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26.07.2019

Noch viele Ideen für das Gebetsnetz In diesen Tagen heißt es in der Diözese zum 100. Mal „beten.gottnah.bistumsweit“

Dass sie im Gottesdienst eingeladen sind, für ihren Papst Franziskus und für ihren Diözesan-bischof Gregor Maria zu beten, das sind die Gläubigen im Bistum Eichstätt gewohnt. Dass ihr kollektives Gebet aber nicht minder denjenigen guttut, die beispielsweise im Winter Schnee vor der Kirche schippen oder das Gotteshaus sauber halten, diesen Gedanken möchte die Initiative „beten.gottnah.bistumsweit“ fördern. Jede Woche sind die Menschen in der Diözese aufgerufen, für eine bestimmte Zielgruppe zu beten. Mal für Kommunionkinder oder glückliche Brautpaare, mal für Schwerkranke auf einer Palliativstation. Seit dem Start vor knapp zwei Jahren haben die Initiatoren eine Vielzahl von Anliegen präsentiert. In diesen Tagen wird die 100. Gebetsbitte veröffentlicht.

Bitte mitmachen:  Die Gebets-Anregung der Woche ist in jeder Ausgabe der Kirchenzeitung auf S. 17 zu finden.

Bitte mitmachen: Die Gebets-Anregung der Woche ist in jeder Ausgabe der Kirchenzeitung auf S. 17 zu finden. Ebenso ist sie auf der Homepage des Bistums (www.bistum-eichstaett.de) nachzulesen. Interessenten können sie sich auch direkt aufs Handy senden lassen oder als E-Mail empfangen. Foto: pde/Klein

Die Inititiative „beten.gottnah.bistumsweit“ gehört zu den Früchten der Arbeitsgruppe „Geistliches Leben“, in der sich über mehrere Jahre Vertreterinnen und Vertreter von Exerzitienreferat, Ordensreferat und geistlichen Gemeinschaften austauschten. Grundidee sei es gewesen, sich solidarisch zu zeigen mit Menschen in ganz konkreten Lebenssituationen, die innerhalb des Bistums Eichstätt leben, erläutert Dr. Michael Kleinert, der Leiter des Exerzitienreferats. In der Ankündigung des Projekts hieß es: „Wir träumen von einem Netzwerk von Beterinnen und Betern: Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen, denen es nicht egal ist, wie es um unser Bistum steht und wie es den Menschen in unserem Bistum geht.“ Es gebe „zwischen Ingolstadt und Nürnberg, Wemding und Velburg viele Menschen, die unser Gebet brauchen“.

„Beten macht Sinn“

Das Projekt, meint Ordensreferentin Schwester Bernadette Gevich, mache nicht nur Sinn, weil es das Zusammengehörigkeitsgefühl stärke, sondern weil, ganz generell, „Beten immer Sinn macht“. Unter der Vielzahl an Gebetsbitten gefallen ihr diejenigen am besten, in denen es um Personengruppen geht, „an die man sonst nicht gleich denkt, die im Hintergrund sind“, die aber wichtig seien und nicht weniger der Stärkung bedürften, als diejenigen, die stets im Rampenlicht stehen. Schwester Elisabeth Hartwig, die in der Vorbereitungsgruppe vor knapp einem Jahr den Platz der früheren Ordensreferentin Cornelia Böhm eingenommen hat, begeistert besonders die Vielfalt der Gebetsanliegen, die Woche für Woche vor Gott getragen werden. Ihre eigenen Ideen entstehen oft beim Lesen der Kirchenzeitung oder der Tageszeitung. Aber auch ihre Arbeit als Religionslehrerin ist für die Eichstätter Benediktinerin eine Inspirationsquelle.

Viele Vorschläge

Zu den Treffen des Teams, die etwa dreimal jährlich stattfinden, „kommt jeder schon mit einem Bündel an Vorschlägen“, erzählt Kleinert. Darüber hinaus fließen aber auch immer wieder Rückmeldungen von außen in die Formulierung neuer Gebetsbitten ein. „Ganz aktuell etwa haben sich vor einigen Wochen die Diözesanverantwortlichen der Pfadfinder gemeldet“, berichtet Kleinert. Die jungen Leute planen in der ersten Ferienwoche ein großes Zeltlager und würden ihre Abenteuer gerne mit Gebetsbeistand erleben. „Das machen wir natürlich gern“, meint Kleinert. Ebenso wurde die Anregung aufgegriffen, durchs Gebet auf den Welt-Down-Syndrom-Tag aufmerksam zu machen. Als Kleinert einmal im Gottesdienst die Fürbitte der Woche vortrug, die besonders die Schüler im Abiturstress ins Gebet einschloss, da sprach ihn anschließend ein Ministrant in der Sakristei an: „Betet Ihr auch mal für diejenigen, die den Realschulabschluss machen?“ Bitten von außen bekämen in der Regel den Vorzug, erläutert Kleinert. 

Direkt aufs Handy

Nicht nur Gottesdienste oder Treffen von Gebetskreisen seien der richtige Ort für die wöchentlichen Fürbitten, hieß es bei der Einführung. Beten sei überall möglich, an der roten Ampel ebenso wie auf der Parkbank. Deshalb können sich neben den Pfarrbüros auch private Interessenten auf die Liste der E-Mail-Empfänger setzen lassen. Beim Versand der elektronischen Nachrichten wechseln sich die drei Teammitglieder ab. Unterstützt werden sie dabei vom Freystädter Franziskanerpater Bartimäus Trabecki. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, sich die Gebetsvorschläge per WhatsApp auf sein Smartphone schicken zu lassen. Rund 100 Beterinnen und Beter nutzen diesen Service, berichtet Kleinert. Und es soll weitergehen: Auch nach 100 Gebetsbitten seien die Ideen noch längst nicht ausgegangen, freut sich der Geistliche. Als offenes Projekt sei „beten.gottnah.bistumsweit“ nicht zeitlich begrenzt.

Bei genauem Hinschauen findet sich das Logo der Initiative auch auf so manchem Pfarrbrief, zum Beispiel in der Pfarrei Herrieden.  Mit den Vorschlägen „gehen wir kreativ um“, sagt Pfarrer Peter Hauf. Wenn etwa das Gebet für die Kranken im Klinikum Ingolstadt angeregt werde, wandle man die Fürbitte ab, „weil unsere Leute halt in Ansbach im Krankenhaus liegen“. Generell aber seien die Vorschläge „ein Ansporn, zu überlegen, was vor Ort gerade ansteht.“ Und sie seien allemal lebensnaher als „altbackene, schmalzige“ Fürbitten aus Büchern. 

Gabi Gess


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 32/33 vom 11. und 18. August 2019

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