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17.06.2016

Beeindruckt von berühmter Schwester

Pfarrgemeinderat der Eichstätter Pfarrei Heilige Familie auf Tour: Von der Heiligen Familie Eichstätt zur Sagrada Familia in Barcelona. Die Kirche zur Heiligen Familie in Eichstätt kennen viele Autofahrer, weil sie an einer Hauptkreuzung der Stadt liegt.

Der Vater von Pfarrer Lluis Bonnet mit Pfarrer Ottmar Breitenhuber war Assistent bei Baumeister Antoni Gaudi. Foto: Privat

Der Vater von Pfarrer Lluis Bonnet mit Pfarrer Ottmar Breitenhuber war Assistent bei Baumeister Antoni Gaudi. Foto: Privat

Die Kirche zur Heiligen Familie in Barcelona dagegen kennt die ganze Welt – unter dem Namen Sagrada Familia. Weil ganz in ihrer Nähe der Eichstätter  Diözesanpriester Ottmar Breitenhuber als Seelsorger arbeitet, ergab sich für den Pfarrgemeinderat der Eichstätter Pfarrei Heilige Familie jetzt die Gelegenheit zu einer fünftägigen Pilgerfahrt zur berühmten spanischen Schwesterkirche.

„Der Ottmar hat schon öfter Gottesdienste bei uns gehalten“, erzählt Pfarrgemeinderatsmitglied Agnes Breitenhuber, die mit einem Bruder des Geistlichen verheiratet ist, „dabei ist die Idee entstanden“. Fast alle Pfarrgemeinderäte beteiligten sich mit Kind und Kegel an der Exkursion, insgesamt 27 Frauen, Männer und Kinder zwischen zehn und 72 Jahren. Pfarrer Günther Schmid, der wegen anderer Termine nicht mitfliegen konnte, spendete der Gruppe den Reisesegen. Auch die inoffizielle Hymne der Pfarrei wurde dabei angestimmt: Wer glaubt, ist nie allein. „Das singen wir oft“, meint  Breitenhuber, „darum war es auch unser Aufbruchslied“.

Pfarrer als Zeitzeuge

Bei Salesianern in Barcelona bezogen die Bayern Quartier und wurden noch am Ankunftsabend zu einem großen Picknick im Klostergarten eingeladen. Vorbereitet hatten es Mitglieder  von Ottmar Breitenhubers Pfarrei, der deutschsprachigen Gemeinde in Barcelona. Diese grenzt direkt an die berühmte Sagrada Familia, zu deren Pfarrer der Eichstätter Priester sehr guten Kontakt pflegt.

Lluis Bonnet heißt der betagte Geistliche, dessen Biographie eng mit der gewaltigen Kathedrale verwoben ist: Sein Bruder war  bis vor zwei Jahren leitender Architekt der Sagrada, sein Vater arbeitete als Assistent beim berühmten Baumeister Antoni Gaudi, der 1883 mit den Planungen für  die Kirche begonnen hatte. Als Gaudi 1926 bei einem Unfall starb, war das Gotteshaus noch unvollendet – und ist es bis heute geblieben. Der Innenraum ist jedoch mittlerweile fertiggestellt, so dass Papst Benedikt XVI. die Weihe der Kirche 2010 vollziehen konnte.

Die Heilige Familie von Barcelona ist heute eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas. Während die Besuchermassen durch die Oberkirche geschleust werden, spielt sich das Leben der Pfarrei in der Krypta ab. „Dort haben wir mit Ottmar  an Fronleichnam unseren großen Wallfahrergottesdienst gefeiert“, berichtet Agnes Breitenhuber.

Gegenbesuch geplant

Unter den Gläubigen, die ihr Schwager in Barcelona betreut,  seien viele Mitarbeiter des  Seat-Konzerns, hat sie erfahren. Entsprechend viele junge Familien leben in der deutschsprachigen Pfarrei, in der es heuer 45 Erstkommunionkinder gab. In der Gemeinde wohnt auch eine Baronin, die den Eichstättern ein unvergessliches Erlebnis bescherte: Sie lud sie zum Frühstück auf ihrer Terrasse hoch über den Dächern Barcelonas ein.

Fast wie daheim fühlte sich die Gruppe beim Konzert der „Pfarrerband“ OSB in Ottmar Breitenhubers Pfarrheim. Der Geistliche konnte dazu seine Musikerkollegen Michael Waldmüller und Dekan Bernhard Oswald begrüßen. Oswald zelebrierte auch den Abschiedsgottesdienst der Eichstätter in der deutschsprachigen Gemeinde mit. Für die riesige Paella, die sie als Abschiedsessen aufgetischt bekam, will sich die Eichstätter Gruppe bald revanchieren: Im Oktober plant die deutsch-sprachige Gemeinde einen Gegenbesuch in Eichstätt und wird dabei im Kloster St. Walburg übernachten. Einen Programmpunkt hat der Pfarrgemeinderat der Heiligen Familie bereits fest eingeplant: Einen bayerischen Abend mit Schweinsbraten und Volkstanz.

Gabi Gess, Kirchenzeitung Nr. 25 vom 19. Juni 2016

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