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17.05.2019

„Zu einer Erneuerung im Glauben beitragen“ - Das „Forum deutscher Katholiken“ veranstaltet seinen 19. Kongress in Ingolstadt

Eichstätt/Ingolstadt (hebe) Vom 14.-16. Juni findet in Ingolstadt der 19. Kongress „Freude am Glauben“ des Forums deutscher Katholiken statt. Der 2000 in Fulda als Konkurrenz und Korrektiv zur Vertretung der katholischen Laien in Deutschland, dem Zentralkomitee (ZdK), gegründete Verein, will mit seinen Veranstaltungen und Wortmeldungen „den katholischen Glauben nach den Lehren der Kirche fördern“ ...

Foto: privat

Dr. Hubert Gindert ist Mitbegründer, Vorsitzender und Sprecher des Vereins „Forum deutscher Katholiken“, der im Juni in Ingolstadt seinen 19. Kongress „Freude im Glauben“ veranstaltet. Foto: privat

und „zur Neuevangelisierung in Deutschland beitragen“.

Die KiZ befragte den Mitbegründer, Vorsitzenden und Sprecher des Vereins, Dr. Hubert Gindert, im Vorfeld der Veranstaltung.

 

KiZ: Herr Gindert, das „Forum Deutscher Katholiken“ lädt seit 2001 jährlich zum Kongress „Freude am Glauben“, der zumeist am Gründungsort Fulda stattfand. Was hat sie bewogen, in diesem Jahr nach Ingolstadt zu kommen?

Dr. Hubert Gindert: Ingolstadt stand im 16. Jahrhundert, als die Kirche in einer existenzbedrohenden Krise war, im Zentrum der Erneuerung und der katholischen Selbstreform. Namen, wie Prof. Johannes Eck, Petrus Canisius und Jokob Rem stehen dafür. Die Landesuniversität Ingolstadt war der Mittelpunkt des geistigen Ringens. In der heutigen Krise, die Kardinal Ludwig Müller als „kirchengeschichtlich einmalige Krise“ bezeichnet hat, will der Kongress „Freude am Glauben“ zu einer Erneuerung im Glauben beitragen.

 

Ihr Thema lautet heuer „Ohne Gott – keine Zukunft!“. Kassandraruf oder Ermutigung? 

Gindert: In den 70er-Jahren wurde in der Kirche eine „anthropologische Wende“ gefordert. Nicht mehr Gott, sondern der Mensch sollte in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns gerückt werden. Heute sehen wir, dass die Menschen ohne Verantwortung vor Gott nicht an Würde und Wert gewonnen haben. Der Mensch wird immer mehr verzweckt und nach seinem „Marktwert“ für die Konsumgesellschaft bewertet. Alte, Kranke und Behinderte sind die Verlierer. Dem entspricht die neue Forderung nach einer theozentrischen Wende, die Gott wieder mehr in den Fokus stellt. Denn ohne Gott gibt es keine humane Zukunft!

 

Welches sind für Sie die Höhepunkte des Ingolstädter Programms?

Gindert: Es sind die Themen, welche die Menschen in Gesellschaft und Kirche bewegen: Wie können Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit erhalten werden? Ist der Islam mit unserer Verfassung kompatibel? Wie kann der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden? Was machen die neuen Medien mit den Menschen, wie objektiv werden wir informiert? Bleiben Ehe und Familie im traditionellen Verständnis die Grundlagen der Gesellschaft? Welche Bedeutung haben Eucharistie und Priestertumfür dir Zukunft der Kirche?

 

Gibt es im Vergleich zu früheren Kongressen Besonderheiten, Neuerungen?

Gindert: Zu den letzten Kongressen haben wir ein umfangreiches Jugendprogramm. Außerdem Fragen, die an Aktualität und Bedeutung gewonnen haben, wie die eben genannten neuen Medien, aber auch Themen wie „Mensch bleiben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“.

 

Dem Programm kann man entnehmen, dass sie Unterstützung von Geistlichen und Laien aus der Diözese, von Professoren der Uni Eichstätt aber auch von Ortsbischof Hanke selbst erhalten. Wie wichtig ist ihnen diese Kooperation?

Gindert: Unser Kongress will kein Fremdkörper am neuen Standort sein. Wir gehen zwar davon aus, dass unser Programm allgemein interessierende Themen aufgreift. Aber der Ortsbischof, Geistliche und Professoren und andere Mitwirkende können Probleme vor Ort mit ihnen verbinden und ortsnah beleuchten. Daher ist uns diese Kooperation sehr wichtig.

Interview: Michael Heberling


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Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 37 vom 15. September 2019

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