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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

03.08.2022

Von der Wachsamkeit im Glaubensleben

Von der Wachsamkeit im Glaubensleben

Von der Wachsamkeit im Glaubensleben        Foto: pixabay

Es gibt Bereiche und Tätigkeiten in unserem Leben, in denen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit unbedingt gefordert sind. Wenn ich zum Beispiel mit dem Auto unterwegs bin, muss ich hellwach sein und jeder Ermüdung vorbeugen. Gerade beim Autofahren kann ein Sekundenschlaf folgenschwer oder sogar tödlich sein.

Im Evangelium vom heutigen Sonntag, vor allem in der Kurzfassung geht es um das Thema Wachsamkeit. Jesus sagt: „Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt“ und „Kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie“. Jesus greift eine Begebenheit aus dem Leben von damals auf. Der Hausherr ist bei einer Hochzeit eingeladen und man weiß nicht, wann er zurückkehrt. Deshalb sind alle Bediensteten gehalten, wach zu bleiben, damit sie dem Hausherrn öffnen können, sobald er kommt. Und am Schluss der Kurzfassung des Evangeliums übertr.gt Jesus das Beispiel vom Kommen des Hausherrn auf sich und sagt: „Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“

Es geht also im Tieferen um eine Wachsamkeit im Glaubensleben und gegenüber Jesus Christus. Es gilt aufmerksam, hellhörig, und sensibel für das Kommen des Herrn zu werden und zu sein, damit wir ihn wahrnehmen, wenn er kommt.

Jesus Christus tritt immer wieder in unser Leben herein. Er begegnet uns in seinem Wort, das uns berührt. Manchmal ist es ja so, dass einen ein Bibelwort über einen längeren Zeitraum begleitet. In Zeitereignissen kann uns der Herr auch nah sein, wenn sich zum Beispiel etwas Außergewöhnliches ereignet wie ein Krieg oder eine Pandemie. Jesus zeigt sich uns ebenso in zwischenmenschlichen Begegnungen, wenn wir da auf neue Gedanken gelenkt werden oder eine neue Einsicht gewinnen. Und nicht zuletzt begegnet uns der Herr im Inneren, in der Tiefe des Herzens.

Damit wir diese Begegnungen wahrnehmen und vor allem auch für das eigene Leben fruchtbar machen können, braucht es die Wachsamkeit der Sinne und des Herzens und es braucht ein hörendes Herz. Beides gehört zusammen.

Gewiss, es gibt Dinge, die der Wachsamkeit entgegenstehen: die Betriebsamkeit, die Hektik, überzogener Konsum und die allzu große Sorge um irdische Güter. Das alles lenkt ab und steht im Wege, dass ich Gottes Stimme höre und seine Nähe wahrnehme. Und es gibt auch eine Art Verschlafenheit und ein Abgestumpftsein, das gar nicht mehr mit dem Kommen des Herrn rechnet. Wenn er dann wirklich ins Leben hereintritt, wird er nicht mehr wahrgenommen. Deshalb heißt es: Augen und Herzen auf und wach durch die Welt gehen! Es geht um ein Wachsein mitten im Leben, eine Lebenshaltung, die man auch „aufgeweckt“ nennen kann.

Die christliche Tradition hat das heutige Evangelium immer auch auf die Wiederkunft des Herrn hin gedeutet: Auf die Wiederkunft Jesus Christi am Ende der Zeiten und auf das Kommen des Herrn am Ende des irdischen Lebens. Da meint Wachsamkeit ein Vorbereitetsein auf Jesu Kommen in mein Leben in der Stunde des Todes. Es ist gut und wichtig, immer wieder an das Ende des Lebens zu denken und so zu leben, dass ich jederzeit bereit bin, wenn der Herr kommt.

Dompropst Alfred Rottler

 

Nr. 32 vom 7. August 2022 - Evangelium (Lk 12, 32–48)


19. Sonntag im Jahreskreis

Wach sein heißt wissen, was geschieht,
und bereit sein für das, was kommt;
in Treue der Gegenwart dienen, im Glauben die Zukunft wagen.
Wenn die Herde schläft, muss der Hirt wachen,
um die Gefahr abzuwehren, aber auch,
um die Zeichen der Hoffnung zu sehen
und Wege in die Zukunft zu suchen.

Ausgabe Nr. 33/34 vom 14./21. August 2022

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