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Auf ein Wort: Gedanken zum Sonntagsevangelium

04.08.2021

Was braucht der Mensch zum Überleben?

Kirchenzeitung Eichstätt: Was braucht der Mensch zum Überleben?

Was braucht der Mensch zum Überleben?       Foto: pixabay

Lebensmittel und Mittel zum Leben sind nicht selbstverständlich. Das haben kürzlich Menschen im Rheinland erlebt: Ein Familienvater sagte vor den Fernsehkameras: „Wir haben nichts mehr. Kein Brot, kein Essen, kein Haus, keine Existenz, kein Auto. Alles in den Fluten. Uns bleibt nur noch das nackte Leben!“ 

In der ersten Lesung konnte auch der Prophet Elija gerade noch das nackte Leben vor den Verfolgern der Königin Isebel retten. Er ist lebensmüde und will nur noch sterben. Doch unverhofft wird ihm durch einen Engel ein geheimnisvolles Brot und ein Krug Wasser zugesteckt. Diese Stärkung richtet ihn auf und gibt ihm Halt, seinen Weg weiterzugeben. 

Was gibt den Menschen an den Unglücksorten im Rheinland jetzt Halt? Gewiss Essen und Trinken, ein Bett und ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen aber auch noch anderes. Ungezählte Helfer stehen ihnen zur Seite. Ein Ortspfarrerin Gummistiefeln meinte in einem Interview: „Ich kann jetzt nicht einmal mehr beten. Ich kann nur da sein, versuchen zu verstehen und zuhören, wenn mir die Leute ihre Geschichten erzählen. Es sind Geschichten von Angst und Verzweiflung, auch von der Konfrontation mit dem Tod“. Wie Lebensmittel, Mittel zum Leben und Überleben, ist das, was der Pfarrer da gibt. Oder um mit Jesus im Evangelium zu sprechen: Lebensbrot, Brot vom Himmel und Gottesbrot. 

Denn was braucht der Mensch zum Leben? Was brauchen wir, damit wir in Lebenskrisen wieder auf die Beine kommen, so wie Elija in der Wüste? Darauf möchte Jesus die Leute mit dem Zeichen der Brotvermehrung hinweisen. Brauchen nicht die Menschen im Rheinland und wir alle das Brot der Hoffnung und Zuversicht, das Brot der Zuwendung und der Liebe, das tägliche Brot des Glaubens, das Brot, dass das Leben Sinn hat? Ein solcher Brotgeber wollte Jesus für die Menschen damals sein. Er ist es auch heute für uns, wenn er sich selbst als das „Brot des Lebens“ bezeichnet und es uns auch gibt. „Denn wer zu mir kommt, den wird nicht mehr hungern!“ Die geistliche Speise der Eucharistie ist ein Vorgeschmack auf das Festmahl des ewigen Lebens. Gesättigt mit diesem Brot, bewahrt es uns vor Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung. Davon spricht Paulus heute in der zweiten Lesung. Denn Wut, Bitterkeit und Geschrei machen unsere Herzen hart. Sie ziehen uns nach unten. Das Brot vom Himmel aber verbindet uns mit der Liebe Christi und befähigt uns zur Liebe. Es ist Lebensmittel, äußerst kostbar, wertvoll und lebensnotwendig.

Richard Distler, Pfr. i. R. Nr. 32/33 vom 8. August 2021 – Evangelium: Joh 6, 41-51


Neunzehnter Sonntag im Jahreskeis

„Wer dieses Brot isst, wird nicht sterben; er wird in Ewigkeit leben.“ Damit hat Jesus
den leiblichen Tod nicht abgeschafft, im Gegenteil, er nimmt ihn ernst. Biologisch hat der Mensch,
als dieser Mensch, keine Zukunft. Aber der Mensch, den Gott angesprochen hat
und dessen Leben eins geworden ist mit dem Leben des menschgewordenen Gottessohnes,
der ist in das Leben eingetreten, das für immer bleibt.

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