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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

25.04.2023

Solche und solche Hirten ...

Solche und solche Hirten ... Foto: pixabay

Am vierten Sonntag der Osterzeit feiern wir noch einmal voll Freude die Auferstehung Jesu. Wir haben an den letzten Sonntagen schon von einigen Begegnungen des Auferstandenen mit seinen Jüngern gehört: Da waren die Emmausjünger, die Jesus aus lauter Verzweiflung kaum wieder erkannt haben – da war der ungläubige Thomas, der erst die Wunden Jesu berühren wollte, und letzte Woche die Begegnung Jesu mit seinen Jüngern am See Gennesaret, als sie ihm fast schüchtern entgegentraten. In allen diesen Begegnungen wird eines deutlich: Die Jünger können nicht so richtig mit der neuen Situation umgehen. Sie sind plötzlich ohne ihren Wegbegleiter und Herrn.

Jesus begegnet ihnen immer wieder und macht ihnen Mut. Diesmal spricht er zu seinen Jüngern in der Sprache der Viehzüchter und vom Berufsalltag der Hirten. Damit kannten sich die Jünger aus. Da war schnell klar, worum es ging: der Hirte wird die Tür des Schafsgatters benutzen und alle, die über den Zaun steigen und sich so an den Schafen zu schaffen machen, meinen es nicht gut mit ihnen. Wer es also ehrlich meint und die Schafe auf die Weide führt, damit sie fressen und trinken können, der nimmt den besten Weg dafür: die Tür.

Seitdem die Jünger ihren Weg nach Jesu Tod und Auferstehung selbstständig gehen müssen, wissen sie nicht mehr so recht, auf wen sie hören sollen. Sie sind hilflos, wie kleine Kinder oder eben wie Schafe. Woran sollen sie sich halten? Wer zeigt ihnen den rechten Weg? Und wer will ihnen vielleicht nur schaden?

Jesus versucht ihnen in dieser Situation der Orientierungslosigkeit zu helfen. Er sagt: „Ich bin die Tür;“ „Wer durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.“ So können sich die Jünger sicher sein: Wer im Sinne Jesu redet und handelt, der will das Gute. So einem Menschen kann man getrost folgen.

Wer Jesus als Tür zu den Menschen benutzt, der will die Menschen auf die Weide führen, damit sie das bekommen, was sie zum Leben brauchen. Wer sich also selbst als Hirte bezeichnet, geht durch die Tür – Jesus – und stellt sich also unter allen Umständen unter den Anspruch, nicht „zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten.“

Das muss auch der Anspruch an Priester und andere kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sein, das in sie gesetzte Vertrauen nicht zu missbrauchen und die ihnen anvertraute Herde, ja jedes einzelne Schaf, zu hüten und vor Schaden zu bewahren. Und wenn manche (oder sogar viele) das Gegenteil tun? Dann laufen die Schafe zurecht davon. Sie suchen ihr Heil in der Freiheit.

Doch es gibt auch die guten Hirten unserer Zeit, die im Sinne Jesu reden und handeln. Es sind die Menschen, die sich wie Jesus um die Schwachen und Ausgestoßenen kümmern. Es sind die Menschen, die kranke und alte Menschen pflegen und versorgen. Es sind die Menschen, die den Hunger in der Welt bekämpfen und die, die den Frieden suchen. Durch sie kann Jesus noch heute zeigen, dass er gekommen ist, damit sie „das Leben haben und es in Fülle haben.“

Christiane Herrmann, Nr. 18 vom 30. April 2023 - Evangelium Joh 10, 1–10


Vierter Sonntag der Osterzeit

Manche Menschen erheben Anspruch auf Führung.
Sie wecken große Erwartungen und,
versprechen Freiheit, Glück – wenn wir ihnen folgen.
Jesus ist der Führer zum wahren Leben,
er ist der gute Hirt.

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