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17.02.2021

Söhne des heiligsten Herzens 100 Jahre Comboni-Missionare in Deutschland - Ab 1953 in Neumar

In diesem Februar sind es 100 Jahre, dass der junge Orden der Comboni-Missionare in Deutschland seine erste Niederlassung eröffnete: das Missionshaus Josefstal. In Schrezheim bei Ellwangen, das zur Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört, bildeten zwei Patres und ein Bruder damals in einer ehemaligen Mühle eine Hausgemeinschaft. Im Jubiläumsjahr erinnert der Orden mit einem Flyer und Beiträgen auf seiner Homepage und mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit an seine Anfänge in Deutschland.

Josefstal war vor genau 100 Jahren die erste Gründung der Comboni-Missionare in Deutschland.

Josefstal war vor genau 100 Jahren die erste Gründung der Comboni-Missionare in Deutschland. Pater Hubert Grabmann, Provinzial der Comboni-Missionare, ist einer von sieben aus dem Bistum Eichstätt stammenden, noch aktiven Missionare des Ordens. Foto: Schwenk, or

Bis zur Gründung bei Ellwangen war das Zentrum für deutschsprachige Ordensmitglieder in Brixen.

 

Getrennt und Geeint

Der Orden der Comboni-Missionare wurde 1867 von dem italienischen Priester und späteren Bischof von Khartum im Sudan, Daniele Comboni (1831-81), gegründet. Fünf Jahre zuvor hatte er zunächst die Gemeinschaft der Comboni-Missionsschwestern ins Leben gerufen. Nach seinem Tod wurde das Missionsinstitut zur Kongregation, die nach dem Ersten Weltkrieg geteilt und 1975 wieder geeint wurde. 

Generaloberer des Ordens mit Sitz in Rom ist Pater Tesfaye Tadesse. Die Kongregation gliedert sich in 31 Provinzen und sogenannte Delegationen. Die deutschsprachige Provinz der „Kongregation der Comboni-Missionare vom Herzen Jesu“ MCCJ – so der komplette Name – wurde 1979 errichtet. Sie umfasst acht Niederlassungen, fünf in Deutschland, zwei in Österreich und eine in Südtirol.

 

Christentum im Sudan

Im Todesjahr Combonis 1881 waren es gerade einmal 18 Missionare, die er zusammengeführt hatte. Heute arbeiten mehr als 1.500 Missionare in über 40 Ländern der Welt daran, die Idee ihres Gründers umzusetzen. Er war angetreten, gegen die Sklaverei zu kämpfen. Sein Orden kämpft diesen Kampf gegen Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeit weiter. 

Combonis Beitrag ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Geschichte der römisch-katholischen Kirche im Sudan. Das Christentum ist im damaligen Nubien bereits im 5. Jahrhundert nachweisbar, der Islam drängte es allerdings zurück. Mit dem 19. Jahrhundert begann die Missionierungsgeschichte der Region. Comboni gab die wesentlichen Impulse dafür, er entsandte nicht nur seine Missionarinnen und Misionare in das nordostafrikanische Land, er war ab 1877 auch erster Apostolischer Vikar für das  Missionsgebiet. 

Nach der ersten deutschen Gründung Josefstal am Lichtmesstag 1921 folgten Häuser in den Diözesen München, Augsburg und Bamberg. Im Bistum Eichstätt wurde 1953 in Neumarkt das Missionsseminar St. Paulus eröffnet. Bis zu seiner Schließung 1990 wurde dort „vielen Kindern aus den Orten in der Umgebung gymnasiale Bildung und christliche Erziehung zuteil“, wie der Provinzial Pater Hubert Grabmann, gebürtiger Holnsteiner (Pfarrverband Berching) und selbst Schüler des Missionsseminars, berichtet. Über 20 Combonis stammen aus dem Bistum Eichstätt und waren in den letzten Jahrzehnten weltweit tätig. Zur Zeit sind noch sieben Mitbrüder aktiv, vier in der Mission und drei in Deutschland.

Michael Heberling

 

Offizielle Feierlichkeiten konnten coronabedingt nicht stattfinden. Am Herz Jesu-Fest (11.-13.Juni), das für die Comboni-Missionare – die „Söhne des heiligsten Herzens“, wie sie einmal bezeichnet wurden – eine besondere Bedeutung hat, will man das nachholen. Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Ordens unter www.comboni.de

 


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 10 vom 7. März.2021

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