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07.06.2019

„Da wird schon auch Fußball gespielt“ Kirchlicher Sportverein DJK startet Offensive für Mädchen- und Frauenmannschaften

"Mädchen-Power auf dem Fußballfeld!“ gab der DJKDiözesanverband Eichstätt dieser Tage als Devise aus: Im Rahmen der Fußball-Diözesanmeisterschaften 2019 des kirchlichen Sportvereins finden erstmals auch Diözesanmeisterschaften für Mädchen in der Altersgruppe U13 und U15 statt.

Foto: vb

Keine Angst vor großen Namen: Die U15-Juniorinnen der DJK Fiegenstall (in schwarz) tratenkürzlich gegen Greuther Fürth an. Auf dem selben Gelände steigt im Juli die Diözesanmeisterschaft Foto: vb

Auch in Zukunft wolle der Verband den Mädchenund Frauenfußball weiter fördern, Interesse wecken und bei den bereits Aktiven „Begeisterung für den Vereinsfußball weiter steigern, bei dem Teamgefühl, Zusammenhalt, Sport und Freundschaft eine große Rolle spielt“, hieß es bei der jüngsten Fußball-Abteilungsleitersitzung im Vereinsheim der DJK Fiegenstall. Geleitet wurde das Treffen von Bernhard Martini, neuer Präsident und zugleich Fußballabteilungsleiter des DJKDiözesanverbands Eichstätt.

Der Zeitpunkt für die Offensive in Sachen Mädchen- und Frauen- Fußball war gut gewählt: Vom 7. Juni an rollt im französischen Rennes der Ball bei der Fifa-Frauen-Weltmeisterschaft. Doch die öffentliche Aufmerksamkeit reicht nicht im Entferntesten an den vergleichbaren Wettbewerb bei den Männern heran. Das kann auch Reinhold Heß bestätigen. Er ist Vorsitzender der DJK Fiegenstall, die am 13. Juli die U13- und U15-Diözesanmeisterschaften der Mädchen ausrichten wird. Seine beiden Töchter, 14 und 16 Jahre alt, sind nicht nur aktive Ministrantinnen, sondern gehören auch zu den Stützen der „soccer girls“, wie sich die Fiegenstaller DJK-Fußballerinnen nennen. Heß trainiert sie seit über zehn Jahren, seine Frau Britt, die auch Pfarrgemeinderätin ist, engagiert sich als Co-Trainerin. Gerne wäre die fußballbegeisterte Familie zur WM nach Frankreich gefahren. Aber während man bei Männer-Weltmeisterschaften mit einem Mausklick zu günstigen Pauschalreisen gelange, finde man solche Angebote vor der Frauen-WM nicht, ist Heß aufgefallen. „Immerhin werden die Spiele auf ARD und ZDF übertragen, meint der 47-Jährige, dessen Vater bereits im Vorstand der DJK Fiegenstall war. Unter dem Eindruck der Fußball- WM 1974 war der Sportverein damals gegründet worden.

Weniger Rangeleien

Musste sich die erste Mannschaft der Herren irgendwann mangels Aktiver vom Spielbetrieb abmelden, so nahm die Jugendabteilung und insbesondere der Mädchenfußball eine sehr gute Entwicklung. Der Großteil der Spielerinnen kommt aus dem Umland, nur vier sind direkt aus dem 200-Seelen-Ort Fiegenstall. Ihre Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: Sowohl die U13 als auch die U15 haben heuer den Hallen-Kreismeister-Titel geholt. Die DJK Fiegenstall hat außerdem heuer die bayerischen Hallenmeisterschaften der U17-Mädchenmannschaften ausgerichtet und dazu eine Halle in Weißenburg angemietet. Zu Gast waren der FC Bayern München, der Club aus Nürnberg und Greuther Fürth.

Reinhold Heß, derzeit Kreisbeauftragter für Frauen- und Mädchenfußball beim Bayerischen Fußballverband, hat auch Buben trainiert und er pfeift als Schiedsrichter bei Spielen der Männer. Da seien andere körperliche Kräfte am Werk und es werde mehr geschoben. „Aber bei den Mädchen“, sagt er gleich darauf, „da wird schon auch Fußball gespielt“. Insgesamt gehe es bei ihnen herzlicher zu als bei den Jungs: „Sie lassen alle mitkommen, auch die Schlechteren“.

Nicht von schlechten Eltern sind auch die Entfernungen, die die Fiegenstaller Fußball-Mädels zu ihren Wettkämpfen zurücklegen: nach Breitenbrunn und Lauterhofen ebenso wie entgegengesetzt in Richtung Ansbach. Auch Sarah Graf, Spielleiterin bei der DJK-SV Wallnsdorf-Schweigersdorf, kann davon ein Lied singen: Das letzte Auswärtsspiel habe bis kurz vor die Grenze zu Baden-Württemberg geführt, erzählt die 19-jährige Verteidigerin. Während die erste Herrenmannschaft der DJK-SV Wallnsdorf-Schweigersdorf in der Kreisklasse kickt, spielen die Damen in der Bezirksliga. Und während es bei den jungen Männern selten ohne gelbe Karten endet, „haben wir die ganze Saison über nur zwei bekommen“, verweist Graf auf die Fairness im Frauenfußball.

Demnächst feiert ihr Verein ein besonderes Jubiläum: 30 Jahre Damenfußball. Grafs Vater war es gewesen, der seinerzeit erstmals ein weibliches Team für die Punkterunde anmeldete. Am 22. und 23 Juni steigt ein Fest mit Gauditurnier und „Legendentreffen“. „Wir haben jede angeschrieben, die mindestens eine Saison lang bei uns gespielt hat“, verweist Graf auf rund 100 Einladungen. Dann muss sie auch schon weiter: Im Kreis ihrer Mitspielerinnen will sie das Relegationsspiel der Damenmannschaft des FC Ingolstadt gegen Borussia Bocholt besuchen. Bleibt noch nachzutragen, dass die Schanzer Fußballerinnen, im Gegensatz zu ihren männlichen Vereinskollegen, in die zweite Bundesliga aufgestiegen sind.

Gabi Gess


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 25 vom 23. Juni 2019

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