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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

16.06.2017

Umsonst sollt ihr geben

Foto: Blaha

Spar deinen Wein nicht auf für morgen.  Sind Freunde da, so schenke ein. Leg, was du hast, in ihre Mitte. Durchs Schenken wird man reich allein.

Mit diesem Vers ermutigt der Liedermacher Gerhard Schöne zur Großzügigkeit beim Geben. Das ist ganz im Sinne Jesu, der den zwölf Aposteln ans Herz legt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“

Die Zwölf haben von Jesus gratis eine frohe Botschaft empfangen: Das Himmelreich ist nahe! Paulus fasst in der Lesung diese frohe Botschaft konkreter: In Jesus ist Gott näher zu uns gekommen, denn Jesus hat uns die Liebe Gottes nahe gebracht; wir wissen um seine Begleitung auf allen unseren Wegen; in guten wie in schweren Zeiten, sogar im Tod, ist Jesus zuverlässig bei uns; und er verspricht uns, dass wir nach dem Ende des irdischen Lebens auferstehen werden.

Umsonst – im Sinne von freigebig und großzügig – sollen die Zwölf diese frohe Botschaft weitergeben, indem sie heilsam tätig sind für ihre Mitmenschen: dazu sind sie Apostel, Gesandte Jesu.

Gesandte Jesu sind auch Sie, liebe Leserin, lieber Leser, und ich. Für uns gilt ebenfalls das Wort Jesu: Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Auch uns hat Jesus die frohe Botschaft geschenkt: Das Himmelreich ist nahe, denn Gott ist euch nähergekommen! Ihr braucht keine Angst vor ihm zu haben, denn er liebt euch. Und ihr braucht keine Angst vor dem Leben zu haben, denn Gott begleitet euch und führt euch einem himmlischen Ziel entgegen, dem nicht einmal der Tod etwas anhaben kann.

Das eingangs zitierte Lied von Gerhard Schöne kann uns inspirieren, wie uns dieses freigebige und großzügige Weitergeben der frohen Botschaft Jesu gelingt.

Spar deinen Wein nicht auf für morgen. Sind Freunde da, so schenke ein. Leg, was du hast, in ihre Mitte.

Sei großzügig zu dir selbst wie auch zu anderen Menschen. Freue dich am Schönen deines Lebens und trage dazu bei, dass auch deine Mitmenschen Schönes in ihrem Leben vorfinden. Dadurch  heilst du die Krankheit der Unzufriedenheit.

Spar nicht mit deinen guten Worten. Wo man was totschweigt, schweige nicht.

Hab ein liebes Wort für deine Mitmenschen, das sie lobt und aufbaut. Rede gut mit ihnen und über sie; so treibst du die unreinen Geister des Hasses, des Neids und der Feindseligkeit aus.

Spar deinen Mut nicht auf für später, wenn du mal was ganz Großes bist. Dein kleiner Mut hilft allen weiter, weil täglich Mut vonnöten ist.

Ermutige Menschen, die niedergeschlagen sind. Tröste die Traurigen. Auch wenn du ihnen nichts Großartiges zu sagen hast: schon deine Anwesenheit gibt ihnen Kraft. Diejenigen, die in kleinen und großen Sorgen stecken, fühlen sich nicht mehr wie Aussätzige, weil du sie  hinein nimmst in eine mitfühlende und mitleidende Gemeinschaft.

Mit solchen und anderen heilsamen Worten und Taten verkündest du die frohe Botschaft von Gott, der das Leben deiner Mitmenschen himmel-reich macht – und auch dein eigenes: Durchs Schenken wird man reich allein.

Matthias Blaha, Kirchenzeitung vom 18. Juni 2017

Matthias Blaha. Foto: Anika Taiber-Groh

Matthias Blaha wurde 1970 in Würzburg  geboren. Er studierte Theologie und erhielt 1996 die Priesterweihe. Nach Vertretungen in Altdorf bei Nürnberg und im Klinikum Ingolstadt wurde er Kaplan in Hilpoltstein. 1998 wechselte er nach Ingolstadt, St. Pius. Von 2000 bis 2002 war er zum weiterführenden Studium freigestellt, übernahm 2002 die Leitung der Pfarreien Nassenfels und Egweil. Seit 2008 ist er Pfarrer in Ingolstadt, St. Anton. Blaha spricht im Hörfunk und ist Autor der in der KiZ  erscheinenden Reihe „Ein Bild – ein Wort – ein Mensch der dahintersteht“.

Lesungen zum 11. Sonntag im Jahreskreis am 18. Juni 2017

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