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18.05.2022

Bänke rücken, bevor der Ball rollt

In Schwabach laufen die Vorbereitungen zum 19. DJK-Bundessportfest / Start am 3. Juni

Austausch: Im März trafen sich in Schwabach die DJK-Bundesfachwarte zu einer Tagung. Auf der Tagesordnung stand neben der Planung des Sportfests auch der Krieg in der Ukraine. Foto: vb/Stella

Wenn Bernhard Martini an das 19. DJK-Bundessportfest denkt, hat er manchmal schlaflose Nächte. Der Präsident des Eichstätter DJK-Diözesanverbands ist federführend im Organisationskomitee dieser großen Sportveranstaltung. Rund 2.500 Sportlerinnen und Sportler, Schiedsrichter und Helfer werden vom 3.-6. Juni in Schwabach dazu erwartet. Zum zweiten Mal, nach 1985, ist die Diözese Eichstätt Ausrichter dieses Wettkampfs, der im olympischen Rhythmus alle vier Jahre stattfindet (siehe auch S. 8 in der KiZ).

Helfer gesucht

Martini, seit drei Jahren an der Spitze des Diözesanverbands, spricht in Sachen Vorbereitung von einer „großen Aufgabe“. Bei der Bewerbung um die Ausrichtung sei man sich dessen aber bewusst gewesen und nun sehe er in dem Sportfest „eine Herausforderung und tolle Gelegenheit, den eigenen Verband zu präsentieren“. 

Corona und der Ukraine-Krieg hätten im Vorfeld einiges erschwert, erklärt der 52-Jährige. Viele Vortreffen hätten zunächst nur online per Videokonferenz stattfinden können und lange Zeit sei unklar gewesen, welche Auflagen zum Zeitpunkt der Wettkämpfe gelten würden. In Schwabach werden diesmal auch nur in 15 statt wie ursprünglich geplant in 22 Sportarten die Meister ermittelt. Neben Basketball, Judo, Tennis und Volleyball fallen auch Bogenschießen, Stockschießen und Sportschießen mangels Anmeldungen aus. Wie der DJK-Bundesverband mitteilt, liege das vor allen Dingen an den Nachholterminen im Ligabetrieb und für Relegationsspiele der DJK-Mannschaften oder -Sportler in ihren jeweiligen Regionen. Zudem habe es insbesondere im Bereich der Mannschaftssportarten die Sorge gegeben, wegen möglicher Corona-Erkrankungen die benötigte Spieleranzahl nicht zu erreichen. „Für die Vereine spielen auch die stark gestiegenen Kosten für Mietfahrzeuge zur Anreise von kleinen Gruppen eine Rolle“, meldet die DJK. In Schwabach werden DJK-Helfer übrigens teilweise mit Elektro-Fahrzeugen unterwegs sein. Wie Martini verrät, stelle die ein Sponsor zur Verfügung. Für die Sportler wird es einen Ringbus geben, der die Sportstätten außerhalb Schwabachs ansteuert. Innerhalb von Schwabach sei fast alles fußläufig erreichbar, heißt es auf der Homepage der DJK.

Es sei schwer gewesen, nach der Corona-Pandemie bestimmte Positionen zu besetzen, erzählt Martini. Man suche derzeit noch Freiwillige, die als Helfer, sogenannte Volunteers, am Pfingstwochenende in Schwabach die DJK unterstützen. Die Veranstaltung ließe sich nicht ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer stemmen. Daher ruft der DJK-Diözesanverband neben den Mitgliedern seiner 52 Vereine auch Schwabacher Bürgerinnen und Bürger und alle Interessierten auf, „sich an den inklusiven Meisterschaften zu beteiligen“. In vielen Bereichen, darunter IT-Service, Logistik, Hallenbetreuung und Besucherservice seien helfende Hände gefragt. „Natürlich wartet viel Arbeit auf die Volunteers. Aber hier können sich Menschen mit ihren Talenten einbringen, hinter die Kulissen einer Sportveranstaltung blicken und gemeinsam etwas Großes auf die Beine stellen“, sagt Maren Barfknecht, die im Organisationsteam für die Volunteers zuständig ist. Stephanie Hofschlaeger, Generalsekretärin des DJK-Sportverbands, ergänzt: „Für unsere Volunteers ist das Mitwirken am DJK-Bundessportfest zumeist eine positiv prägende Erfahrung. Nur so gelingt es uns, dieses einmalige Erlebnis aus Sport, Gemeinschaftserlebnis und gelebtem Glauben seit 1950 erfolgreich durchzuführen.“

Die Volunteers werden von der DJK mit Trainingstasche und T-Shirt ausgestattet, erhalten kostenlos ein Quartier und werden verpflegt. Melden kann sich jeder ab 18 Jahre. Auf Wunsch stellt die DJK auch ein „Helferzeugnis“ aus, das „bei einer Bewerbung von Vorteil sein kann“. Ausführliche Informationen zum Volunteerprogramm gibt es unter djk-bundessportfest.de.

