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30.03.2018

Eine Krone aus Buchs, Thuja und Eibe

Der moderne Brunnen der Pfarrei Christkönig Roßtal wird vom Frauenbund österlich geschmückt.

 

Rund 1.800 Eier zieren jedes Jahr den Osterbrunnen in der Pfarrei Christkönig in Roßtal. Und sie sind „alle echt und alle selbst bemalt“, versichert Monika Melzig vom Vorstandsteam des Roßtaler Frauenbunds (KDFB). Viele Eier sind trotz zerbrechlicher Schale seit gut 25 Jahren heil geblieben.

Foto: Melzig

Der „Brunnen der sieben Quellen“ auf dem Vorplatz der Roßtaler Pfarrkirche Christkönig zeigt sich derzeit in österlichem Gewand. Foto: Melzig

So lange schon legen sich die KDFB-Frauen vor Ostern ins Zeug. Seit 1992 schmücken sie einen Brunnen, früher im Pfarrgarten, heute am Kirchvorplatz. Dort sprudelt seit 2011 ein moderner Edelstahlbrunnen, dem das traditionelle Gewand aus grünen Zweigen sehr gut steht.

Angefangen hatte alles 1991, als die Roßtaler KDFB-Frauen begeistert von einer Osterbrunnenfahrt in die Fränkische Schweiz zurückkehrten. Ein Jahr später schmückten sie erstmals den Brunnen im Pfarrgarten. Ihre Männer hatten dafür eine metallene Krone mit 16 Bögen geschweißt. Der seinerzeit erste Osterbrunnen in der Gegend zog viele Besucher an, auch das Bayerische Fernsehen berichtete darüber. Mit dem blühenden Kirschbaum daneben bot er ein prächtiges Bild. Aber dann wurde der Pfarrgarten für den Bau einer Kinderkrippe benötigt.

Also schmückte der Frauenbund fortan zur Osterzeit den neu errichteten „Brunnen der sieben Quellen“, der im Rahmen der Umgestaltung des Kirchenvorplatzes aufgestellt worden war. Statt 16 werden dafür nur noch acht Metallbögen geziert, weil der neue Brunnen kleiner ist. „Seniorengerecht“, lacht Melzig, „wir sind ja alle älter geworden“.

Nachwuchssorgen

Viele der Helferinnen seien schon um die 80 Jahre alt, erzählt die Roßtalerin, die selbst bald 70 wird. Mit Nachwuchs sehe es schlecht aus im örtlichen Frauenbund mit seinen 37 Mitgliedern. Die Jüngste sei 50, aber die Frauen dieser Generation seien fast alle berufstätig und könnten nicht beim Schmücken des Brunnens helfen.

Allerhand gibt es dabei zu tun. Zunächst muss frisches Grün organisiert werden, Thuja, Eibe, Buchs. Heuer sei die Resonanz auf den Aufruf im Pfarrbrief eher mau gewesen, sagt Melzig. Mit Unterstützung der Ehemänner werden die Zweige abgeholt, kleingeschnitten und büschelweise mit Bindedraht an den Edelstahlbögen befestigt. Diese werden auf einem eigens gebauten Gestell um den Brunnen platziert. Die Eier, die das Jahr über sorgfältig in Plastikboxen geschichtet im Heizraum des Pfarrheims lagern, werden auf Schaschlikspießen dicht an dicht in die Zweige gesteckt. Als Extra-Farbtupfer werden zwischen den Bögen mit Stiefmütterchen bepflanzte Weidenkörbe aufgestellt. Den fertigen Brunnen segnet Ortspfarrer Wolfgang Jäger bei einer Andacht. Bis Mitte April wird er heuer zu bewundern sein. Vandalismus? „Ja, das hat es auch schon gegeben“, antwortet Melzig. „Aber es hat sich in Grenzen gehalten.“ Mittlerweile ist der Osterbrunnen des Frauenbunds längst nicht mehr der einzige. Einen weiteren errichtet der Roßtaler Heimatverein und „mittlerweile hat fast jeder Ortsteil einen“, weiß Melzig, die mit dem KDFB auch alljährlich ein Ostereierfest im Kindergarten ausrichtet. „In Konkurrenz zueinander zu treten, wolle man nicht: „Es ist einfach ein schöner Brauch.“

Gabi Gess, Kirchenzeitung Nr. 13 vom 1. April 2018

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 50 vom 16.12.2018

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