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24.11.2017

Laien helfen ganz selbstverständlich mit

Sachausschuss pastorale Entwicklung besucht Pfarrer und Gemeindereferentin in Dresden

 

Katholisch zu sein, wie fühlt sich das an in einer Gegend, in der ganze sieben Prozent der Bevölkerung dieser Konfession angehören? Das wollten die Mitglieder des Sachausschusses pastorale Entwicklung im Eichstätter Diözesanrat ein Wochenende lang erkunden.

Gesprächsrunden und Gottesdienste erlebten die Mitglieder des Sachausschusses pastorale Entwicklung in Dresden. Foto: vb

Sie machten sich auf den Weg in die Verantwortungsgemeinschaft Dresden-Nord, deren Pfarrer und Leiter der Eichstätter Diözesanpriester Thaddäus Posielek ist. Weil sich dieser mit dem Thema lokale Kirchenentwicklung und Aufbau kleiner christlicher Gemeinschaften seit langem auseinandersetzt, ist er für die Mitglieder des Sachausschusses pastorale Entwicklung kein Unbekannter, „und es war eine Freude, ihn wiederzusehen“, sagt Dr. Markus Oelsmann, Sachausschussmitglied und Referent für pastorale Weiterentwicklung im Bistum Eichstätt. Aber bis es soweit war, musste sich die neunköpfige Besuchergruppe, die in drei Fahrgemeinschaften  unterwegs war, durch einen Riesen- stau kämpfen und kam nicht, wie geplant, gemeinsam am Treffpunkt in Dresden-Pieschen an. Pfarrer Posielek und Gemeindereferentin Rebekka-Chiara Hengge, mit der er schon in Nürnberg zusammengearbeitet hat, warteten dennoch geduldig, bis das letzte Team eingetroffen war.

Was in Eichstätt Pastoralraum genannt wird, heißt in Dresden- Meißen Verantwortungsgemeinschaft. 33 davon wurden 2015 im Rahmen eines diözesanweiten pastoralen Erkundungsprozesses gebildet. Pfarrer Posielek und rund ein Dutzend weitere hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die drei Pfarreien St. Josef, St. Franziskus Xaverius und  St. Hubertus zuständig. Das bedeutet weite Wegstrecken durch die Stadt, immer rechts der Elbe lang. Die alte Garnisonskirche mit bewegter Vergangenheit ist ebenso ein Kirchort wie die moderne Kapelle des Dresdner Flughafens. 175.000 Menschen leben auf dem Gebiet der drei Pfarrgemeinden, aus denen langfristig eine einzige werden soll. „Nach dem Konzept wäre Ingolstadt eine einzige Pfarrei“, überlegt der Eichstätter Domkapitular und geistliche Beirat des Sachausschusses pastorale Entwicklung, Alfred Rottler, der ebenfalls mit von der Partie war.

„Kirche findet Stad(t)t“ lautete das Motto der Begegnungen und Besuche. Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch des pastoralen Projekts „Bunte Kirche Neustadt“ im quirligen Szene- und Kneipenviertel der Dresdener Neustadt. Mit einer weiteren Gemeindereferentin und einer Sozialpädagogin betreut Hengge die „Bunte Kirche“. In den Räumen eines ehemaligen Copy-Shops finden religionslose, kirchenferne und suchende Menschen eine niederschwellige Möglichkeit Kirche zu erleben. Abendmeditationen werden dort ebenso angeboten, wie Austauschrunden für die Eltern Neugeborener oder Bastel- und Handarbeitsnachmittage für Leute, denen daheim die Decke auf den Kopf fällt.

Susanne Holzner, Vorsitzende des Sachausschusses pastorale Entwicklung, hat beim Besuch im Partnerbistum besonders „das hohe Maß an Partizipation der Einzelnen“ beeindruckt: „Am ersten Abend nahmen wir an einem Wortgottesdienst teil, der rein von Laien gestaltet und getragen wurde“. Dies sei mit großer Selbstverständlichkeit geschehen. Es habe keiner großen Vorbesprechungen bedurft, jeder habe gewusst, welchen Part er übernimmt: „Da können wir noch viel lernen“. Zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen herrsche ein partnerschaftlicher Umgang, „einfach ein Miteinander“.

Sonntags nahm die Eichstätter Gruppe an einer Heiligen Messe in St. Franziskus Xaverius teil, bei der ein Kind getauft wurde. Rottler bemerkte bei diesem Gottesdienst, „dass längst nicht nur Ältere dabei waren“ und „dass der Zusammenhalt innerhalb der Kerngemeinde sehr stark war“.  „Lebendige Pfarreien gibt es natürlich auch bei uns, meint Rottler, „aber dort, in der starken Diaspora, so etwas zu erleben, das ermutigt. Erhobenen Hauptes gestalten sie dort Kirche.“     

Gabi Gess, Kirchenzeitung Nr. 48 vom 26.11.2017

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 51 vom 17.12.2017

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