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02.03.2018

Letzter Halt an der roten Ampel

Studientag über Lebensqualität in Zeiten des Klimawandels / Club of Rome-Bericht im Mittelpunkt

 

Wir sollten darauf vertrauen, dass die Taube des Geistes Gottes einen Landeplatz finden wird“, sagte Josef Mayer beim Studientag in Eichstätt zum neuen Bericht des Club of Rome. Auf Einladung des Referats Schöpfung und Klimaschutz der Diözese Eichstätt und des Landesbildungswerks der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Bayern predigte Landvolkpräses Mayer bei einer Vesper, mit der das umfangreiche Tagesprogramm im Priesterseminar endete.

Podiumsdiskussion im Priesterseminar mit (v. l.) Moderator Michael Heberling, Bischof Gregor Maria Hanke, Dr. Christian Magerl, Andreas Huber und Dr. Rüdiger Recknagel. Foto: pde/Staudt

Nachhaltig handeln

Mayer, der die Erzählung von der von Noach ausgeschickten Taube, die zweimal erfolglos zu ihm zurückkehrt, aufgriff, machte den Zuhörern Mut. Mit Blick auf Klimawandel, Krisen und Kriege in der Welt gebe es dennoch Hoffnung auf Haltepunkte. Dazu sei es aber notwendig, „in meinem je eigenen Ort, in meinen ganz konkreten Lebensverhältnissen“ etwas zu ändern. Dabei zähle das gute Beispiel, schloss Mayer bei der Vesper in der Kreuzkapelle.

Bischof Gregor Maria Hanke hatte in seinem Vortrag am Nachmittag deutlich gemacht: Der Einsatz für den Klimaschutz ist das Gebot der Stunde. Es sei aus ethischer Sicht zwingend notwendig, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Nachhaltigkeit sei das Leitbild für politisches, wirtschaftliches und ökologisches Handeln. Das bedeute, dass künftige Generationen, nicht schlechter gestellt werden dürften als die derzeit lebende Generation. Die ethische Notwendigkeit nachhaltigen Handelns ergebe sich – neben den zwingenden Fakten der Wissenschaft – „auch aus dem Schöpfungsauftrag: Die Welt als gottgewollte Gemeinschaft von Mensch und Natur“, sagte der Bischof vor rund 100 Zuhörern.

Andreas Huber hatte den Studientag am Morgen eröffnet. Der Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft des Club of Rome stellte den Bericht „Wir sind dran: Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen“ vor. Die darin  beschriebene Problemstellung skizzierte er dabei so: „Es ist unmöglich, allen Menschen der Erde den gleichen Lebensstil zu sichern. Die Menschen verbrauchen heute etwa das anderthalbfache dessen, was die Erde verkraftet. Die CO2-Emissionen von heute werden dabei erst in etwa 20 Jahren wirksam.“ Es gelte „jetzt auf die Bremse treten, um an der roten Ampel halten zu können“. Der Bericht des Club of Rome fordere vor allem „eine neue Aufklärung für eine volle Welt“. Dazu sei ein breiter  Dialog notwendig, in den Huber auch den Kirchen eine wichtige Rolle zusprach. Es brauche eine andere Art der Kooperation, die auf die Werte Demut, Toleranz, Achtsamkeit und Mitgefühl setze. In der Volkswirtschaft sei ein Systemwechsel notwendig. Es dürfe nicht mehr heißen „‚profit from planet‘ sondern ‚profit and planet‘ (= Profit von der Erde / Profit und Erde)“.

Den Dialog suchen

In vier Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer des Studientags mit den Themen „Land- und Ernährungswirtschaft“ (siehe auch eigener Beitrag), „Energie“, „Mobilität und Verkehr“ und „Stadtentwicklung und Wohnen“. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand eine von Michael Heberling, Redaktionsleiter der Kirchenzeitung, moderierte Podiumsdiskussion. Neben Hanke und Huber nahmen daran teil der Vorsitzende des Umweltausschusses im bayerischen Landtag, Dr. Christian Magerl (Grüne), und der Leiter Umweltschutz der Audi AG, Dr. Rüdiger Recknagel.

Veranstalterin Lisa Amon vom Referat Schöpfung und Klimaschutz des Bistums sah „erstaunliche Übereinstimmungen“  zwischen allen Teilnehmern des Podiums. Es sei gelungen, den Dialog anzustoßen, sich auf den Weg zu machen und zu handeln, „ganz im Sinne des Club of Rome- Berichts ‚Wir sind dran‘“.                                    

vb/pde/af, Kirchenzeitung Nr. 9 vom 4. März 2018

 

Beitrag als pdf

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 38 vom 23.09.2018

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