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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

12.07.2023

Es wird in reichem Maße ausgesät

Die Leseordnung bietet heute die Möglichkeit, als Evangelium das Gleichnis vom Sämann ohne (dies die von uns abgedruckte Kurzfassung) oder zusammen mit den Versen seiner „Auslegung“ (Mt 13,18-23; dazwischen stehen noch Zeilen zum Sinn der Gleichnisrede allgemein) vorzutragen. Die Wahl der ersten Option mindert das Verstehen nicht: der Auslegungsteil ist ein nachträglicher Zusatz und setzt Akzente, die über das Gleichnis als solches hinausgehen.

Das Gleichnis selbst hat – wie zuletzt alle Gleichnisse – Jesu Botschaft vom „Reich Gottes“ zum Inhalt. Hier können wir zunächst eine vielleicht überraschende Feststellung machen: Es wird in reichem Maße (von Gott) ausgesät! Offenbar ungleich viel mehr, als dann tatsächlich aufgeht.

Im Prinzip klagt das Gleichnis auch nicht darüber, dass nicht alles gelingt: das wird eher neutral festgestellt, gewiss ohne dass verschwiegen würde, dass es viele Hindernisse geben kann, die der Saat zusetzen.

Der Ton ist dennoch positiv und liegt auf der fast enthusiastisch anvisierten Aussicht, die dort wirklich wird, wo das Saatgut auf günstige Umstände trifft: und die wohl den Erfolg der Aussaat insgesamt in Blick nehmen will. Die zu verzeichnenden übergroßen Erfolge im Einzelnen machen wett, was zuvor alles nicht zur Fruchtreife gefunden hatte.

So bleibt dreierlei: a) Die beruhigende Nachricht: Niemand wird die Pläne Gottes – also das Kommen des Reiches Gottes – letztlich aufhalten. b) Gott sät so überreich, dass es uns nicht zu irritieren braucht, wenn wir manches davon auch scheitern sehen. c) Die mehrmalige Schilderung von Hindernissen sucht zweifellos Aufmerksamkeit: Bei aller letzten gläubigen Gelassenheit sollte man daher nicht einfach ohne Not zusehen, wie manche realen Bedingungen dem Wachsen und Ausbreiten des Reiches Gottes entgegenstehen. Hier gilt es wohl, beherzt „die nötigen Schritte [zu] tun“.

Ähnlich, wie es ein neueres geistliches Lied besingt.

Domkapitular Prof. Elmar Koziel, Vierzehnheiligen,Nr. 29 vom 16. Juli 2023 - Evangelium Mt 13, 1–23


15. Sonntag im Jahreskreis

Bei allen Worten, die wir hören, müssen wir fragen, was sie eigentlich meinen;
die Worte sind ja nicht die Dinge, sie sind Zeichen und Gleichnisse.
Wenn das schon auf der Ebene menschlicher Verständigung so ist,
kann es nicht überraschen, dass die Wahrheit Gottes uns in Gleichnissen gesagt wird.
Was Jesus mit seinen Gleichnissen meint, begreifen wir in dem Maß,
als wir uns mit ihnen beschäftigen und versuchen, ihren Sinn zu erfassen.

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