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14.02.2020

Eine „Vitaminspritze für die Pastoral“ „Wir haben viele kreative Köpfe“, findet der Verantwortliche für den diözesanen Innovationsfonds

Du hast eine geniale Idee? Du bist offen für neue Wege? Du willst etwas verändern? Mit diesen Fragen hatte sich die Diözese im Sommer 2019 an Menschen gewandt, die Kirche vor Ort lebendiger gestalten möchten und ihnen den neuen Innovationsfonds des Bistums Eichstätt vorgestellt. Rund ein halbes Jahr später können Diakon Thomas Schrollinger und seine Mitarbeiterin Martina Franke von der „Hauptabteilung Pastoral, Fachbereich Konzeption und Innovation“, ein erstes positives Fazit ziehen.

Ein Kunstprojekt in den Kirchen von St. Canisius/St. Augustin in Ingolstadt

Für Ideen wie diese ist der Innovationsfonds da: Ein Kunstprojekt in den Kirchen von St. Canisius/St. Augustin in Ingolstadt Foto: Finkenzeller

 „Es spricht sich herum“, sagt Schrollinger. Und „es gibt sehr viele kreative Köpfe in den Pfarreien“. Bislang wurden 13 Projekte, deren Konzept bis zum Stichtag 31. Oktober 2019 eingereicht worden war, finanziell gefördert. Dass die Diözese das Budget für 2020 erhöht hat und nun insgesamt 200.000 Euro für innovative Ideen und Projekte in den 74 Pastoralräumen des Bistumszur Verfügung stellt, ist für den Fachbereichsverantwortlichen ein erfreuliches Zeichen.

 

Neue Quellen finden

Letztlich könne sich dieser Fonds „wie eine kleine Vitaminspritze für die Pastoral auswirken“, hofft Schrollinger, „und immer mehr Menschen in unserem Bistum motivieren, in kreativer Weise neue Wege in der Kirche zu gehen. Dabei muss auch nicht immer von Anfang an alles perfekt sein. In vielen Bereichen müssen und dürfen wir uns neu auf die Suche machen. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass vieles von dem, was uns als Kirche in die Zukunft trägt, auf dem Weg liegt.“

Als innovativ werden auch Projekte eingestuft, die zwar nicht ganz neu sind, aber erstmalig in einer Pfarrei erprobt werden, wie zum Beispiel ein geplanter Alphakurs im Pfarrverband Rednitzhembach-Schwanstetten-Wendelstein oder eine besondere Fastenpredigtreihe im Dekanat Weißenburg-Wemding.

Eine Premiere ist dagegen die ganzjährige Reihe „Heilig Abend ist jetzt jeden 24.“ in Hilpoltstein (die KiZ berichtete). Auch die Pfarrei Heilig Geist in Nürnberg-Fischbach betritt Neuland: Sie möchte in der Pfarrbücherei einen offenen Treff mit Kursen und Werkstatt-abenden entwickeln.

„Richtig viele Gedanken“ habe sich der Pfarrgemeinderat von St. Christophorus in Ingolstadt gemacht, erzählen Franke und Schrollinger. Unter dem Motto „Quelle lebendigen Wassers“ wurde ein Konzept mit Leitlinien zur Stärkung des Gemeinschaftssinns der Christen und des Glaubens erarbeitet: Themengottesdienste und Aktionen bei den Pfarrfesten gehören ebenso dazu wie eine neue Rubrik im Pfarrbrief, unter der sich einzelne Gemeindemitglieder vorstellen. Als äußeres Symbol dieses Neuaufbruchs soll ein Quellbrunnen errichtet werden. In Nürnberg wird am Karfreitag in der Trauerhalle des Südfriedhofs eine Feier mit zeitgemäßen Impulsen angeboten. „Gerade im großstädtischen Kontext ist das zunehmende Bedürfnis nach zeitgemäßen und ansprechenden Alternativen im liturgischen Bereich zu beobachten. Die Karfreitagsliturgie bietet hierbei herausragende Möglichkeiten, die Menschen in ihrer Lebensrealität abzuholen – denn die Themen Scheitern, Leid, Tod, Sterben und Trauer sind aus dem Leben gegriffen und betreffen jeden,“ so die Antragsteller von der Jugendstelle Nürnberg. Bewusst sei die Veranstaltung auf 17.30 Uhr gelegt worden, erläutert Schrollinger. Schließlich solle sie keine Gegenveranstaltung zur Karfreitagsliturgie in der Kirche sein.

Ein gefördertes, diözesanübergreifendes Projekt steht im Zeichen des spirituellen Tourismus an der Grenze zum Bistum Augsburg. 

Einen Zuschuss aus dem Innovationsfonds bekommt auch ein Vorhaben, das einige Pfarrgemeinderäte aus Postbauer-Heng mit Jugendlichen aus der Filialgemeinde Ezelsdorf in die Tat umsetzen möchten: Anlässlich des 50. Weihejubiläums der Ezelsdorfer Heilig Geist-Kirche soll ein Stationenweg entstehen, um das Zusammenwachsen zu fördern zwischen dem Pfarrort und der Filiale, die in verschiedenen Regierungsbezirken liegen: zwischen Postbauer-Heng und Ezelsdorf verläuft die Grenze zwischen Oberpfalz und Franken. Bereits abgeschlossen ist ein Projekt der Ingolstädter Pfarreien St. Augustin und St. Canisius, das aus dem Topf des Innovationsfonds unterstützt wurde: Die Kunstausstellung „Glaube verbindet“. In zwei Kirchen präsentierten Künstler aus dem jeweiligen Pfarrgebiet ihre Werke.

 

Innovationstag im Herbst

Schrollinger ermutigt dazu, sich von so viel Tatendrang anstecken lassen. „Neben der finanziellen Förderung unterstützen wir die Projekte gerne mit unserer fachlichen Kompetenz“. Wir geben gerne auch ein paar Tipps zum Antragsverfahren.“ Falls sich jemand unsicher sei, ob ein Projekt zuschussfähig ist, „genügt oft auch ein kurzer Anruf zur Klärung“, ergänzt Franke. Der Antrag für die Förderung eines Projektes in der zweiten Jahreshälfte 2020 muss bis spätestens 30. April gestellt sein. Für ein Projekt in der ersten Jahreshälfte 2021 ist der Stichtag der 31. Oktober 2020.

vb/gg

 

Einen Termin sollten sich alle, die sich in der Diözese für das Thema Innovation in der Kirche interessieren, rot im Kalender anstreichen: Am 3. Oktober findet in Thalmässing von 10-16 Uhr ein Treffen statt. Anmeldung unter  konzeption@bistum-eichstaett.de, Tel. 08421/50615. Weitere Informationen sowie das Antragsformular zum Download unter www.bistum-eichstaett.de/innovationsfonds

 


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 8 vom 23.02.2020

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