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05.10.2022

Ausgrenzung die rote Karte zeigen

Sportvereine aus ganz Deutschland bei DJK-Bundeswallfahrt

Fahnenträger von DJK-Vereinen aus dem Bistum Eichstätt beim Einzug in den Bamberger Dom. Foto: vb/Regnet

Aufs Neue unter Gottes Himmel“ lautete das Motto der DJK-Bundeswallfahrt zum hundert-
jährigen Jubiläum des kirchlichen Sportver-
bands. Am Erntedank-Sonntag trafen sich in Bamberg – mit zweijähriger, pandemiebedingter Verspätung – etwa 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch zahlreiche Gäste aus dem Bistum Eichstätt. Die Geistliche DJK-Bundesbeirätin Elisabeth Keilmann stellte fest: „Der DJK-Sportverband bietet neben dem Sport und dem Gemeinschaftserlebnis auch ein geistliches ‚Mehr‘, nämlich die Verbindung von Sport und Glaube. Dies wird durch unsere heutige Jubiläumswallfahrt sichtbar.“

Diese startete vor dem Bistumshaus St. Otto und führte auf einer Strecke von rund dreieinhalb Kilometern quer durch die Innenstadt zum Bamberger Dom. In den Festzug bei teilweise strömendem Regen reihten sich knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Diözesanverband Eichstätt ein. So waren unter den rund 50 DJK-Bannern auch diejenigen von Kaldorf-Petersbuch, Preith, Schwabach, Wolframs-Eschenbach, Berg und Ursensollen zu sehen – und natürlich die Fahne des DJK-Diözesanverbands Eichstätt.

Knapp zwei Stunden nach dem Start des Festzugs begann der Jubiläumsgottesdienst im Dom. Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick zelebrierte ihn mit Priestern aus ganz Deutschland. In seiner Predigt bezog sich Schick auf eine aktuelle Botschaft von Papst Franziskus, die dieser erst wenige Tage zuvor, anlässlich der zweitägigen Konferenz „Sport für alle – verbindend, zugänglich und maßgeschneidert“, veröffentlicht hatte. An der internationalen Tagung im Vatikan hatten auch DJK-Präsidentin Elsbeth Beha und Elisabeth Keilmann in ihrer Funktion als Sport- und Olympiaseelsorgerin teilgenommen. Die in der Konferenz beschlossene Erklärung zu „Sport als Mittel für mehr Inklusion“ überreichte Beha dem Erzbischof am Ende des Gottesdienstes. 

Papst Franziskus hatte sich bei der Konferenz für eine Willkommenskultur im Sport über bloßes Leistungsdenken hinweg ausgesprochen: „Es ist wichtig, dass ich die Tür offen vorfinde, aber auch, dass jemand da ist, der mich willkommen heißt. Jemand, der die Tür des Herzens für alle offen hält und dadurch hilft, Vorurteile, Ängste und manchmal auch einfach nur Unwissenheit zu überwinden. Willkommen zu sein bedeutet, dass jeder durch die Ausübung des Sports die Möglichkeit erhält, sich selbst zu messen, seine Grenzen auszuloten und sein Potenzial voll auszuschöpfen“, wird der Papst vom Nachrichtendienst „vaticannews“ zitiert. Auch Erzbischof Schick hob vor den DJK-lern im Bamberger Dom die Bedeutung des Sports als Mittel zur Inklusion hervor, um Ausgrenzung entgegenzuwirken und betonte in diesem Zusammenhang die verantwortungsvolle Arbeit der DJK. 

Ein Riesenpotential

Nach dem Gottesdienst stand ein Fest der Begegnung in der „Alten Hofhaltung“, direkt gegenüber dem Dom, auf dem Programm. Bei einem kleinen Imbiss konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen. Sogar der Regen machte dazu eine kurze Pause. „Trotz des schlechten Wetters waren es sehr, sehr viele Wallfahrer, die die Verbundenheit der DJK mit dem Glauben demonstrierten“, fasst Elfriede Regnet von der Eichstätter DJK-Geschäftsstelle zusammen. „So ganz nebenbei machten die DJK-ler bei ihrer Prozession auch Werbung für sich und den Glauben: Viele Touristen und Gäste, die in Bamberg waren, staunten nicht schlecht über das Fahnenmeer, welches durch die Altstadt zog.“

Der Gredinger Pfarrer Richard Hermann, seit 2016 Geistlicher Beirat der DJK im Bistum, war unter den Zelebranten des Festgottesdienstes im Bamberger Dom. Die lange Prozession durch die Stadt stellte den Geistlichen, der jedes Jahr die zweitägige diözesane DJK-Radlerwallfahrt begleitet, nicht vor konditionelle Probleme. Bei der DJK-Landeswallfahrt 2018 in Herrieden, „da sind wir auch eine gute Stunde gelaufen“, erinnert er sich. Nächstes Jahr wird die 100-Jahr-Feier der DJK Eibach ein wichtiger Termin für ihn sein. „Eine Einladung habe ich schon bekommen“, berichtet Hermann.

Nach Auskunft der DJK-Diözesangeschäftsstelle sind von derzeit etwa 30.000 DJK-Mitgliedern im Bistum 40 Prozent unter 27 Jahre alt. Ein Riesenpotenzial für die Vermittlung christlicher Werte? „Auf jeden Fall“, bestätigt Hermann, dessen Stellvertreter als Geistlicher DJK-Beirat der Mitteleschenbacher Pfarrer Michael Harrer ist. Deshalb rät er auch allen DJK-Ortspräsides, knapp 30 Priester oder Diakone im Bistum, zu den Versammlungen und Festen ihres Sportvereins zu gehen, sich auch mal eine Halbzeit lang auf dem Fußballplatz blicken zu lassen. Für den Buß- und Bettag hat Hermann alle Ortspräsides zu einem Treffen eingeladen: „Da geht’s auch drum, wie man auf die Leute zugehen kann, wie man geistliche Impulse setzt.“ Und wie man die Vorstandschaften für die Frage sensibilisieren könne: Was heißt das eigentlich – christlicher Sportverein? 

 

vb/gg


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