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10.11.2017

Gemeinsam nach vorne schauen

Feierlicher ökumenischer Gottesdienst zum Reformationstag 2017 in Weißenburg.

Vier Bischöfe – die Nürnberger evangelischen Regionalbischöfe Elisabeth Hann von Weyhern und Stefan Ark Nitsche, der anglikanische Bischof von Hereford (Großbritannien), Richard Frith, und der katholische Bischof der Diözese Eichstätt, Gregor Maria Hanke – waren zur Feier des Reformationstags nach Weißenburg in die St. Andreas-Kirche gekommen.

Festgottesdienst in der St. Andreas-Kirche in Weißenburg am Reformationstag 2017 mit vier Bischöfen und weiteren Vertretern christlicher Konfessionen. Die Nürnberger Regionalbischöfe und der Eichstätter Bischof hielten gemeinsam eine Trialogpredigt. Foto: Heberling

Der ökumenische Festgottesdienst zum Gedenken an die 500. Wiederkehr des sogenannten „Thesenanschlags“ in Wittenberg durch Martin Luther stellte den feierlichen Höhepunkt des Gedenkjahres mit vielen Veranstaltungen in katholischen und evangelischen Gemeinden in der Region dar. 

Predigt zu dritt

Unter den Gästen in der überfüllten Kirche konnte die evangelische Dekanin von Weißenburg, Ingrid Gottwald-Weber, Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen begrüßen sowie Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel aus Erlangen. Die Regionalbischöfe und der Eichstätter Bischof hielten eine Trialogpredigt, zu der der Text des Liedes „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ die Stichworte gab.

Hanke lobte die „mutige geistliche Vorgabe der evangelischen Geschwister vom Kirchenkreis Nürnberg, weniger Rückschau zu halten (...), sondern nach vorne zu schauen.“ Den Blick nach vorne und auf Christus, den wiederkehrenden Herrn, zu teilen, sagte der Eichstätter Oberhirte, „das stellt vieles richtig, im eigenen Leben, in unseren Kirchen und in der Gesellschaft.“

Bischöfin Hann von Weyhern verglich die Fragen und Herausforderungen in der „Umbruchszeit“ des 16. Jahrhunderts mit denen der Jetztzeit. Es brauche auch heute die „durch Besonnenheit begleitete Radikalität“ der Reformatoren von damals, das Nicht-locker-lassen, ihr Bohren, ihre Zuversicht, ihren Mut und ihre Kraft. Bischof Ark Nitsche betrachtete das Lutherwort „Sola fide“ (= Allein durch Glauben) und erinnerte an das geflügelte Wort von der „Freiheit des Christenmenschen“. Die Beziehung wichtiger zu nehmen als das Recht-haben, so Ark Nitsche, „das ist die Freiheit eines

Christenmenschen und das ist unsere gemeinsame Verantwortung in diesen Zeiten“.

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus sprach unter anderem der katholische Dekan Konrad Bayerle ein Grußwort. Er erinnerte an die Selbstverpflichtungen, die Katholiken und Protestanten in Weißenburg in einem Versöhnungsgottesdienst eingegangen seien.

Michael Heberling, Kirchenzeitung Nr. 46 vom 12. November 2017

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