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Serie: Lebensfragen - Lebenshilfe

02.05.2015

Respekt in der Partnerschaft

Foto: Sokaeiko/pixelio

Das Wort "Respekt" kommt vom lateinischen "respicere", was soviel wie "zurücksehen" beziehungsweise "Rücksicht" bedeutet. Wenn eine Liebesbeziehung gelingen soll, müssen beide Partner liebevoll aufeinander Rücksicht nehmen, sich gegen-seitig respektieren. Im Folgenden stelle ich Ihnen zehn Regeln für einen respektvollen partnerschaftlichen Umgang auf gleicher Augenhöhe vor, welche überwiegend von dem Hamburger Psychologen und Paartherapeuten Hartwig Hansen entwickelt wurden:

  1. Deine Welt ist anders als meine: Haben Sie Respekt vor der Wirklichkeit Ihres Partners. Dieser hat andere Erfahrungen, Vorlieben, Prioritäten und Werte als Sie. Versuchen Sie sich in Ihren Partner hineinzuversetzen, und nehmen Sie dessen Bedürfnisse und Wünsche ebenso ernst wie ihre eigenen.
  2. Jeder Mensch will gehört werden: Wir alle haben das Bedürfnis, gehört und beachtet zu werden. Es kann sehr beunruhigend sein, wenn vom anderen keine Antwort – auf eine Frage, einen Brief etc. – kommt. Dem Partner zu antworten zeigt Respekt und Wertschätzung.
  3. Seien Sie zuverlässig: Auf seinen Partner muss man sich absolut verlassen können. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit sind Voraussetzungen dafür, dass Vertrauen in der Partnerschaft entstehen kann.
  4. Zuwendung statt Abwendung: Zuwendung hält das Wir-Gefühl in einer Beziehung aufrecht. Wenden Sie sich nicht von Ihrem Partner ab, besonders nicht bei Konflikten und Krisen. Ermutigende Zeichen des Interesses, der Zuwendung und des Respekts sind Kettenglieder, die stabile Verbindungen entstehen lassen.
  5. Gefühle sind immer wahr: Wenn wir dem Partner erzählen, wie es uns geht, geben wir etwas von uns preis. Statt von ihm zu hören "Das ist doch nicht so schlimm" brauchen wir vielmehr dessen Verständnis. Wenn Ihnen ein Gefühl mitgeteilt wird, antworten Sie bitte einfühlsam, und signalisieren Sie Mitgefühl und Solidarität.
  6. Zeigen Sie Anerkennung, Würdigung und Wertschätzung: Wer sich dauerhaft bindet, begibt sich gemeinsam mit seinem Partner auf einen Langstreckenlauf, welcher viel Energie und gegenseitige Unterstützung fordert. Vergessen Sie dabei nicht, sich bei diesem Lauf mit kleinen Gesten und liebevollen Worten wie "Du bist mir wichtig" oder "Ich schätze dich" gegenseitig zu ermuntern.
  7. Nichts ist selbstverständlich: Haben Sie auch manchmal das Gefühl, Sie rackern sich tagein, tagaus ab, und keiner merkt es, keiner dankt Ihnen für Ihren Einsatz? Dank auszusprechen ist eine schlichte und gleichzeitig grundsätzliche Form, Respekt zu zeigen, auch in der Partnerschaft. Zögern Sie nicht und sagen Sie Ihrem Partner doch einmal: "Ja, ich bin dankbar, dass wir uns getroffen haben!"
  8. Um Entschuldigung bitten und verzeihen: Verletzungen sind in einer Partnerschaft unvermeidbar – jeder macht Fehler. Eine Entschuldigung wirkt dann wie ein Wunderbalsam auf die Beziehungsschrammen. Wichtig ist aber, dass die Entschuldigung auch angenommen wird. Wer verzeihen kann, übernimmt Verantwortung für sich selbst und lässt es nicht länger zu, dass andere Menschen das eigene Leben negativ beeinflussen.
  9. Ohne Ehrlichkeit keine Achtung: Wir wollen vertrauen können, vor allem dem Menschen, der uns am Liebsten ist. Dafür brauchen wir das Gefühl: Unser Partner ist ehrlich. Unehrlichkeit hat eine zersetzende Wirkung. Sie führt nicht nur zum Verlust der Achtung in der Partnerschaft, sondern über kurz oder lang auch zum Verlust der Achtung vor sich selbst.
  10. Behandle deinen Partner, so wie du von ihm behandelt werden willst – mit Respekt: Dieser Merksatz fasst meiner Ansicht nach alle bisherigen Regeln zusammen und stellt einen hervorragenden Wegweiser für eine dauerhafte und glückliche Partnerschaft dar.

Buchempfehlung:
Hartwig Hansen: Respekt - Der Schlüssel zur Partnerschaft, 3.Auflage, Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2012.

Dr. Gerhard Nechwatal, Kirchenzeitung vom 4. Mai 2014

Kirchenzeitung - Ausgabe Nr. 48 vom 29.11.2020

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