Gleich am ersten Tag des Bundessportfests werden die Freiwilligen gefragt sein: Sowohl für die Unterbringung der Gäste als auch für die Sportwettkämpfe nutzt die DJK einige Schulturnhallen und Klassenräume. Nach Unterrichtsende am Freitag, 3. Juni, müssen die Quartiere und Wettkampfstätten vorbereitet werden. In den beiden Schwabacher Gymnasien und einer Realschule müssen dann beispielsweise in den Klassenzimmern die sogenannten Whiteboards, die elektronischen Schultafeln, eingepackt und Bänke und Stühle beiseite geschoben werden. Geschlafen wird auf Isomatten. 

Akkreditierung und App

Der DJK-Diözesanverband ist derzeit dabei, die Gäste auf die einzelnen Unterkünfte zu verteilen. Jeder Teilnehmer erhalte auch eine Akkreditierung, die ihm Zutritt zu bestimmten Bereichen erlaubt, sagt Martini. Nicht nur der Vier-Jahresrhythmus soll an Olympia erinnern, auch im Umfeld will die DJK „das Flair einer sportlichen Großveranstaltung bieten“. Dazu zählt beispielsweise die „DJK-Sportverband-App“. Sie bietet unter anderem eine interaktive Karte zu den Sportstätten, einen Newsticker und Chat mit Videofunktion sowie Informationen zum Programm. Wie die DJK ankündigt, können Fans auch Meldungen zu aktuellen Sportveranstaltungen zusammen mit einem Foto in der App veröffentlichen.

Die Vizepräsidentin des Eichstätter DJK-Diözesanverbands, Silvia Heuberger, berichtet, dass beispielsweise für die Ausgabe von Kaffee und Semmeln Freiwillige gesucht werden, die die Mitarbeiter einer Firma, die das Frühstücke anliefert, unterstützen. Heuberger, die aus Schwabach stammt und fest im Organisationsteam eingebunden ist, freut sich auf das Sportfest, gibt aber auch offen zu, dass die Vorbereitung derzeit „ein ausfüllender Job“ sei. Sie konnte ihren Mann, der vor einiger Zeit in Rente gegangen sei, ebenfalls gewinnen und so kümmert er sich nun um Sicherheitskonzepte oder das Einholen von Genehmigungen. „Jetzt kommen die Kleinigkeiten, an die man denken muss“, sagt Heuberger. Wöchentlich gibt es nun Treffen, Online oder in Präsenz vor Ort an den Wettkampfstätten, berichten die Mitglieder des Organisationskomitees. Neben dem Sportgelände des SC 04 werden in Schwabach auch die Anlage des TV 1848 Schwabach und das Freibad genutzt. In Wendelstein finden Handballspiele in zwei Turnhallen statt, in Roth wird geturnt und gekegelt, die Badmintonsieger werden in Rednitzhembach ermittelt. Die Stadt Schwabach und die Sportvereine würden die DJK hervorragend unterstützen, loben die Veranstalter.

Bischof feiert auf Bühne

Die offizielle Eröffnung, Konzerte am Abend (unter anderem mit der Inklusionsband „Mosaik“ und den „Daltons“) und ein Gottesdienst mit Bischof Gregor Maria Hanke finden auf dem Festplatz am Baywa-Parkplatz statt, und nicht wie ursprünglich vorgesehen im Stadtpark. Auf dem Festplatz wird eine große Bühne aufgebaut und wie Martini berichtet, müssten dazu Wasser- und Stromleitungen verlegt werden. Rund um den Königsplatz in Schwabach wird es eine inklusive Sport- und Spaßmeile geben. DJK-Vereine bieten dort sportliche Schnupperangebote, verschiedene Firmen und Institutionen, darunter „Adveniat“ und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, sind dort ebenso vertreten und es soll Gardetanz-Vorführungen, Kinderschminken und vieles mehr geben.

Der Gottesdienst mit Bischof Hanke am Samstag, 4. Juni, beginnt um 19 Uhr. Er soll bundesweit im Streaming zu sehen sein, sagt Martini.

Das 19. DJK-Bundessportfest steht unter dem Motto „Inspiration, Sport und Begeisterung“. Schirmherr ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er hat ebenso ein Grußwort verfasst wie Bischof Hanke. Der lobt die DJK als katholischen Verband, der „neben dem auch mit Ehrgeiz ausgetragenen sportlichen Wettkampf zugleich auf die beiden weiteren Säulen Glaube und Gemeinschaft setzt“. Das Bundessportfest sei daher auch ein Fest der Freundschaft und des Glaubens. Neben dem Gottesdienst gehören Morgenimpulse, Reisesegen und geistliche Worte an den Sportstätten zum festen Programm, erläutert Martini. Elisabeth Keilmann, Geistliche Bundesbeirätin der DJK und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, wird in Schwabach vor Ort sein. Pfarrer Richard Herrmann, Geistlicher Beirat des Eichstätter DJK-Diözesanverbands, weist in seinem Grußwort auf die Bedeutung Schwabachs als Goldschlägerstadt hin. Sportliche Sieger würden oft mit Goldmedaillen geehrt, schreibt er. In der Bibel werde Gold beispielsweise bei den Sternendeutern erwähnt, die es als Geschenk für Jesus mitbrachten. Wer in Schwabach Gold holt: Ab dem 3. Juni werden beim 19. DJK-Bundessportfest die Sieger ermittelt.

Andrea Franzetti

Hier finden Sie das Programm und wieitere Info des 19. DJK-Bundessportfest 


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