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18.04.2019

Hände, die aufs Heute zeigen - Neuer Kreuzweg mit sieben Tafeln an der Knabenrealschule Rebdorf

Hände, überall sind Hände zu sehen. Mal nur eine, mal zwei, mal gleich sechs. Es sind die Hände von Schülern der diözesanen Knabenrealschule Rebdorf. Zu finden sind sie seit dem letzten Schultag vor den Osterferien auf den Tafeln eines neuen Kreuzwegs. Sie hängen außen an Wänden der Schulgebäude, an einer alten Mauer und vor dem Eingang zum Klassentrakt.

Foto: Franzetti

Gemeinsames Gebet: Auf einem kleinen Rundweg auf dem Schulgelände (Abb. o.) hängt der neue Kreuzweg. Pater Michael Huber (l.) und Religionslehrer Andreas Völker (r.) waren bei der Eröffnung ebenso mit dabei wie rund 600 Schüler Foto: Franzetti

Zum 60. Jubiläum ... 

Sechs Stationen gestalteten die Schüler im Religionsunterricht mit ihrem Lehrer Andreas Völker selbst. Sie überlegten sich, wie lässt sich der Leidensweg Jesu alleine mit Händen darstellen. Mit Hilfe eines Fotostudios entstanden die Bilder, die nun auf den fest installierten Tafeln zu sehen sind. Die letzte Station ziert ein Kunstbild, das im Original in einer Kirche im spanischen Tahull zu finden ist.

Völker knüpft mit der Entscheidung, sieben statt der sonst üblichen 14 Stationen abzubilden, an die Tradition des ökumenischen Kreuzwegs der Jugend an. Dieser war 1958 als Gebetsbrücke zwischen jungen katholischen Christen in der Bundesrepublik und der DDR entstanden.

Der neue Kreuzweg in Rebdorf entstand zum 60-jährigen Bestehen der Knabenrealschule, das heuer gefeiert wird. Seit einigen  Jahren betet die Schulgemeinschaft immer am letzten Schultag vor den Osterferien gemeinsam einen Kreuzweg. Bisher dienten verschiedene Vorlagen dafür als Grundlage. Nun hat die Schule dank Völker und seiner Kollegen aus der Fachschaft Religion einen eigenen, individuellen Kreuzweg. Dieser soll künftig nicht nur in der Passionszeit Thema im Unterricht sein. Zu den einzelnen Stationen gibt es umfangreiches Material für Schüler und Lehrer. Die Theatergruppe beispielsweise hat kurze Texte eingesprochen und als Audio-Dateien online gestellt.

Zur Segnung der Kreuzweg-Tafeln war der stellvertretende Generalvikar, Pater Michael Huber, gekommen. Er wies bei allen Tafeln auf die Bedeutung der Szenen hin und setzte sie Verbindung zur Gegenwart. „Was damals geschah, wiederholt sich“, so sein Tenor. Zwei Schülerinnen gingen der Frage nach: „Wo stehe ich in diesem Bild?“ Sie wiesen darauf hin, dass auch heute noch Menschen ausgegrenzt werden, wie damals Jesus, dass Menschen hinfallen, Probleme haben. Gott habe seine Hand im Spiel, und es gelte, nach dem Fallen wieder aufzustehen. Schulleiter Hans-Peter Sandner sprach mit Blick auf die sieben Kreuzwegtafeln von einem „Geschenk an die Schule“. 

Wie Völker im Gespräch mit der Kirchenzeitung erklärte, sind die Kreuzwegstationen jederzeit zugänglich. Er könne sich vorstellen, dass auch die nahegelegene Rebdorfer Pfarrei St. Johannes der Täufer oder Radtouristen die Möglichkeit nutzen, an den Tafeln innezuhalten.

Andrea Franzetti

Neuer Kreuzweg mit sieben Tafeln an der Knabenrealschule Rebdorf

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 20 vom 19. Mai 2019

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