willibaldinum genaue Daten zu haben. Fürstbischof Martin von Schaumberg hat es 1564 gegründet, ein Jahr nach dem Seminardekret des Konzils von Trient. Es war das erste Seminar nördlich der Alpen und insgesamt das zweite auf der ganzen Welt, das nach den Vorgaben des Konzils eingerichtet wurde. Zwanzig Jahre nach dem Tod des Bischofs wurden die Jesuiten gerufen, das Seminar zu übernehmen. So konnte aus dem Wettstreit mit der Reformation die Gegenreformation, die Reform der Kirche von innen her, in Eichstätt blühen.

In besonderer Weise ist das Seminar (vom lateinischen „semen“, =Samen, Sprössling), der Hausgarten des jeweiligen Bischofs. Hier wachsen Erntehelfer heran für das umliegende Land. In unserer Zeit trocknete das kleine Seminar aus, in der Folge droht auch das Priesterseminar zu sterben. Bald wird es bei uns aussehen wie vor der Ankunft unseres Heiligen. Die Feierlichkeiten sind in diesem Jahr überschattet von Hygienevorschriften, die notwendig wurden, um die Pandemie zu begrenzen.

Willibald hat unser Land aufgeforstet. Helfen wir und lassen wir uns helfen, dass in der Steppe wieder ein Gottesgarten blüht. Amen.

Alois Loeßl, Kirchenzeitung Nr. 26 – Willibaldsfest (zum Evangelium Mt 19, 27-29)


14. Sonntag im Jahreskreis

Wer im Namen Gottes zu den Menschen kommt, braucht nicht großartig aufzutreten, er kann auf Gewalt verzichten. Jesus hat die seliggepriesen, die keine Gewalt anwenden; er selbst hat dies vorgelebt. Wirkliche Demut ist nicht Schwachheit, sondern Freiheit. Jesus war frei,
um für andere da zu sein, auch um für sie zu sterben.

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 48 vom 29.11.2020

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