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19.08.2020

Acht Fragen rund ums Sakrament Statt Predigt gab es ein Interview mit den Firmlingen / Zwei Ettinger Ministrantinnen zeigen Initiative

Dass ein Prediger im Firmgottesdienst die Jugendlichen ins Gespräch einbindet, ist nicht ungewöhnlich. Der unvergessene, gitarrespielende Bischof Valerian D’Souza tat dies ebenso wie Bischof Gregor Maria Hanke, der zu Firmungen gerne sein Bergsteigerseil mitbringt.

Viele Gedanken machten sich Theresa und Mia zu ihrer Firmung

Viele Gedanken machten sich Theresa (r.) und Mia zu ihrer Firmung, von den Fürbitten über die Lieder bis zum Blumenschmuck. Unsere Abb. zeigt sie beim Interview, das sie Pfarrer Reinhard Förster gaben.                                            Foto: pf/Wloka

Einen besonders intensiven Dialog konnten jetzt Gottesdienstbesucher in der Pfarrkirche St. Michael in Etting erleben, als Ortspfarrer Reinhard Förster zwei Mädchen firmte und dabei in die Rolle eines Interviewers schlüpfte. Von den Sechstklässlerinnen Mia Schnackenburg und Theresa Tyroller erhielt er beeindruckende Antworten. Ein Beispiel dafür, wie aus Corona-Einschränkungen neue Ideen erwachsen können.

Eigentlich war die diesjährige Firmung für Etting und Oberhaunstadt am Samstag nach Christi Himmelfahrt geplant gewesen. Allein aus Etting waren 28 Firmlinge angemeldet. Weil es im nächsten Jahr noch weit mehr sind, stand für Förster schnell fest: „Wir können eigentlich nicht zwei Jahrgänge zusammenlegen, das wird zu viel.“ Während der Pfarrer noch Elternwünsche und Termine für mögliche Firmungen in kleineren Gruppen sondierte, kamen die Ministrantinnen Mia und Theresa auf ihn zu und wünschten sich, im Sonntagsgottesdienst einmal nicht ins gewohnte Dienstgewand zu schlüpfen, sondern gefirmt zu werden. Fürbitten, Lieder, Sonnenblumen als Schmuck, darum wollten sie sich selbst kümmern. Pfarrer Förster traute den beiden aber noch mehr zu und schlug vor, anstelle der Predigt ein Interview zu führen. Bei mehreren Treffen erarbeitete er mit Pia und Theresa acht Fragen, für die sie gemeinsam Antworten überlegten. Zum Beispiel, dass sie den Heiligen Geist in einer guten Freundschaft entdecken können, in ihren Hobbies, in der Familie. Ihre Botschaft trugen sie, in ein Herz verpackt, vor den Altar, wo sie Pfarrer Förster aufforderte: „Könnt ihr das mal auspacken? Mich und alle Gottesdienstbesucher interessiert es.“ Die Erfahrungen der beiden Jugendlichen in der Corona-Zeit kam dabei ebenso zur Sprache wie die Frage „Was wollt ihr von der Firmung in Euer Leben mitnehmen?“.

„Es war ein schöner Tag“ stimmen die beiden im Rückblick überein und finden, dass sie sich bei einer „normalen“ Firmung längst nicht so intensiv mit dem Sakrament auseinandergesetzt hätten. Auch der Pfarrer schildert die Firmung von Mia und Theresa als „sehr intensive“ Erfahrung, die er gern noch mehr Gruppen ermöglichen will. Mehr als vier, höchstens fünf Firmlinge auf einmal werden es wegen der Abstandsregeln nicht sein. „Je nachdem, wie viele Verwandte kommen“, meint Förster, der vor Corona erst einmal, bei einer Erwachsenenfirmung, das Sakrament gespendet hatte. Im September steht wieder eine besondere Feier an: Dann wird der Pfarrer zwei Familien begrüßen, die sowohl einen Firmling als auch ein Kommunionkind in ihrer Mitte haben.

Gabi Gess


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 48 vom 29.11.2020

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