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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

25.05.2021

Die persönliche Beziehung zu Jesus suchen

Darstellung der 12 Apostel in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfraunfeld

Christus und die Zwölf Apostel – Darstellung in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfraunfeld.                Foto: Kreitmeir

Den letzten Worten eines Menschen wird seit jeher besondere Bedeutung beigemessen und man versucht, diesen letzten Willen möglichst getreu zu erfüllen. Das Evangelium stellt uns heute die letzten Worte des auferstandenen Herrn vor Augen, mit denen das Matthäusevangelium schließt. Sie sind sozusagen das Vermächtnis des Herrn.

Jesus erscheint seinen Jüngern ein letztes Mal – und immer noch haben einige Zweifel an ihm, was sich erst mit dem Kommen des Heiligen Geistes ändern wird. Wie gut ist es, sich dies immer wieder vor Augen zu stellen: Gott schreckt nicht vor unserer Schwäche zurück, er kann auch mit fehlerhaften Instrumenten Großes bewirken, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen. Gott beruft nicht die Befähigten, sondern befähigt die Berufenen.

In seinem ersten Satz an seine Jünger offenbart sich Jesus als der Herr des Himmels und der Erde, dem jegliche Vollmacht gegeben ist. Umso verwunderlicher erscheint es, dass dieser „Allmächtige“ nun nicht einfach seine Herrschaft aller Welt offenbart, sondern, wie so oft, vermeintlich umständlich handelt. Jesus ist im Besitz jeglicher Vollmacht, doch beauftragt und bevollmächtigt er nun seine – unvollkommenen – Jünger, seine Botschaft in die Welt hinauszutragen und Menschen zu gewinnen, die Jesus in einer freien und persönlichen Entscheidung als den Herrn ihres Lebens anerkennen. „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu befolgten, was ich euch geboten habe.“

Die Heilsgeschichte zeigt uns häufig, dass Gott es liebt, Menschen mitwirken zu lassen, sich ihrer Fähigkeiten und Gaben zu bedienen bzw. in ihrer Schwachheit zu wirken. Gott wählt also den Weg über seine Jünger, um sein Reich aufzubauen. Diesen letzten Auftrag Jesu haben sich die Kirche und die Christen allerZeiten zu eigen gemacht und er gilt auch uns. Dieser Auftrag ist jedoch nicht als eine von außen auferlegte Pflicht zu verstehen: Wenn die Botschaft Christi, die Erfahrung seine heilenden und erlösenden Liebe, das Herz berührt hat, dann drängt die Freude darüber dazu, sich anderen mitzuteilen und an diesem Glück teilhaben zu lassen.

Wenn man den Sendungsauftrag Jesu im griechischen Original betrachtet, fällt noch etwas Weiteres auf: Die grammatische Satzkonstruktion legt einen Akzent auf das „zu Jüngern machen“. Man könnte sehr vereinfacht übersetzen: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern, gehend, taufend und lehrend.“ Was aber bedeutet „zu Jüngern machen“? Und wer sind Jünger? Jünger sind Personen, die sich bewusst entschieden haben, Jesus nachzufolgen. Jünger suchen die persönliche Beziehung zu Jesus, um ihn, seine Worte, Taten und Haltungen immer besser kennenzulernen und sie im alltäglichen Leben nachzuahmen. Um „Jünger zu machen“ ist der erste und entscheidende Schritt zunächst, selbst immer mehr Jünger/-in zu werden, was ein lebenslanges Wachsen ist. Doch sind wir als Jünger Jesu schon jetzt gesandt, von dem Zeugnis zu geben, was wir bisher erfahren haben. Ein Feuer, das man nicht weitergibt, verlischt. Und so ist jeder Einzelne von uns gerufen, dieses Feuer, mag es nun einem Streichholz oder einer Fackel gleichen, auf seine je persönliche Art weiterzugeben. Das mag nicht einfach sein, doch hat uns Jesus hierfür seine Gegenwart und seinen Beistand bis zum Ende der Welt zugesagt.

Pia Sommer, Nr. 22 vom 30. Mai 2021 - Evangelium: Mt 28, 16-20


Dreifaltigkeitssonntag

Hochfest

Die heilige Dreifaltigkeit ist nicht ein in sich selbst ruhendes Geheimnis. Von jeher spricht Gott sein Wort in die geschaffene Welt und im Wort ist die Kraft seines Geistes. Die Erschaffung der Welt und die Erlösung sind das Werk des dreifaltigen Gottes. In seiner Kraft wird bis ans Ende der Zeit das Evangelium verkündet und die Taufe gespendet. Die ganze Welt ist der Acker, auf dem das Wort Frucht bringen soll.

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