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03.07.2020

Treuer Begleiter seit der Priesterweihe Willibaldstatue mit Reliquie steht im Besprechungszimmer von Domkapitular Michael Wohner

Es war ein ganz besonderes Geschenk, das Michael Wohner zu seiner Priesterweihe im Jahr 2008 erhielt – und zugleich eine Art Familienzusammenführung: Sein Cousin, der Holzbildhauer Norbert Tuffek, fertigte ihm eine Holzstatue des heiligen Willibald, an deren Unterseite eine Reliquie des Bistumsgründers eingearbeitet ist. Diese hatte Wohner, heute Domkapitular und Leiter des Eichstätter Priesterseminars, einige Jahre zuvor aus dem Nachlass seines Onkels Ludwig Langwieser (1926-2003) erhalten.

Foto: Buchner

„Aus den Knochen des heiligen Willibald von Eichstätt“ (ex oss. S. Willibaldi E.) steht am Gefäß mit der Reliquie. Domkapitular Michael Wohner bewahrt sie in einer Statue des Bistumsgründers auf, die ihm sein Cousin Norbert Tuffek schnitzte. Foto: Buchner

„Häusliche Größe“

Die Sitzfigur, die passend zur Willibaldswoche auch auf dem KiZ-Titelblatt zu sehen ist, ist eine verkleinerte Replik des berühmten Renaissancewerks von Loy Hering, das seit dem 18. Jahrhundert in das Willibald-Grabmal aus der Rokokozeit im Eichstätter Dom integriert ist. Tuffek hat sich für eine „häusliche Größe“ entschieden“, wie er im Gespräch mit der Kirchenzeitung berichtet. Rund 40 Zentimeter hoch ist die Statue, durchaus handlich im Vergleich zu Herings überlebensgroßer Figur im Dom.

Wie aber kam es überhaupt zur Entstehung des Lindenholz-Willibald? Die Geschichte, die Wohner der KiZ schildert, beginnt mit Ludwig Langwieser: Priester wie sein Neffe, wirkte er über viele Jahrzehnte in Eichstätt, war unter anderem für die bischöfliche Weltkirche-Abteilung zuständig, für die Kirchenstiftungen und für die geistliche Begleitung der Pfarrhausfrauen. Seinen eigenen Haushalt führte seine Schwester, Michael Wohners Tante. Nach dem Tode Langwiesers im Jahr 2003 übergab sie dem Neffen eine Reihe von Gegenständen aus dem Nachlass, darunter auch die Reliquie, die Wohner zu Lebzeiten bei seinem Onkel nicht aufgefallen war. Der Knochenpartikel Willibalds wurde vermutlich bei der letzten Visitation der Reliquien 1994 entnommen, die vom damaligen Bischof Karl Braun zur 1.250-Jahrfeier der Diözese veranlasst wurde.

Als nun einige Zeit später Wohners Priesterweihe anstand und sein Cousin Tuffek ihn nach einem passenden Geschenk fragte, sagte er: „Ich habe ja die Willibaldsreliquie. Es wäre schön, eine Fassung dazu zu haben – oder etwas, um sie zur Geltung zu bringen.“ Wohners Wunsch war Tuffeks Inspiration, die Statue entstand und wurde zum Geschenk der ganzen Familie erklärt. Der Künstler, der in Wendelstein auch als Kirchenpfleger tätig ist, hat damals nur für das Schnitzen drei bis vier Wochen gebraucht: „Aber von der ersten Idee bis zur Verwirklichung musste das schon ein bisschen gären.“

Die Figur des Bistumsgründers samt Reliquie sah Wohner dann zum ersten Mal bei seiner Primizfeier – und war begeistert über die einzigartige Gabe. „Sein“ Willibald begleitet ihn durch die seitherigen beruflichen Stationen, ehe das Werk im Jahr 2016, als Wohner Regens in Eichstätt wurde, im Besprechungszimmer des Priesterseminars seinen Platz fand.

Bernd Buchner


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 43 vom 25.10.2020

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