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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

27.07.2022

Ein Reichtum, der in Ewigkeit Bestand hat?

Ein Reichtum, der in Ewigkeit Bestand hat?

Der wahre Schatz – Gottes Wort, Foto: pixabay

Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! – sind das nicht Werte, die in unserer Gesellschaft höchsten Stellenwert haben und die auch wir erstreben? Freizeit, Essen, Trinken, Vergnügen: Alles haben und tun können, was man will. Ist das nicht für viele das Ziel und der Inhalt eines geglückten Lebens? Und doch hören wir heute im Evangelium, dass Gott in ein solches Leben hineinspricht: „Du Narr!“ Warum? 

Der reiche Mann in unserem Gleichnis war sicherlich ein tüchtiger und kluger Mann. Er hat mit seinen Gütern erfolgreich gewirtschaftet und glaubt nun, am Ziel seines Lebens zu sein. Wie viele Berechnungen mag dieser Mann angestellt, wie viele Mühen unternommen und wie viele Faktoren berücksichtigt haben, um hierher zu gelangen. Doch das Entscheidende hat er nicht bedacht und ist so als dumm zu bezeichnen. Was ist dieses Entscheidende? 

Papst Benedikt XVI. hat einmal folgende Gedanken geäußert: „Der gute Mann hat über den Gütern, die er angehäuft hatte, das Gute vergessen. Und wenn das Gute nicht mehr da ist, dann sind auch die Güter nicht mehr gut“. Was das Gute ist und was dem reichen Mann fehlt, wissen wir aus der Heiligen Schrift und wir finden es auch in unserem Herzen wieder: Mitleid und Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, Demut und Geduld und vieles mehr. Dem Mann aber geht es nur um sich, seine Ernte, seine Scheune, seine Vorräte und sein Leben. Er ist gefangen in seinem kleinen und begrenzten Radius des Ich und des kurzen irdischen Lebens. Letztlich fehlt ihm nicht nur das Gute, sondern der Gute: Gott. Und ohne Gott ist das Leben letztlich leer, weil Gott das Leben ist. Der Mann lebt an der eigentlichen Wirklichkeit vorbei. 

Jesus reißt uns heute mit diesem Gleichnis und dem Urteil über den reichen Mann aus unserer eigenen Geschäftigkeit und Kurzsichtigkeit des Alltags heraus und hilft uns, den Blick auf das bzw. den Entscheidenden zu richten: auf den lebendigen Gott, der uns ewiges Leben verheißt. Im Vergleich dazu ist das jetzige Leben nur ein Windhauch, der auch in unser Leben hineinspricht und der eines Tages auch unsere Seele zurückfordern wird. Es ist der Gott, den auch wir nur allzu oft aus unserem Alltag ausklammern, weil wir glauben, Wichtigeres zu tun zu haben. 

Jesus will uns heute helfen, das Eigentliche, das Gute, Gott nicht aus den Augen zu verlieren und unsere Güter auf das eine Gut hin zu ordnen und sie so recht und in Freude zu gebrauchen. Lernen wir, nicht nur kluge Berechnungen anzustellen. Mühen wir uns nicht nur für den Beruf, den Sport, die Gesundheit oder Freizeit, sondern erlernen wir auch das Reichsein vor Gott. Denn nur dieser Reichtum macht unser Leben sinnvoll und gut. Nur dieser Reichtum ist ein Reichtum, der für alle da ist, der sich beim Teilen vermehrt, der frei und glücklich macht und der in Ewigkeit Bestand hat. 

Dr. Pia Sommer Nr. 31 vom 31. Juli 2022 - Evangelium (Lk 12, 13-21)


18. Sonntag im Jahreskreis

Nichts bleibt, wie es war, auch ich selber nicht. Nichts von dem,
was ich weiß und will und zu haben meine.
Ist also die Vergänglichkeit das Einzige, was dauert?
Der Wahrheit komme ich näher, wenn ich anders frage: 
Ein Mensch, den Gott angesprochen und den er geliebt hat,
kann ein solcher Mensch jemals vergehen, als wäre nichts geschehen,
als wäre nicht der lebendige Gott ihm begegnet?

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