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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

09.11.2022

Die ganze Welt in Gottes Hand

Blick auf die Vergänglichkeit der Welt

Die ganze Welt in Gottes Hand - Foto: privat

Am Ende des Kirchenjahres wird unser Blick auf die Vergänglichkeit der Welt und unser eigentliches Ziel, den Himmel, gerichtet. Das Evangelium vom heutigen Sonntag spricht von den Zeichen, die dem Ende der Welt und damit der Wiederkunft Christi vorausgehen. Von Krieg, Seuchen, Erdbeben und Hungersnöten, ja auch von Verfolgung und Tod ist da die Rede. Es sind Dinge, die es schon immer gegeben hat, und vieles davon sehen wir auch in der Welt von heute. Was rät uns Christus in dieser Situation? Seine Ratschläge klingen in unseren Ohren realitätsfremd und seltsam: Angesichts von Kriegen und Unruhen rät er: „Lasst euch nicht erschrecken!“ Angesichts von Verfolgung und Anklage vor Gericht besteht Jesus darauf, sich keine Verteidigungsstrategie zu überlegen, sondern auf ihn und seinen Beistand zu vertrauen. Wie ist das aber zu verstehen? Zu welcher Haltung lädt uns Jesus in schwierigen Zeiten ein?

Zum einen dürfen wir uns heute von Jesus neu zusprechen lassen, dass wir in Leid und Not nicht alleine sind. Jesus ist gerade im Leid gegenwärtig und kann von uns auch dort gefunden werden, weil er in das tiefste Dunkel hinabgestiegen ist. Wenn er uns im heutigen Evangelium verspricht, bei einer Gerichtsanklage gegenwärtig zu sein und für die Verteidigung zu sorgen, so dürfen wir das auch auf andere Leidsituationen übertragen. Auch wenn alle uns verlassen, Gott ist treu. 

Zum anderen unterscheidet Jesus sehr deutlich zwischen dem vergänglichen Leben hier auf Erden und dem ewigen Leben, das wir Christen mit der Wiederkunft Christi und damit dem Ende der Welt erwarten und für das sich jeder Einsatz lohnt. Beim Gedanken an das Ende der Welt, die Wiederkunft Christi, überkommt uns allerdings oftmals ein ungutes Gefühl. Wir denken nicht gerne daran, weil wir uns noch nicht vorbereitet finden. Die Liturgie in diesen Tagen lädt uns dazu ein, sich der Realität der Vergänglichkeit, des eigenen Todes zu stellen, und im Heute die Schlüsse daraus zu ziehen. Immer wieder sind wir dazu aufgerufen, unser Leben mit Gott und den Mitmenschen in Ordnung zu bringen, schlechte Gewohnheiten einzustellen und unser Herz dem Wesentlichen und Bleibenden zuzuwenden. Dann kann uns diese Perspektive auf das eigentliche, ewige Leben in Fülle, Kraft geben, auch das schlimmste Leid, selbst den Verrat durch engste Angehörige oder den Tod, zu bestehen. 

Der berühmte Psychiater und Begründer der Logotherapie, Viktor Frankl, hat erkannt, dass ein Mensch, der den Sinn seines Lebens gefunden hat, schwierige Situationen besser ertragen kann. Als Christen finden wir den Sinn in der Gewissheit, dass wir von Gott gewollt sind, dass er einen Plan mit uns hat und dass wir bedingungslos auf ewig geliebt werden; dass Jesus Christus Mensch geworden ist, um uns zu erlösen und in Ewigkeit bei sich zu haben. Wir können also nicht tiefer fallen als in Gottes Hand. Diese Hoffnung auf das ewige Leben gibt uns nicht nur Mut und Kraft, dem Leid standzuhalten, sondern immer mehr auch im Alltag die Dinge und Ereignisse im Licht der Ewigkeit zu betrachten und ihnen den entsprechenden Stellenwert in unserem Leben einzuräumen. 

Dr. Pia Sommer, Nr. 46 vom 13. November 2022, Evangelium - (Lk 21, 5–19)


33. Sonntag im Jahreskreis

Der Tag des Herrn,
der Tag seiner offenbaren Ankunft,
wird das Ende dieser Zeit bedeuten.
Die Macht und die Herrlichkeit werden sichtbar werden;
es wird klar sein, was gilt und wer bleibt.
Sollen wir den Tag herbeiwünschen?
Er hat schon begonnen:
Gott richtet und rettet, jetzt.

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