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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

01.11.2019

Zachäus – die vom Baum gefallene Frucht der Liebe

Foto: pba/Julian Schmidt

Foto: pba/Julian Schmidt

Die Geschichte des Zachäus ist uns so bekannt, dass wir die Turm- oder Kirchweihfahne (unsere Abb.: Kirche St. Jakob/Friedberg) nach ihm benennen. Ich möchte heute auf drei Dimensionen hinweisen, in die uns Zachäus hineinwinken will, die uns selber zu Turmfahnen Jesus Christi machen sollen.

Dimension Nummer eins: Zachäus ist ein kleiner Mann. Das ist nicht so besonders wichtig. Wichtig ist, dass er selbst davon weiß: Ich bin zu klein um den großen Messias, den Heiland, sehen zu können, ich brauche ein Hilfsmittel. Zachäus ist bezüglich Selbsterkenntnis die Demut in Person. Ich bin klein, erkennt er, und Gott ist groß. Ich muss irgendwie wachsen, wenn ich ihn sehen will. Mit dieser Demut wächst auch etwas in ihm, nämlich der Glaube, das kreatürliche Vertrauen in den Schöpfer und in sein Erlösungswerk.

Dimension Nummer zwei: Zachäus steigt auf den Baum. Der Baum bedeutet jede Mühe, die wir unternehmen, Gott nahe zu kommen. Der Baum ist auch ein grüner Baum, der abwechselnd Blüten und Früchte trägt, also ein Baum der begründeten Hoffnung. Von seiner Höhe aus blickt Zachäus weit über sich selbst hinaus, er ist bereits in die Pläne Gottes eingewoben, die göttliche Liebe blüht begeistert aus seinen Augen: So sieht er Jesus, so sehen wir Jesus, wenn wir aus dem Baum der Hoffnung schauen und alles erwarten von unserem Herrn und Heiland.

Dimension Nummer drei: Der angeschuldigte Zachäus verteidigt sich nicht, sondern macht mehrfach den Schaden gut, den er angerichtet hat und gibt die Hälfte seines Vermögens den Armen. Diese Dimension darf uns so nah an Allerheiligen, wo wir aus dem Empfang der Sakramente eine besondere Gnaden erwarten, ganz besonders interessieren. 

Zachäus sagt nicht: „So schlimm bin ich auch wieder nicht, die Leute übertreiben.“ Er sagt einfach gar nichts zu seiner Verteidigung. Nein, er wendet sich zum Herrn. Das heißt, er geht weg von sich und auf den Herrn zu und er hat ein Programm auf den Lippen, das er durchführen wird, das Programm seiner Umkehr. 

Zachäus ist die vom Baum gefallene, um und um gerollte, reife Frucht der Liebe zu den Füßen seines Meisters. Gebe Gott, dass wir selber derart ins Rollen kommen, dass es uns hintreibt zum Herrn, der unser Weg ist, unsere Wahrheit und unser Leben. 

Alois Loeßl, Kirchenzeitung Nr. 44 vom 03. November 2019


31. Sonntag im Jahreskreis

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 28 vom 12.7.2020

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