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19.05.2017

Mit dem Kirchenchor zur Patrona

Pilgergruppen aus dem Bistum in München: Wenig sehen, lang stehen – und doch begeistert sein.

„Letztes Jahr in Eichstätt hatte es mir total gut gefallen“, begründet Gertrud Mitzka aus Büchenbach, warum sie auch in München bei der Wallfahrt Patrona Bavariae dabei sein wollte. Damit spricht die Pfarrgemeinderätin der Schwabacher Pfarrei St. Sebald vielen Pilgern aus dem Herzen.

Pfarrangehörige aus Pfraunfeld und Raitenbuch nahmen an der Wallfahrt zur Patrona Bavariae teil. Foto: Benini

Mitzka hatte sich als normale Mitfahrerin in ihrem zuständigen Dekanatsbüro angemeldet und wurde dann gleich auch als Busbegleiterin engagiert. Sie teilte Pilgerschals und -hefte aus, kassierte das Fahrtgeld und gab allen Pilgern kleine Zettel mit ihrer Handynummer auf den Weg. In der Münchner Innenstadt habe sie jemand gefragt, „was das für ne Demo ist, bei der alle blaue Schals tragen“, erzählt sie lachend. Natürlich gab sie sofort Auskunft, was es mit der Patrona Bavariae auf sich hat. Der Marienplatz habe die Menschenmenge beim Abschlussgottesdienst fast nicht gefasst, berichtet Mitzka, die mitten einem Pulk stand. „Ich bin nicht sehr groß und habʼ schlichtweg nix gesehen. Und vor der Großleinwand standen die Fahnenabordnungen.“

Schlechte Sicht

Wie die Ordner diese platziert hatten, missfiel auch Luise Brandl aus Buchdorf. Aber eine brasilianischstämmige Münchner Pilgerin, mit der sie und ihre Gruppe kurz zuvor Bekanntschaft gemacht hatten, besänftigte sie mit den Worten: „Auch wenn Du nichts siehst, mit dem Herzen fühlst Du es.“ Brandl hatte für ihren Buchdorfer Kirchenchor einen eigenen Bus nach München organisiert. „Das war heuer zugleich unser Chorausflug.“ Und weil Brandl sich auch in der Schönstattbewegung engagiert, ging die Fahrt zunächst nach Ingolstadt, wo die 30-köpfige Gruppe das Gnadenbild der Dreimal Wunderbaren Mutter besuchte.

Nach der Ankunft in München ging es unter anderem in die Theatinerkirche und ans Grab von Pater Rupert Mayer in der Bürgersaalkirche. In der Jesuitenkirche trafen die Buchdorfer auf Hunderte von Ministranten aus ganz Bayern, ehe sie sich dem „wirklich beeindruckenden“ Eichstätter Prozessionszug anschlossen.

Als einzige Diözese hatten die Eichstätter zwei eigene Musikkapellen engagiert, die in einem extra „Musikantenbus“ anreisten. Die Möckenloher Jugendblaskapelle war mit 25 jungen Leuten vertreten, die Schuttertaler Musikanten aus Nassenfels mit 23 Aktiven. „Wir spielen zwar das ganze Jahr über auf vielen Gottesdiensten, aber das hier war schon ein besonderes Erlebnis“, fand Josef Hollinger, Klarinettist und stellvertretender Dirigent bei den Schuttertalern.

Um zehn Uhr waren insgesamt 13 Kapellen auf dem Marienplatz zur Stellprobe angerückt, danach war Gottesdienst-Generalprobe für die Fernsehübertragung. „Während dieser Phase gab’s einen Riesenwolkenbruch“, erzählt Hollinger. Aber von da an präsentierte sich der Himmel, wie es sich gehörte, in Weißblau. In der ehemaligen Karmeliterkirche wurden die 300 Musikanten verköstigt, ehe sie die Pilgergruppen aus allen bayerischen Diözesen auf ihrer jeweiligen Prozession zum Marienplatz begleiteten. Während bei den anderen Gruppen Marschmusik erklang, „haben wir Eichstätter auch Muttergotteslieder und Prozessionsmärsche gespielt“, erzählt Hollinger.

Nur Stehplätze

Schlossen sich die meisten Pfarreien den Dekanatsbussen an, so planten einige ihre eigene Busfahrt. Die Pfraunfelder und Raitenbucher etwa, die letztes Jahr schon gemeinsam zur Patrona-Wallfahrt nach Eichstätt angereist waren, organisierten wieder einen separaten Bus. „Das hatten wir uns letztes Jahr als gemeinsamen Start in unseren pastoralen Raum überlegt“, erzählt Pfarrer Marco Benini aus Pfraunfeld. „Mit 50 Leuten ist unser Bus komplett vollgeworden“, freut er sich.

Schon im Vorfeld war bekannt geworden, dass es beim Gottesdienst am Marienplatz nur Stehplätze gebe. Weil dies viele ältere Leute abschreckte, boten die Solnhofener Malteser einen besonderen
Service an: Sie fuhren mit zwei Kleinbussen nach München und nahmen gezielt Passagiere mit, die sich die Fahrt alleine nicht mehr zugetraut hätten und in einer normalen Pilgergruppe wohl den Anschluss verloren hätten. „Bereits letztes Jahr haben wir den Fahrdienst bei der Wallfahrt nach Eichstätt gemacht“, berichtet Ortsbeauftragter Gerhard Börner. Und wie vor Jahresfrist „war es auch heuer ein tolles Erlebnis“.

Gabi Gess, Kirchenzeitung Nr. 21 vom 21. Mai 2017

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