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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

23.06.2021

Kann der Glaube den Tod überwinden?

Das Thema dieses Sonntags ist: „Gott ist ein Gott des Lebens“. Diesen Gott des Lebens erfährt der Synagogenvorsteher Jairus durch die Erweckung seiner 12-jährigen Tochter. Ihn erfährt eine Frau, deren lebensbedrohlicher Blutfluss durch ein Machtwort Jesu gestillt wird.

Kann das wahr sein, dass Gott, der Gott des Lebens, den Tod nicht gemacht hat? Fragen wir nicht vor allem, wenn junge Menschen sterben: Warum lässt Gott das zu? Da kann man doch an keinen guten Gott glauben, wenn wir die Liebsten, die Besten und die Nächsten an den Tod verlieren. Doch das ist nicht Gottes Wille.

Als er den Menschen schuf, rief er ihn ins Leben, nicht in den Tod. So sagt es auch die erste Lesung dieses Sonntags. Unsere Bestimmung ist das Leben, der volle Einsatz für dieses Leben, damit es glückt und gelingt. 

Das Leben hat Vorrang vor dem Tod. Und dennoch: Schon junge Menschen sterben an Krebs, Infarkten oder Unfällen. Wie damit  fertig werden? Bleibt da nicht das große Fragezeichen? Kann man da wirklich noch glauben? Ja, da erst recht, so der Lesungstext.

Oder nehmen wir das Wort Jesus im Evangelium des Tages. „Sei ohne Furcht, glaube nur“, sagt er zu Jairus. Und die Frau mit dem Blutfluss lobt Jesus: „Dein Glaube hat dir geholfen!“ Er heilt sie, als sie nur den Saum seines Gewandes berührt, obwohl sie niemand berühren durfte, weil sie kultisch unrein war.

Kann der Glaube den Tod überwinden? Ja, es ist der Glaube an den Christus, den Lebensspender und an Gott, der den Tod nicht gemacht hat. Zur Unvergänglichkeit hat er uns gerufen. Zum Bild seines eigenen Wesens hat er uns gemacht. Für den Glauben bedeutet es keinen Widerspruch – Unvergänglichkeit und dennoch sterben müssen. Da ist der Tod „Pascha“, das heißt „Vorübergang des Herrn“. Der Tod geht vorüber und Gott ist im Kommen.

Aber ist der Tod dann nur ein Schlaf, wie es von diesem 12-jährigen Mädchen heißt?  Ist nicht so manches Sterben hart und grausam? Jesus möchte das Sterben nicht beschönigen. War nicht sein eigenes Sterben am Kreuz eine mehrstündige Qual?

Im Evangelium wird uns gezeigt: Er hat Macht über Krankheit und Tod. Für die Leute, die das sahen, war das fast erschreckender, als der Tod selbst. Sie waren zwar entsetzt, aber ob sie wirklich zum Glauben kamen? Jesus jedoch hat Jairus zum Glauben an das Unmögliche und Unglaubliche ermutigt.

Richard Distler, Pfr. i. R., Nr. 26 vom 27. Juni 2021 - Evangelium: Mk 5, 21–43


Dreizehnter Sonntag im Jahreskeis

Wunder geschehen auch heute noch; nur müssen wir sie nicht dort suchen, wo Lärm gemacht wird,
nicht dort, wo es zwar etwas zu bestaunen, aber nichts zu glauben gibt.
Wunder heute sind zum Beispiel Menschen, die Christus mit glühendem Herzen lieben,
trotz der Gleichgültigkeit ringsum; Menschen, die sich für andere opfern, ohne davon zu reden;
Menschen, die Leid und Schmerz als Gabe Gottes annehmen.

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