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29.07.2020

Das „Piusbeet“ bringt schon erste Früchte Ingolstädter Pfarrei überbrückt tatkräftig die Zeit bis zur Gartenschau

Sie waren für die Augen Tausender Besucher bestimmt, die unzähligen Stauden, Stecklinge und Samen, die auf dem Areal der Ingolstädter Landesgartenschau eingesetzt wurden. Nun blühen sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil die Veranstaltung um ein Jahr verschoben werden musste. Aber darben müssen die Pflanzen in der Sommerhitze dennoch nicht – dank der Freiwilligen, die regelmäßig Gießkanne, Unkrautharke oder Heckenschere schwingen. Einen Anblick, der Herz und Sinne erfreut, bietet zum Beispiel die Parzelle der Ingolstädter Pfarrgemeinde St. Pius auf dem 38 Felder umfassenden Krautgarten der Ausstellung.

„St. Pius bewegt“ steht auf der Fahne, die am Turm des Miniatur-Gotteshauses auf dem Gartenschau-Gelände prangt.

„St. Pius bewegt“ steht auf der Fahne, die am Turm des Miniatur-Gotteshauses auf dem Gartenschau-Gelände prangt. Ehrenamtliche hegen und pflegen das „Piusbeet“ und halten es für das kommende Jahr in Schuss. Foto: pf

Dass sich St. Pius als einzige katholische Gemeinde mit einem eigenen Projekt beteiligt, liegt auf der Hand: Die Gartenschau liegt auf ihrem Pfarrgebiet. Für Pfarrer Martin Geistbeck und sein Team war gleich klar: Dies ist eine Chance für uns, als Kirche präsent zu sein und zugleich den Gemeinschaftsgeist zu stärken. Überdies gebe es im Pfarrgemeinderat bereits eine Gruppe, die sich mit dem Thema Schöpfungsverantwortung auseinandersetze, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Petra Malke. 

 

Extra Arbeitsausweise

So wurde ein Pflanzkonzept entwickelt, dessen Herzstück eine aus Eisenstangen geformte Miniaturausgabe der Pfarrkirche St. Pius bildet, an der sich Pflanzen emporschlingen. Maßgeblichen Anteil daran hatte ein Kirchenverwaltungsmitglied mit grünem Daumen: Marianne Aschenauer, die mit Malke das Projekt koordiniert, besorgte allerlei Sämereien, die sie daheim auf den Fensterbänken und im Wintergarten zum Keimen brachte, pikierte und Anfang März schließlich mit in den Gottesdienst brachte. Viele Paten nahmen Gemüsepflanzen oder Blumen mit nach Hause und päppelten sie auf, bis sie nach den Eisheiligen ins „Piusbeet“ ausgepflanzt werden konnten. 

Mittlerweile war klar, dass die Eröffnung der Gartenschau nicht planmäßig stattfinden können würde. Nach der ersten Enttäuschung „haben wir beschlossen, dass wir weitermachen und einfach einen Probelauf vornehmen“, erzählt Aschenauer. Sie ist im Mai in Rente gegangen und hat nun Zeit, regelmäßig mit dem Radl zum Gießen aufs Gartenschau-Gelände zu fahren. Unterstützt wird sie von weiteren Rentnerinnen, aber auch von jungen Familien mit Kindern. Um aufs Gelände zu gelangen, „haben wir extra Arbeitsausweise bekommen, die wir beim Wachdienst vorzeigen“, erzählt Aschenauer. Wasser, Gießkannen und Werkzeuge stehen vor Ort zur Verfügung.

Die Mühe trägt buchstäblich Früchte: Mittlerweile ranken zwischen den Metallstreben der Minikirche Weidenzweige, Brombeeren, Bohnen oder Kirschtomaten empor, am Boden gedeihen Rosmarin und Walderdbeeren, Petersilie und Mangold, Tagetes und Kamille. Lauter schöne Motive für Pfarrer Geistbeck, der als begeisterter Fotograf regelmäßig aufs Gelände kommt. Vor kurzem war auch Jonas Engelbrecht, Vorstand der DPSG-Pfadfindergruppe von St. Pius, dabei, um Maß zu nehmen für das Insektenhotel „Piushof“, das demnächst in den Turm der Miniaturkirche einziehen soll. 

Während die ersten Ernteerträge bereits an Pfarreimitglieder verteilt werden, ist die Gemeinde zuversichtlich, dass die Ingolstädter Landesgartenschau im Frühjahr 2021 tatsächlich ihre Pforten öffnen kann.

Gabi Gess 

 


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 43 vom 25.10.2020

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