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06.03.2020

„Wir haben einen Freund verloren“ Valerian D’Souza, Altbischof der Eichstätter Partnerdiözese Poona, ist gestorben

Valerian D’Souza, der emeritierte Bischof der Eichstätter Partnerdiözese Poona in Indien, ist am Dienstag, 25. Februar, im Alter von 86 Jahren gestorben.

 

„Mit Bischof D’Souza ist ein großer Brückenbauer zwischen dem kleinen bayerischen Eichstätt und dem indischen Poona von uns gegangen. Er war ein wahrer Freund unserer Diözese und auch im Ruhestand ein immer gern gesehener Gast im Bischofshaus“, würdigte Bischof Gregor Maria Hanke seinen Amtsbruder.

Der singende Bischof mit der Gitarre

Der singende Bischof mit der Gitarre – so war Bischof Valerian D’Souza nicht nur im Bistum Eichstätt bekannt. Foto: pde/Staud

„Gerne erinnere ich mich an seine Freundlichkeit, sein Lachen und seine tiefe Frömmigkeit, mit der er den Menschen die Botschaft Jesu Christi nahebrachte und der Bistumspartnerschaft einen großen Dienst erwiesen hat.“

 

Zweite Heimat Eichstätt 

Valerian D’Souza wurde am 3. Oktober 1933 geboren, er studierte in Eichstätt und Frank- furt/St. Georgen Theologie und empfing am 29. Juni 1961 im Eichstätter Dom die Priesterweihe durch Bischof Joseph Schröffer. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatbistum Poona wurde er zum Rektor der St. Jude- Highschool ernannt. Er wirkte sieben Jahre lang als Schulleiter und ab 1971 als Generalvikar.

1977 weihte ihn der Erzbischof von Bombay, Kardinal Valerian Gracias, zum fünften Bischof von Poona. Bischof D’Souza setzte sich mit viel Kraft und Energie für die bereits seit 1955 bestehende Bistumspartnerschaft zwischen Eichstätt und Poona ein, die die Bischöfe Andrew D’Souza und Josef Schröffer gegründet hatten. Er füllte diese Partnerschaft über Jahrzehnte mit Leben.

Mehr als 30 Jahre lang war er fast jedes Jahr als Firmspender im Bistum Eichstätt unterwegs und als „singender Bischof“ bei Generationen von Gläubigen bekannt: Am Ende des Gottesdienstes griff er oft zur Gitarre, spielte, sang und konnte sicher sein, begeisterten Applaus zu ernten. 

Während der Eichstätter Sedisvakanz nach Ernennung von Bischof Karl Braun zum Erzbischof von Bamberg im Jahr 1995 spendete er im Auftrag des Papstes fünf Männern die Priesterweihe im Eichstätter Dom.

Um die Partnerschaft lebendig zu halten, für einen spirituellen Austausch zu sorgen und dem Bistum Eichstätt etwas zurückzugeben, entsandte D’Souza seit 1998 Priester in die Seelsorge der Diözese Eichstätt. Einer von zwei Priestern aus Poona, die derzeit Dienst im Bistum Eichstätt tun, ist Joseph Dantas. Der Pfarrvikar von St. Johannes in Neumarkt sagte der KiZ auf Nachfrage: „Für mich war Bischof D’Souza immer ein liebevoller Bischof, väterlich wie ein guter Hirte, der uns begleitet, uns geholfen und für uns gebetet hat.“

Über die Jahrzehnte empfing Bischof D’Souza immer wieder Delegationen aus Eichstätt in Poona. Mit seiner Unterstützung reiste 2005 eine gemeinsame Gruppe von Jugendlichen aus beiden Diözesen zum Weltjugendtag nach Köln.

„Ich schmunzle, wenn ich mir vorstelle, wie Kardinal Schröffer und Bischof Andrew D’Souza ihn jetzt empfangen und ihm bestimmt wohlwollend auf die Schulter klopfen, weil er ihre Idee der Partnerschaft Wirklichkeit hat werden lassen“, meint Dr. Gerhard Rott, Leiter des Referats Weltkirche im Bistum, den eine lange Freundschaft mit Bischof D’Souza

Auch ein wissenschaftlicher Austausch zwischen der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt und der Päpstlichen Hochschule in Poona entwickelte sich aus der Bistumspartnerschaft. Bei deutsch-indischen Symposien 1997 und 2013 hielt Bischof D’Souza die Eröffnungsvorträge.

In seiner Diözese Poona setzte er sich vor allem für Hilfsprojekte für Frauen und Kinder ein. Er gründete Schulen und Waisenhäuser. Den Eichstätter Sternsingern war er deshalb immer sehr dankbar, durch ihre Hilfe konnte er viele Projekte beginnen. 

2009 nahm Papst Benedikt XVI. den altersbedingten Rücktritt Bischof D’Souzas an. Dennoch und trotz zunehmend angegriffener Gesundheit kam er bis 2016 beinahe jährlich nach Eichstätt und unterstützte die Seelsorge im Bistum.

 

„Ein grosser Beter“

Am Vorabend des ersten Fastensonntags gedachte man Bischof D’Souzas in der Abtei- und Wallfahrtskirche St. Walburg mit einem Requiem. Bischof Hanke zelebrierte den Gottesdienst mit Mitgliedern des Domkapitels und den beiden indischen Gastpriestern. Hanke sagte: „Wir haben einen Freund verloren, einen fröhlichen Verkünder des Evangeliums und einen großen Beter“.

Dompropst em. Prälat Johann Limbacher erinnerte in seiner Predigt an den Verstorbenen, dem er freundschaftlich verbunden war. D’Souza habe es verstanden in einer neuen Sprache – ebenso fromm wie realistisch und konkret – zu den Menschen zu sprechen. In seiner unvergleichlichen Art habe er „an der Geschichte des Bistums Eichstätt mitgeschrieben“.

hebe/pde


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 14 vom 5.4.2020

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