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30.11.2018

Ein Kamel in kleinen Kinderhänden

Die Krippe, die sich Inge und Werner Weber zur Hochzeit kauften, bauen heute die Enkel auf

 

Weihnachten ohne Kripperl? Für viele Familien undenkbar. Zum Beispiel für die Webers aus Neumarkt, die heuer zu den Ausstellern bei der Krippenschau im Reitstadel gehören Mit den beiden eher schlichten Krippen, die auf dem Wohnzimmertisch stehen, verbindet Werner Weber viele Erinnerungen.

Foto: F. X. Meyer

Viele Erinnerungen verbinden die Webers aus Neumarkt mit ihren Krippen. Die linke kauften sie sich kurz nach der Hochzeit vor 50 Jahren. Die rechte stand in Werner Webers Elternhaus. Foto: F. X. Meyer

Die ältere stammt von seinen Eltern und ist „bestimmt über 80 Jahre alt“, erzählt der 79-Jährige, der viele Jahre im Neumarkter Bahnhof am Fahrkartenschalter Billets verkaufte. Der Stall der betagten Krippe ist mit Stroh gedeckt. Aus welchem Material die bunten Figuren sind und woher sie stammen, weiß Weber nicht. Als versierter Bastler hat der Neumarkter, der 15 Jahre lang Vorsitzender des örtlichen Modelleisenbahnclubs war, in den Stall der alten Krippe eine Laterne montiert. Sie wirft einen Schein auf Maria und Josef mit dem Jesuskind. Alle Figuren hat Weber festgeklebt. Als die Enkel damit spielten, ist nämlich schon mancher kleine Schaden entstanden. So hat etwa das Kamel durch zu viel kindliche Neugier eine „Halsverletzung“ davongetragen. Die zweite Krippe kaufte das Ehepaar Weber im Jahr seiner Hochzeit 1968 in einem Neumarkter Geschäft. Das Exemplar feiert also heuer, wie auch die Webers selbst, ein goldenes Jubiläum. Beide Krippen werden jetzt bei der Neumarkter Krippenausstellung im Reitstadel ausgestellt. „Heuer sind wir zum dritten Mal dabei“, berichtet Weber. Vor mehr als 30 Jahren hat er bei einer der ersten Neumarkter Krippenausstellungen seine Tochter Doris fotografiert, wie sie mit zwei weiteren Kindern die Krippen bewundern. Das Foto hängt jetzt im Wohnzimmer. Einen Stock tiefer, im Keller, schlummert eine dritte Krippe. „Sie ist in drei Schachteln verpackt und wird heuer nicht aufgestellt“, berichtet Weber. Die Figuren, die er vor fünf Jahren gekauft hat, sind 20 Zentimeter groß. Der Bastler hat dazu einen Stall gefertigt. „Die Wände schauen wie gemauert aus“, erzählt Weber, der schon vorausblickt: „Im nächsten Jahr werde ich sie aufstellen.“ Heuer kommt die älteste Krippe unter den Christbaum. Krippe Nummer zwei wollen nämlich die Enkel. 

Bericht: F. X. Meyer, Kirchenzeitung Nr. 48 vom 2. Dezember 2018,

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 50 vom 16.12.2018

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