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08.11.2019

Von Synodalem Weg bis Klimaschutz „Wie werden wir als Teil der Kirche wahrgenommen?“ fragen sich Ordensobere in Eichstätt

Welche Erwartungen haben wir an die Zusammenarbeit mit der Diözese? Wo und wie können wir uns noch intensiver einbringen? Was bewegt uns gerade? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Treffens zwischen dem Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und den höheren Oberinnen und Oberen der in der Diözese ansässigen Klöster und Konvente.

Foto: Gess

Von 14 Ordensgemeinschaften, die im Bistum Eichstätt vertreten sind, waren höhere Oberinnen und Obere gekommen, um mit Bischof Gregor Maria Hanke in Dialog zu treten. Eingeladen hatte das diözesane Ordensreferat mit Schwester Bernadette Gevich (3. v. r.) und Pfarrer Tobias Göttle (hinten, M.). Foto: Gess

Ordensreferentin Schwester Bernadette Gevich, selbst Mitglied der Generalleitung der Dillinger Franziskanerinnen, hatte erstmals zum Austausch nach Eichstätt eingeladen. 21 Ordensgemeinschaften und Säkularinstitute sind im Bistum vertreten. 14 von ihnen folgten Gevichs Einladung. 

Ideen und Pläne

In den Marquardussaal des Bischöflichen Ordinariats war die Äbtissin von St. Walburg Eichstätt, Mutter Hildegard Dubnick, ebenso gekommen wie der Plankstettener Benediktinerabt Beda M. Sonnenberg. Der Provinzial der Süddeutsch-Österreichischen Provinz der Herz-Jesu-Missionare, Pater Andreas Steiner, berichtete: „Wir haben hier in der Diözese drei Mitbrüder, darunter auch den Generalvikar Pater Michael Huber.“ Schwester Gerda Friedel, Provinzoberin der Dillinger Franziskanerinnen, verwies auf die drei Konvente Absberg, Lauterhofen und Zell, wo sie selbst 14 Jahre gewirkt hat. Neben Friedel nahm auch Generaloberin Roswitha Heinrich am Treffen teil. Aus München war die neue Regionalleiterin der Missionarinnen Christi, Schwester Anita Leipold, gekommen. Die Schwestern von der Schmerzhaften Mutter mit Sitz in Abenberg waren durch ihre Regionaloberin Schwester Renate Schleer vertreten. Von einem Abstecher nach Ingolstadt, wo die Kapuziner das ehemalige Franziskanerkloster übernommen haben, kam Bruder Helmut Rakowski, Provinzvikar der Kapuziner in München. „Wir haben nur noch ein Haus im Bistum, in Dietfurt“, berichtete Bruder Cornelius Bohl, Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz, der Runde, in der sich auch der seit einem Jahr amtierende Bischöfliche Beauftragten für die Orden, Säkularinstitute und geistlichen Bewegungen im Bistum, Tobias Göttle, vorstellte.

Schwester Bernadette berichtete vom Versuch, die Ordensleute in der Diözese zu vernetzen, verwies auf die Initiative „beten. gottnah. bistumsweit“ in Zusammenarbeit mit dem diözesanen Exerzitienreferat und berichtete auch von neuen Plänen: So präsentierten sich sieben Ordensgemeinschaften aus dem Bistum auf Anregung der Diözese im nächsten Jahr bei der Landesgartenschau in Ingolstadt. Aktuell sei das Ordensreferat im Gespräch mit der diözesanen Schulabteilung. „Im Rahmen des Religionsunterrichts würden wir gerne einen Tag im Kloster anbieten“, informierte Gevich. Als Ort könne sie sich die Schule für Hörbehinderte von Regens Wagner Zell ebenso vorstellen wie die Backstube von Bruder Bonifaz Holzmann in Plankstetten.

Fragen an den Bischof Göttle berichtete von seiner Einladung an die Jugendseelsorger der Diözese, mit jungen Leuten Ordensgemeinschaften zu besuchen. Aber auch ernüchternde Erfahrungen wurden in der Runde laut: Eine Heimaturlauberin, deutlich als Ordensfrau erkennbar, habe an einem Gottesdienst teilgenommen. In Bezug zum Herz-Jesu-Freitag habe der junge Geistliche ausführlich über Priesterberufungen gesprochen, aber kein einziges Wort über Ordensberufungen verloren.

Zahlreiche Fragen formulierten die Ordensleute an Bischof Hanke: Wie sehen die ersten Schritte für den Synodalen Weg im Bistum aus und wie weit sind Ordensgemeinschaften darin involviert? Werden wir in diesem Prozess überhaupt noch als Teil der Kirche wahrgenommen? Wie kommen wir in Sachen Umwelt- und Klimaschutz im Plan der Diözese vor?

In Sachen Synodaler Weg sei noch vieles offen, stellte der Bischof fest. Da Ordensleute bisher bei den Foren nur in sehr geringer Anzahl vertreten sind, ging es im Gespräch auch darum, wo man dies rückmelden und um Beteiligung bitten könne. Was Umweltthemen angeht, sei das Bistum Eichstätt, ebenso wie die Ordensgemeinschaften, gut aufgestellt, lobte Hanke. Aus dem Plenum kam der Vorschlag, dass man dabei einen guten Bogen zur Berufungspastoral schlagen könnte und junge Leute nicht nur zu Essen und Anbetung einladen, sondern auch zu konkreten Aktionen.

Am Ende des Treffens bedankte sich der Bischof bei allen Ordensleuten für ihren Dienst und spendete im Rahmen des von Schwester Bernadette vorbereiteten gemeinsamen Gebets den Segen. 

Gabi Gess


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 47 vom 24. November 2019

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