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17.02.2017

Hochfest ohne die Heilige in der Höhe

Die Walburgastatue der Abteikirche in Eichstätt wird saniert. Am 6. Oktober 1746 ist „die golten hl. Walburgastadua auf den thurm gesätzet wordten“, heißt es im Bauregister der Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt. Demnächst kann als zeitgemäßer Eintrag dort erfolgen: „Die wieder restaurierte Statue kehrte auf ihren Stammplatz zurück“.

Auf Augenhöhe: Kirchenmaler Gerhard Hammerschmid, Dompfarrer Josef Blomenhofer und Karl Daum (v. l.) von der Kirchenverwaltung hoffen auf zahlreiche Spenden für die Restaurierung. Foto: Franzetti

Doch bis dahin wird es noch etwas dauern. Heute wird das Hochfest der heiligen Walburga erstmals seit vielen Jahren gefeiert werden ohne die Walburgastatue auf dem Kirchturm. Im November vergangenen Jahres war die lebensgroße Figur der Bistumsheiligen von der Turmspitze gelöst und mit einem Lastenaufzug nach unten gebracht worden. Mit dabei damals: Mutter Franziska Kloos, Äbtissin von Kloster Walburg. Am Boden warteten Kinder der Grundschule St. Walburg und sangen ein Lied. 270 Jahre zuvor, bei der Anlieferung der goldenen Statue hatten alle Glocken geläutet, heißt es in der Klosterchronik. Wie die Archivarin der Abtei, Schwester Dr. Magdalena Zunker, nachgeschlagen hat, kam die Figur am 5. Oktober um 15 Uhr von Augsburg nach Eichstätt. Als der Wagen „zum oberen Hoffthor hereingefahren“ sei, empfing der ganze Konvent unter Tränen die heilige Walburga. Bis zum Hebauf am folgenden Tag stand sie in der Kirche, „nechst der Custereythür bey dem grossen Wandelleuchter auf einen wie ein Altar zubereithen und gezierten Tisch“.

In Holzkiste auf Reisen

Momentan befindet sich die restaurierungsbedürftige Statue in der Kirchenmalerwerkstatt des Bistums Eichstätt beim Priesterseminar. Kirchenmaler Gerhard Hammerschmid darf jedoch noch nicht loslegen. Zunächst müssen schadhafte Stellen ausgebessert und Löcher geschlossen werden. Dies geschieht in einer Restauratorenwerkstatt außerhalb des Bistums. Die Walburgafigur ruht passenderweise schon in einer großen Holzkiste, mit der sie ihre nächste Reise antreten kann.

Wenn die Figur dann wieder mit einer glatten Oberfläche nach Eichstätt zurückkehrt, ist Hammerschmid an der Reihe. Er wird die Figur zunächst grundieren und später mit 24 Karat Blattgold vergolden. Rund drei, vier Tage soll das „Anschießen“, so nennen die Kirchenmaler das Vergolden, dauern. Schon 1963 war die Walburgafigur einmal vergoldet worden. Der heute 75-jährige Kirchenmaler Karl Gerstner erinnert sich noch an die „herausfordernde Arbeit“, wie er der Kirchenzeitung am Telefon erklärt.

Zur Finanzierung der Restaurierung 2017 setzen die Kirchenstiftung St. Walburg und die Dompfarrei Eichstätt auf Spenden. Rund 50.000 Euro an Eigenmitteln seien notwendig. Wie Kirchenpfleger Herbert Buckl und Domkapitular Dompfarrer Josef Blomenhofer erklären, seien schon einige Spenden eingegangen. Zudem sei ein Benefizkonzert geplant, erklärt Karl Daum von der Kirchenstiftung. Im September, so hoffen alle, könne Walburga wieder zurück auf den Turm.  

Andrea Franzetti, Kirchenzeitung Nr. 8 vom 19.2.2017

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