Zum Inhalt springen
13.09.2019

„Wir haben nur diesen einen Planeten“ - Katholische Landjugend unterstützt Protestbewegung für Klimaschutz / Demos am 20. September

Unmissverständlich stellt sich die Katholische Landjugendbewegung(KLJB) in Bayern hinter die umweltpolitischen Ziele der Schülerbewegung „Fridays for Future“. Simone Grill aus Georgensgmünd, eine von fünf ehrenamtlichen KLJB-Landesvorsitzenden, erläutert im Gespräch mit der Kirchenzeitung die Hintergründe.

Foto: vb

Bekenntnis zum Klimaschutz und Angebot zur Vermittlung:                                                        Simone Grill (M.) mit Landjugendseelsorgerin         Julia Mokry (l.), KLJB-Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl (2. v. r.) sowie den weiteren Landesvorsitzenden Kristina Ducke, Benedikt Brandstetter, Stefan Gerstl und Antonia Kainz. Foto: vb

KiZ: Frau Grill, was wird am 20. September genau los sein?

Simone Grill: Wir in der KLJB machen schon ganz viel Bildungsarbeit, Aktionen auf dem Land und politische Lobbyarbeit für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung und kritischen Konsum. Darum ist es naheliegend, dass wir die „Fridays for Future“-Aktionen unterstützen, besonders wenn sie über die Aktionen von Schülern und Studierenden bewusst hinausgehen sollen. Klar finden Demos und Streiks eher in großen Städten statt, aber viele von uns sind dort im Studium und schon dabei.

 

Welche Motivation haben Sie, die Proteste zu unterstützen?

Grill: Uns als KLJB sind der Gedanke der Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung schon immer wichtig. Wir haben nur diesen einen Planeten und haben verlernt, achtsam mit ihm umzugehen. Unsere Bildungsarbeit ist geprägt von lebensnahen Lernerfahrungen. Wer die Natur kennt und liebt, weiß, warum es wichtig ist, sie und damit auch uns zu schützen. Jeder und jede kann und muss etwas dazu beitragen. Wir haben keine Zeit mehr, es auf die lange Bank zu schieben.

 

Was tut die Katholische Landjugend konkret vor Ort?

Grill: Der KLJB-Kreisverband Ebersberg ist zum Beispiel Preisträger des Landjugendförderpreises mit dem Projekt: „FAIRPLANT – Nachhaltig basteln, werkeln und kochen“ zum gemeinsamen Basteln und Kochen mit ökologischer Vorbildwirkung. Oder die Ortsgruppe Nittenau, die mit ihren Nachhaltigkeitsworkshops Erfolg hat. Dabei geht es vor allem um Plastikvermeidung.

 

Wo kann der Dialog von Landwirtschaft, Jugend und Naturschutzverbänden gelingen?

Grill: Begegnung auf Augenhöhe ist uns innerverbandlich wie auch im Kontakt mit Partnern sehr wichtig. Politik und Demokratie leben von verschiedenen Meinungen. Nur wenn wir die andere Seite verstehen, finden wir Konsens und gemeinsame Lösungen.

 

Das „erwachsene“ Landvolk sieht die Klimaschutzbewegung deutlich kritischer als Sie.

Grill: Wie in so vielem anderem, sind Dialog und Austausch das A und O. Klar kann man ein gesellschaftliches Umdenken nicht von heute auf morgen erzwingen. Das braucht Zeit, viele Gespräche und Bildungsangebote. Wir glauben aber auch, dass noch mehr möglich ist, als gerade getan wird. Das kann nur geschehen, wenn wir alle gemeinsam dafür einstehen. Wir pflegen einen sehr guten und wertschätzenden Kontakt mit dem Landvolk auf Landesebene, den wir gerne noch weiter ausbauen.

 

Die KLJB setzt sich für einen Nachhaltigkeitsbeirat der Staatsregierung ein. Sind Sie zuversichtlich, dass der kommt?

Grill: Wir führen viele Gespräche mit Fraktionen und Ministerien zum Thema UN-Entwicklungsziele in Bayern. Das Thema Nachhaltigkeitsbeirat haben wir schon 2015 behandelt. Es wird jetzt wieder aktuell – immerhin hat uns Ministerpräsident Söder bei einem Termin in Nürnberg gesagt, das sei „eine gute Idee“.

 

Wie geht es nach dem 20. September weiter?

Grill: Zwei konkrete Dinge, die wir auf Landesebene machen: Im jährlichen Erntedankheft ist ein Jugend-Baustein drin, der ermuntert, nach Art der „Fridays for Future“-Demos Plakate im Jugendgottesdienst zu erstellen und am Erntedankaltar abzulegen. Im November beim Landesausschuss in Waldmünchen werden wir außerdem Leute der Bewegung zu einem Gespräch einladen.

 

Im Herbst nehmen Sie im Umweltministerium auch am „Runden Tisch Plastik“ teil.

Grill: Wir stellen hier gerne die Frage: Wie viel ist genug? Hinterfragen, wo die Grenzen des Wachstums sind. Wir freuen uns, wenn über diese Herausforderungen diskutiert wird, und hoffen, dass wir etwas bewegen. Ich persönlich versuche schon seit einigen Jahren, meinen Plastikkonsum immer weiter herunterzufahren. In manchen Lebensbereichen gelingt mir das schon relativ gut, in anderen habe ich noch keine passenden Alternativen gefunden. Hier würde ich mir wünschen, dass die Politik klarere Regel vorgibt, damit ein klimaverträglicheres Leben einfacher wird

Interview: Bernd Buchner

Näheres im Internet unter www.kljb-bayern.de


Beitrag als PDF

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 42 vom 20. Oktober 2019

Kontakt / Abo

Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt
Verlag und Redaktion
Sollnau 2, 85072 Eichstätt
Tel. (08421) 50-810
Fax (08421) 50-820
verlag(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
redaktion(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
anzeigen@kirchenzeitung-eichstaett.de



Bezugspreise (ab Jan. 2018): Durch die Agentur (Pfarramt) monatlich 7,50 € (6,35 € einschl. 7 % MWSt. + 1,15 € Zustellgebühr); durch die Post monatlich 8,25 €; Einzelnummer 1,80 €.