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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

14.12.2018

Haben wir Mut zu dieser Freude!

Foto: Erich Kraus

Foto: Erich Kraus

Heute wird der „Freut-Euch-Sonntag“ gefeiert. Im Evangelium begegnet uns Johannes mit seinen Anweisungen für das Leben in Erwartung. Seine Worte klingen manchmal bedrohlich. Wir dürfen dabei jedoch nicht übersehen: Das Feuer, mit dem Jesus tauft, ist ein Feuer der Liebe. Und natürlich sondert die Liebe, ist sie doch durch und durch echt und kein Selbstgenuss. Allem Verkehrten in uns bedeutet der Heilige Geist schmerzlichen Untergang, aber alles was selbstlose Liebe ist, wird aufblühen zu einer unendlichen Freude.

Das Weihnachtslicht macht die Bußgewänder hell. Rosa hat die althergebrachte Liturgie vorgesehen für das heutige Fest. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe!“ – so ruft Paulus uns zu im Brief an die Philipper, der zweiten Lesung dieses Sonntags. Warum ist der Advent überhaupt eine Bußzeit? In Gallien hatte er durch den Einfluss irischer Missionare diesen Bußcharakter bekommen, die violette Farbe, das Wegfallen von Gloria, Halleluja und Te Deum. In Rom war dies anders, da war der Advent gezeichnet von Vorfreude. Auch als im 12. Jahrhundert der Bußcharakter weithin übernommen wurde, blieb doch das Halleluja stehen. Und heute drängt es sogar in den Vordergrund.

Im Laufe dieser Adventswoche wird sich alles verändern. Bis zum 16. Dezember rückt die Endzeit in den Blick, ab dem 17. Dezember aber wird in den O-Antiphonen der Messias angesungen: O Weisheit, O Herr, O Spross, O Davidsschlüssel, O leuchtender Osten, O König der Völker, O Emmanuel! Diese Leuchtspur staunender Münder wird schließlich am Weihnachtstag im Wechselgesang melodisch stammeln: O großes Wunder! Jetzt schon sagt uns der Prophet Zefanja in der ersten Lesung des Tages: „Tochter Zion, freue dich!“

All das ist veranschaulicht im Gold. Es galt als unzerstörbar, und auch wenn es das nicht ist, so hat es ein derart hohes Atomgewicht, dass die Physiker bis heute nicht wissen, wie es zustande kommt. Möglicherweise über die Explosion einer Supernova. Sterne, also normale Sonnen, sind nicht fähig Gold hervorzubringen. Im Mittelalter wurde der Hintergrund heiliger Bilder mit Gold bemalt, um die Ewigkeit zu verdeutlichen, das gilt heute noch für die Ikonen des Ostens.

Die Patene und die Hostienschale, die wir in der Mahlfeier verwenden, müssen vergoldet sein, auch der Kelch muss mindestens in der Kuppa, also auf der Innenseite mit Gold überzogen sein. Wenn Jesus leibhaftig gegenwärtig wird, soll er im Golde ruhen.

Der Theologe Klaus Berger erinnert daran, dass der heilige Nikolaus mit drei goldenen Kugeln dargestellt wird und dass sein Fest gleichsam auf den dritten Adventssonntag hinführt. Er ist so ein goldener Freudenbringer und wird mit seinen Geschenken für uns zum Boten des Lichtes und der Liebe Jesu.

Haben wir Mut zu dieser Freude, wagen wir uns hinein in das Licht! Wir werden sehen, dass wirkliche Freude immer eine geteilte ist.

Alois Loeßl, Kirchenzeitung Nr 50 vom 16. Dezember 2018

Lesung zum 3. Adventsonntag

 

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 12 vom 24.3.2019

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