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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

12.01.2022

Jesus Christus wirkt das Wunder der Wandlung

Das fängt ja schon gut an“ – so sagen wir, wenn bei einer wichtigen Veranstaltung gleich zu Beginn eine Panne oder ein Missgeschick auftritt, sodass das Ganze in Gefahr ist, zu kippen. Und meist schließt sich dann auch noch eine weitere Aussage an wie „Mal sehen, wie das ganze ausgeht“.

„Das fängt ja schon gut an“ – so können wir auch mit Blick auf das heutige Evangelium sagen. Gleich bei der ersten Hochzeit, die Jesus im Rahmen seines öffentlichen Auftretens mitfeiert, geht der Wein aus und die Feier läuft Gefahr, zu platzen. Eine große Blamage für die Brautleute scheint sich anzubahnen.

Maria erkennt die Notlage als eine der Ersten. Sie merkt, dass da etwas nicht stimmt und hat sich wohl erkundigt, was los ist. Und da erfährt sie, dass der Wein ausgegangen ist. Was tut sie? Sie geht zu Jesus und hat den Mut, die Notlage, das Problem anzusprechen: „Herr, sie haben keinen Wein mehr“ (Joh 2, 3b). Jesus winkt ab: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ (Joh 2, 4b). Doch Maria vertraut, sie weiß, dass ihr Sohn die Brautleute nicht hängen lassen wird. Und so wendet sie sich den Dienern zu mit den Worten: „Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2, 5).

Aus diesem ersten Teil des Evangeliums vom heutigen Sonntag können wir für uns einen wichtigen Hinweis entnehmen: in Notlagen, in Situationen, wo wir keinen Ausweg sehen, bei Ratlosigkeit und bei Problemen, können wir es machen wie Maria, nämlich zu Jesus gehen. Ihm alles sagen, was uns umtreibt, ihm im Gebet alles hinhalten, gerade auch die schwierigen und problematischen Dinge.

Schauen wir weiter auf das Evangelium: Obwohl Jesus zunächst auf die Aussage Marias ablehnend reagiert hat, wendet er sich doch den Dienern zu und sagt: „Füllt die Krüge mit Wasser“ (Joh 2, 7). Die Diener erledigen die Aufgabe und erhalten danach sofort einen weiteren Auftrag: „Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist“ (Joh 2, 8). Und siehe: Aus dem Wasser ist Wein geworden, Wein von bester Qualität. Jesus wirkt das Wunder der Wandlung. Er will, dass das Fest weiter geht.

Im heutigen Evangelium steckt eine große Zusage, geradezu eine Verheißung. Ich möchte sie so beschreiben: Auch in ausweglosen Situationen, in schwierigen Lagen, bei großen Problemen, kann es mit Gottes Hilfe einen Weg der Lösung geben, denn für ihn ist nichts unmöglich. Manchmal dürfen wir im Leben ja die Erfahrung machen, dass sich so eine Art „Wunder“ ereignet, wenn sich zum Beispiel bei einem schier unlösbaren Problem mit einem Mal eine Lösung abzeichnet.

Der Evangelist Johannes lässt das öffentliche Auftreten Jesu mit der Feier einer Hochzeit beginnen. Daraus können wir schließen, dass Jesus gern mit den Menschen gefeiert hat. Er wollte zeigen, dass der Anbruch des Reiches Gottes mit Freude zu tun hat; denn er ist gekommen, dass die Menschen das Leben haben, das Leben in Fülle.

Am Schluss des Evangeliums heißt es: „Und seine Jünger glaubten an ihn“ (Joh 2, 11). Auch bei den Jüngern hat sich eine Wandlung vollzogen, eine innere, die Wandlung zum Glauben und eine tiefere Erkenntnis der Person Jesu Christi. Mögen sie anfangs Jesus noch eher als politischen Messias gesehen haben, so merken sie jetzt, dass es Jesus um etwas Größeres geht: um den Glauben an den lebendigen Gott.

Dompropst Alfred Rottler, Nr. 3 vom 16. Januar 2022 – Evangelium (Joh 2, 1–11)


Zweiter Sonntag im Jahreskreis

Alles Vergängliche ist ein Gleichnis:
das Wasser und der Wein, die Liebe und die Ehe.
Der Wein ist gut und die Ehe ist gut,
aber beide gehören noch zur Ordnung der Zeichen:
Sie weisen auf das Größere hin, auf das, was bleibt.
Sie sollen in uns die Sehnsucht
nach dem Bleibenden wecken und wachhalten.

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