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09.02.2022

Daumen hoch für mehr Klima-Gerechtigkeit

„Misereor“-Fastenaktion: Diözesanübergreifende Einführung im Nürnberger „Fenster zur Welt“

Neben zwei Online-Workshops gab es für Interessierte aus dem Bistum Eichstätt heuer pandemiebedingt nur eine einzige Präsenz-Veranstaltung zur „Misereor“-Fastenaktion: In Nürnberg referierte der Leiter des Eichstätter Referats Weltkirche, Dr. Gerhard Rott. Unsere Abb. zeigt ihn mit Inge Rehm, Melanie Meßner, Ina von Wintzigerode und Elzbieta Poltermann vom „Fenster zur Welt“. Foto: Pilz-Dertwinkel

Nürnberg/Eichstätt (pidde/gg) „Es geht! Gerecht“ lautet das Motto der „Misereor“-Fastenaktion 2022. Auf dem Plakat recken zwei Jugendliche ihre beiden Daumen in die Höhe. Handeln ist angesagt – jetzt und auf breiter Ebene – dazu ruft das kirchliche Hilfswerk auf. Es lenkt den Blick nicht nur auf die Klima-Katastrophen, zeigt vielmehr Mut machende Beispiele, die eigene Initiativen anregen sollen. In Kooperation mit „Misereor“ und den Referaten Weltkirche Eichstätt und Bamberg führte das „Fenster zur Welt“ der katholischen Stadtkirche Nürnberg Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Thematik ein, stellte ihnen Projektbeispiele vor und versorgte sie mit Arbeitsmaterialien. Dr. Gerhard Rott, Leiter des Eichstätter Referats Weltkirche, übernahm in Vertretung der erkrankten Leiterin von „Misereor“ Bayern, Barbara Schmidt, die Präsentation.

Dramatische Zahlen

Inge Rehm, die Leiterin des „Fensters zur Welt“, erinnerte an die vor 30 Jahren in Rio de Janeiro beschlossene Agenda 21 der Vereinten Nationen – Aktionsprogramm für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Vieles sei in den Kinderschuhen stecken geblieben. Gut, dass „Misereor“ diese Ziele auf seine Agenda setze. 

Wahrzunehmen, was bereits Positives geschieht, dazu regte Referent Rott an. Gerade in der Fastenzeit machten sich viele Menschen auf, ihren Lebensstil zu überdenken. Persönliche Veränderungen seien wichtig, doch sei es notwendig, dass „die globalen Entscheidungsträger an den großen Rädern drehen“, sah er Wirtschaft und Politik in der Pflicht.

Mit Zahlen verdeutlichte Rott den Ernst der Lage. Erderwärmung sei das große Problem: „Wir werden voraussichtlich plus 1,5 bis 2 Grad erleben, unsere Kinder bereits 2,5 Grad, die Enkel 3 Grad.“ Die Wissenschaft warne vor sogenannten Kipp-Punkten. Bei einer Erwärmung um 1,9 Grad seien die Korallenriffe in den Weltmeeren weitgehend zerstört, bei 2,7 Grad die Gletscher verschwunden, bei 4,6 Grad gebe es den Amazonas- Regenwald nicht mehr.

Während bislang die USA und die EU den Hauptanteil der weltweiten Emissionen zu verantworten hatten, habe sich in den letzten Jahren die Lage verändert: Nun seien China und Indien Spitzenreiter beim Kohlendioxid-Ausstoß, stellte Rott fest. Opfer dieser Entwicklung seien Menschen, die dazu nichts beigetragen haben. 

„Misereor“ zeigt Beispiele, wie man vor Ort gegensteuert und Zukunft erfolgreich gestaltet. Das kirchliche Hilfswerk kooperiert grundsätzlich mit lokalen Organisationen. Neu ist in diesem Jahr, dass es deutsche Tandem-Partner einbindet. In Dhaka (Bangladesh) hat die gemeinnützige Entwicklungs-Organisation „BARCIK“ unter Mithilfe der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim ein Begrünungsprojekt gestartet und damit Wohnbedingungen verbessern können. Um nachhaltige Mobilität und Teilhabe geht es in Cebu City (Philippinen). Tandem-Partner ist hier die Katholische Landjugendbewegung Deutschland (KLJB). Ein Schnellbusnetz zu sozialverträglichen Preisen soll den öffentlichen Nahverkehr stärken.

Reden und berichten

Diese Projekte mit ihren Bezügen zu Deutschland illustrierten gleichsam das Motto „Es geht! Gerecht“, meinte Rott. Gemeinden seien aufgerufen, kreativ die „Misereor“-Kampagne umzusetzen mit Fastenessen, Solibrot oder Ausschank von Fairem Kaffee. Wichtig, so der Referent, sei es, Fotos zu machen, sie ins Netz zu stellen und viel über das Thema zu reden, um andere zum Mittun anzuregen. Denn für eine gerechtere und klimafreundlichere Welt müssten wir heute die Weichen stellen.


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Ausgabe Nr. 33/34 vom 14./21. August 2022

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