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03.05.2019

Frühlingsauftakt mit Wettersegen Markusprozessionen in Rapperszell, Erlingshofen und Spalt / „Wichtig in Zeiten des Klimawandels“

Nein, diese Art von Bittgang habe er bisher noch nicht gekannt, erzählt Kaplan Stanislas Ndumuraro im Gespräch mit der Kirchenzeitung. Zum ersten Mal begleitete der Geistliche aus Burundi die Markusprozession in Rapperszell. Die hat in dem Ort der Gemeinde Walting (Dekanat Eichstätt) eine lange Tradition. Wie Organist Alois Mayer berichtet, fand der Bittgang anfangs immer in Rieshofen statt.

Foto: Franzetti

Von Burundi nach Bayern: Kaplan Stanislas Ndumuraro feierte zum ersten Mal eine Markusprozession mit. Zusammen mit den Gläubigen zog er von der St. Antonius-Kirche in Rapperszell los. In Spalt führte die Prozession zur Filialkirche in Wasserzell. Foto: Franzetti

Da es dort aber zwei Prozessionen im Jahreskalender gab, habe der zuständige Pfarrer Sebastian Meyer in den 1960er-Jahren entschieden, die Markusprozession nach Rapperszell zu verlegen. 

Schulfrei für Bittgang

Anfangs gab es für den Bittgang sogar schulfrei, erinnern sich Alois Mayer und sein Bruder Hans, der lange Jahre Bürgermeister der Gemeinde war. Morgens früh um fünf seien die Gläubigen von Rapperszell aus losgezogen. Auch von Inching aus hätten sich Gläubige auf den Weg gemacht nach Walting, erzählt Alois Mayer. Vom Hauptort aus ging es dann später wieder retour, zogen alle in ihre jeweiligen Heimatdörfer zurück, um dort Andacht zu feiern. Mit der Schulrefom in Bayern habe sich alles geändert, fand die Verlegung der Prozession nach Rapperszell und auf den Abend statt.

Heuer waren am Markustag rund 50 Gläubige zur St. Antonius-Kirche gekommen. Das kleine Gotteshaus mitten in dem rund 230 Einwohner zählenden Ort war 1948-50 gebaut worden. Zuvor gab es nur eine Art Notkirche und wenige Gottesdienste. Verstorbene Rapperszeller wurden bis dahin in Rieshofen bestattet. Die neu gewonnene Eigenständigkeit Rapperszells sei in Rieshofen argwöhnisch betrachtet worden, lassen die Brüder Mayer durchblicken. 

Mit der Markusprozession, die auf eine heidnische römische Stadtprozession zurückgeht (siehe Stichwort-Kasten), beginnen die Bitttage und kann der Wettersegen gespendet werden. Kaplan Ndumuraro betonte, dass dieser Segen gerade in Zeiten des Klimawandels „immer wichtiger“ werde. Die Prozession führte durch die Neubausiedlung am Antoniweg und zurück zur Kirche.

Mit Glockengeläut

Schon seit er sich erinnern könne, gebe es die Markusprozessionen in Spalt, erzählt Mesner Ludwig Hofmann. Der Weg führt immer von der Kirche St. Emmeram zur Filialkirche St. Stephanus nach Wasserzell. Beim Einzug der Pilger und am Ende des Gottesdienstes „läute ich immer die Glocken“, ergänzt Hofmann. Früher sei auch von Mosbach aus eine Gruppe losgezogen. In diesem Jahr machte sich ein gutes Dutzend Gläubige auf den Weg. Pfarrer i. R. Johannes Forster feierte in Wasserzell den Gottesdienst. 

In Erlingshofen (Markt Kinding) gibt es seit mehr als sieben Jahrzehnten Markusprozessionen, berichtet Mesner Hubert Stelz. Der Bittgang führte diesmal von der Kirche Mariä Heimsuchung zu einem Feldkreuz im Kerntal und zurück. Die Messe zelebrierte Tittings Pfarrer Johannes Trollmann. Neben dem Kreuz wird in Erlingshofen noch eine Prozessionsfahne mitgeführt.

Andrea Franzetti

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 20 vom 19. Mai 2019

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