Zum Inhalt springen

Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

18.08.2021

„Du hast Worte des ewigen Lebens“

Auch Jesus war nicht immer erfolgreich, ewige Worte des Lebens

Auch Jesus war nicht immer erfolgreich, wie wir oft unbewusst meinen. Wir hören im Evangelium vom heutigen Sonntag von einem scheinbar großen Misserfolg: Jesus hat eine große Rede beendet: über sich als das lebendige Brot, darüber, dass er sich selbst, sein Fleisch und sein Blut zur Speise geben wird, um den Menschen das ewige Leben zu schenken. Aber der Erfolg, ein Dank, Begeisterung darüber, bleiben aus. Ja, viele seiner Jünger sind schockiert über diese Worte, finden sie unerträglich und nicht zumutbar. 

Geht es uns da manchmal nicht ähnlich, wenn wir diese oder andere Worte Jesu ernsthaft erwägen? Mutet uns Jesus da nicht viel zu? Kann so etwas denn überhaupt möglich sein? Manchmal meinen wir, dass das nicht so gemeint oder dass manches nicht so eng zu sehen sei. Aber Jesus nimmt trotz der Kritik und dem Murren seiner Jünger nicht das Geringste von seinen Worten zurück. Er versucht nicht, seine Jünger zu beschwichtigen, um sie wieder zurückzugewinnen. Im Gegenteil: Er setzt sogar noch etwas darauf: „Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?“ 

Vielleicht ist das ein Schlüssel dafür, Jesu Rede zu verstehen. Es geht um den Glauben, dass Jesus eben nicht nur ein gewöhnlicher Mensch ist. Es geht darum, dass Jesus als Gott ewig war und ist. Eben deshalb sind seine Worte Geist und Leben, Worte, die dem Menschen Erfüllung und Erlösung schenken, eben deshalb kann er uns sein Fleisch und Blut – das des himmlischen Menschensohnes – zur Speise geben. 

Vielleicht ist es für uns tröstend zu hören, dass auch Jesus die Schwierigkeiten der Verkündigung erfahren hat, dass auch ihm nicht immer die Scharen gefolgt sind, dass auch er Nachfolger verloren hat – und das, obwohl viele dieser Jünger sicherlich die Wunder Jesu gesehen hatten. Dennoch ziehen viele sich von Jesus zurück und folgen ihm nicht mehr. Jesus macht keinerlei Abstriche an seiner Botschaft, um eine größere Menge von Nachfolgern zu halten, um erfolgreicher zu sein oder um sich an die Menschen und ihren Wünschen anzupassen. Er stellt seine Lehre, die eine Botschaft der Liebe und Hingabe ist, allen klar und unmissverständlich vor Augen und fordert eine Entscheidung. 

Glaube ist also mit einer Entscheidung verbunden, eine Entscheidung, die auch das Leben verändern kann. Als viele Jünger sich gegen ihn und seine Lehre entscheiden, fordert Jesu auch seine Apostel zur Entscheidung auf: „Wollt auch ihr weggehen?“ Wie schön ist da die Antwort des Simon Petrus, der seinen Glauben an ihn als den Heiligen Gottes bekräftigt. „Du hast Worte des ewigen Lebens“. 

Welche Antwort geben wir Jesus, wenn er uns fragt, wie wir zu ihm und seiner Botschaft 
stehen? Bitten wir immer wieder um den Glauben an ihn, der diese Worte des Lebens auch für uns hat. 

Pia Sommer; Nr. 34 vom 22. August 2021– Evangelium: Joh 6, 60-69


Einundzwanzigster Sonntag – im Jahreskreis

Das Wort Jesu ist lebendiges Wort für den, der an die Person Jesu glaubt. Der Unglaube fängt beim Misstrauen an und endet im Verrat. Das Wort Jesu ist göttliches Leben für den, der es aufnimmt und erfüllt. Die Eucharistie ist lebendiges Brot für den, der Hunger hat nach dem lebendigen Gott.

Kontakt / Abo

Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt
Verlag und Redaktion
Sollnau 2, 85072 Eichstätt
Tel. (08421) 50-810
Fax (08421) 50-820
verlag(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
redaktion(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de
anzeigen(at)kirchenzeitung-eichstaett(dot)de

Bezugspreise (ab Jan. 2021):
Durch die Agentur (Pfarramt) monatlich 8,80 €
(7,60 € einschl. 7 % MWSt. + 1,20 € Zustellgebühr);
durch die Post monatlich 9,55 €;
Einzelnummer 2,20 €.