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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

30.11.2022

Eine herausfordernde Botschaft

Die zweite Adventswoche beginnt und wir kommen Weihnachten immer näher. Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen schon erste Vorbereitungen für das Fest getroffen, etwa Geschenke eingekauft oder Plätzchen gebacken. Manchmal sollten wir aber auch innehalten und uns selber auf das Kommen unseres Herrn vorbereiten.

Im Evangelium von diesem Sonntag hören wir die Botschaft Johannes des Täufers. Er ruft: Bereitet den Weg für den Herrn! Und die Menschen kommen zu ihm. Was wollen diese Menschen sehen? Wollen sie Johannes sehen? Weil er so ungewöhnlich aussieht mit der Kleidung aus Kamelhaar und seiner besonderen Diät aus Heuschrecken und wildem Honig? Für uns wäre das eine Attraktion, für die Menschen damals war es nicht unbedingt spektakulär. Warum kommen die Menschen also in eine Gegend, die öde ist, und hören einem Mann zu, der äußerlich wohl nicht besonders anziehend wirkt? Wegen einer Botschaft, die herausfordert und Gutes zusagt! „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ – das ist eine ganz einfache Botschaft. Kehrt um! Eigentlich ist damit gemeint: Ändert euer Denken. Damit verändert sich auch das Herz und vielleicht das komplette Leben. Johannes predigt also über Umkehr und Veränderung im Leben der Menschen. Und damit zieht er viele Leute an, schließlich möchte sich jeder gerne optimieren.

Der Blick auf Johannes den Täufer ist äußerst spannend: Johannes muss nicht in die Städte gehen, um bekannt zu werden. Er bleibt draußen und die Menschen strömen zu ihm. Er könnte leicht behaupten, er selber sei der Messias – und jeder würde ihm glauben. 

Die Menschen sehnen sich nach der Zusage von Heil und Geborgenheit. Die Bibel drückt das mit dem Begriff „Himmelreich“ aus. Die Sehnsucht ist sogar so groß, dass die Menschen bereit sind, alte Gewohnheiten abzulegen und offen ihre Schuld zu bekennen. Dahinter steht eine überraschende Einsicht: Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man über seine Fehler spricht. Haben wir selber auch schon solche Erfahrungen gemacht?

Manche Menschen verwechseln persönliche Schuld mit dem Erwischtwerden. Oder sprechen dann von Schuld, wenn sie selber oder jemand anders Nachteile in Kauf nehmen müssen. Allzu leicht verstrickt man sich in Geschichten, die letztlich die Sache nicht bereinigen, sondern nur noch komplizierter machen. Dagegen ist die Grundbotschaft von Johannes ganz einfach und klar verständlich: Eigene Fehler offen ansprechen, um Verzeihung bitten und sich von Gott die Vergebung schenken lassen – er verurteilt uns nicht.

Vielleicht trägt auch die karge Umgebung der Wüste dazu bei, dass Menschen das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden können. Finden auch wir in unserem Alltag die Möglichkeit zu kleinen Wüstenzeiten? Durch das Lösen von falschen Verstrickungen können wir frei und offen werden für das echte Geschenk, das wir an Weihnachten erwarten: Die Begegnung mit Jesus. 

Johannes Arweck, Nr. 49 vom 4. Dezember 2022 – Evangelium (Mt 3, 1–12)   


Zweiter Adventssonntag

Kriege bringen den Frieden nicht;
sie vermehren nur die Angst und die Not.
Ist Friede unter den Menschen überhaupt möglich?
Nicht, solange die Menschen nicht „umkehren“, anders werden:
bereit, zu helfen und einander anzunehmen.
Die Menschen: das sind wir.

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