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17.11.2017

Liebe verschenken – wie gelingt das?

Dritte Internationale Tagung zur „Theologie des Leibes“ an der Katholischen Universität in Eichstätt

 

Kann man so lieben?“ Fast wie ein Romantitel klingt diese Frage, die an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) drei Tage lang Wissenschaftler und Fachleute beschäftigte.

Interessierte Zuhörer: Die Bischöfe (v. l.) Gregor Maria Hanke, Rudolf Voderholzer aus Regensburg und Stefan Oster aus Passau. pde-Foto: Johannes Heim

Nach 2011 und 2014 fand am zweiten  November-Wochenende in Eichstätt  die dritte internationale Tagung zu der von Papst Johannes Paul II.  formulierten „Theologie des  Leibes“ statt. Veranstalter waren der Lehrstuhl für Sozialpädagogik an der KU und der Verein „Knotenpunkt – Begegnung verbindet“. Die Resonanz habe alle Erwartungen übertroffen, zogen die Gastgeber am Ende Bilanz: Mehr als 400 Interessierte fühlten sich vom Motto der Veranstaltung  angesprochen.

„Ist menschliche Liebe denn  fähig, ein volles Menschenleben zu dauern?“ Diese bange Frage stellt eine junge Frau in einem Theaterstück, das Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II.,  in jungen Jahren schrieb. Niemandem von uns seien solch zwiespältige Gedanken fremd, hieß es jetzt im Programm zur Tagung. „Wir finden das tiefe Verlangen in uns vor, bejaht zu sein in unserer  Einzigartigkeit, angenommen zu sein in Treue und ohne Bedingungen (...). Aber aus uns heraus sind wir zu schwach, um unbedingte Liebe schenken zu können.“

Was hilft dem Einzelnen, dem Paar und der Familie? Antworten  auf diese Fragen erfolgten nicht nur aus wissenschaftlicher,  sondern auch aus persönlicher Sicht. So beschrieben ein jüngeres  und ein älteres Ehepaar ihren  gemeinsamen Weg.

Die Eröffnungsrede zur Tagung hielt Professor Antonio Lopez, Kanzler und Dekan des John  Paul II Institute in Washington. Vom Familienzentrum Centro Raices in Madrid waren Dr. Teresa Suarez del Villar und Dr. Carmela  Baeza angereist, aus Dresden die Philosophin Prof. Dr. Hanna- Barbara Gerl-Falkowitz. Sie sprach ebenso wie der Mailänder Professor Wael Farouq über das Spannungsfeld von Mann und Frau. Über die „Theologie des Leibes“ referierte unter anderem Dr. Hanns-Gregor Nissing (siehe Kasten unten). Für die Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene gab es unter  anderem einen Vortrag mit dem Kölner Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp. Ein theologisches Forum, geleitet von den Eichstätter Professoren Dr. Martin Kirschner und DDr. Janusz Surzukiewicz, befasste sich mit der  Enzyklika „Amoris laetitia“.  Weitere Veranstaltungen drehten sich um die muslimische Ehe und das interkulturelle Zusammenleben.

So emotional wie der Titel der Tagung klang auch der Liederabend im Rahmenprogramm: „In Deine Augen verliebte ich mich.“ gg/vb

Zum Thema

Wojtylas Gedankengänge ins Deutsche übersetzt

Betrachtungen über das Wesen des Menschen“ lautet der  Titel eines Buches von Karol  Wojtyla, dem inzwischen heilig- gesprochenen Papst Johannes  Paul II.. Dr. Hanns-Gregor  Nissing vom Geistlichen Zentrum der Malteser im nordrhein-westfälischen Ehreshoven hat das Werk ins Deutsche übersetzt und bei der Internationalen Tagung zur Theologie des Leibes vorgestellt. Das Bistum Eichstätt  hat die Veröffentlichung unterstützt.

Die Betrachtungen Wojtylas gehen zurück auf Vorträge, die er Ende der 1940er-Jahre als Kaplan in der Krakauer Pfarrei St. Florian vor Studentinnen und Studenten hielt, um ihnen Antworten nach Sinn und Richtung des menschlichen Lebens zu geben. „Papst Johannes Paul II. hat uns mit seiner Theologie des Leibes wichtige Grundlagen zum Verständnis des christlichen Menschenbildes gegeben“, sagte Bischof Hanke bei der Buchvorstellung. Seine Reflexionen seien nicht nur einer großartigen Intellektualität geschuldet, sondern stammten „aus einem betenden Herzen“. Er wünsche sich, „dass dieses Buch eine gute Aufnahme findet, sowohl für das persönliche geistliche Leben wie auch für unser Miteinander in der Pastoral und in den vielfältigen Diskussionen, denen wir uns als Frauen und Männer der Kirche nicht entziehen sollten“.

Das Buch ist erschienen im Pneuma Verlag München, ISBN: 978-3-942013-41-3 und kostet 14,95 Euro.

gg/vb, Kirchenzeitung Nr. 47 vom 19. November 2017

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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 51 vom 17.12.2017

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