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13.07.2022

Feier der Gemeinschaft der Glaubenden

50. Jubiläum - Menschwerdung Christi

Sie feierten gemeinsam Jubiläum: (v. l.) Renate und Adolf Kraus Barbara Burczyk, hinten Michael und vorne Margit Maderstein (Gemeindereferentin), Pfarrer Dr. Karsten Junk und Dieter Pöttler. Foto: Pilz-Dertwinkel

Die Pfarrgemeinde Menschwerdung Christi hat ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Am eigentlichen Jubiläumstag, dem 7. Mai, erinnerte sie in einem Festgottesdienst an die Einweihung des Gotteshauses, die Bischof Dr. Alois Brems 1972 vollzogen hat. Gefeiert wurde der runde Geburtstag nun am ersten Juliwochenende.

Mensch unter Menschen

Gott habe als Mensch unter Menschen gelebt, sagte Pfarrer Dr. Karsten Junk in seiner Predigt in Bezug auf den Namen „Menschwerdung Christi“. In Jesus habe das göttliche Wort Eingang in die Schöpfung gefunden – die Pfarrei habe sich in besonderer Weise dem Auftrag verschrieben, diesen Glauben weiterzugeben. „Wenn wir die Liebe Gottes erwidern, werden wir ganz Mensch“, so Junk. Aufgabe sei es, viele Menschen diesen Glauben kennenlernen zu lassen. Dies sei alleine nicht zu stemmen, sondern nur in Gemeinschaft. Mit diesem Jubiläum feiere man nicht das 50-jährige Bestehen eines Gebäudes, sondern die Gemeinschaft der Glaubenden, die auf Beziehungen gründe, so der Prediger weiter. Auf die Worte Jesu zu hören und ihnen zu vertrauen, befähige zu gegenseitiger Begleitung, auch über Pfarreigrenzen hinaus, hin zu allen Menschen. Es brauche den Einzelnen, doch auch die Gemeinschaft – die Auswirkungen bezeichnete er als „Form der Menschwerdung“ – wie Christus sie uns vorgelebt habe.

Bei der Feier des Jubiläums wurde einiger Menschen gedacht, die nicht mehr da sind. In besonderer Weise erinnerte man an den ersten Pfarrer Stephan Dierig und den langjährigen Kaplan Georg Schlecht, die beide die Gemeinde stark geprägt haben und mittlerweile verstorben sind. Von 2002-12, mit Pfarrer Thaddäus Posielek und Gemeindereferentin und Kirchenmusikerin Rebekka-Chiara Hengge, wurde vieles auf den Weg gebracht. Ein sichtbares Zeichen ist beispielsweise das Gemeindekreuz, eine Idee der „Jungen Kirche“, für das 20 Gruppen und Einzelpersonen Puzzleteile gestalteten, die beim Neujahrsempfang 2005 zu einem gemeinsamen Ganzen zusammengefügt wurden. Es wurde ein Gemeinde-Leitbild namens „… damit sie das Leben haben“ erarbeitet, das fünf Leitsätze zur Lebensorientierung enthält. Auch entstand ein Gemeindegebet, das der Liedermacher Frieder Gutscher vertont hat. Sein Auftritt war ein besonderes Highlight beim Gottesdienst.

Zu Menschwerdung Christi gehören insgesamt etwa 2.225 Katholiken. Zusammen mit den Pfarreien Heiligste Dreifaltigkeit, St. Maximilian Kolbe und Zum Guten Hirten bildet sie derzeit den Pfarrverband „Katholisch in Langwasser“; in naher Zukunft werden sie zu einer Pfarrei zusammengeführt. Zur Patronin haben die Gläubigen die heilige Edith Stein gewählt.

Zum Jubiläum waren besonders Ehemalige und Menschen der ersten Stunde eingeladen: Barbara Burczyk, die seit 1971 in der Pfarrei lebt, war vierzig Jahre Erzieherin im Kindergarten. Dorthin brachte 1972 Dieter Pöttler seine Tochter, daran kann sich der 83-Jährige gut erinnern, ebenso an die Gottesdienste in der Kirchenbaracke. 45 Jahre lang war er in der Gemeinde aktiv, hat etwa beim Bau des Spielplatzes mitgewirkt. „Die Pfarrei ist meine Heimat“, sagt er, auch wenn die nachlassende Gesundheit seinem Schaffensdrang ein Ende gesetzt hat. Zu den Urgesteinen von Menschwerdung Christi zählt ebenso Familie Kraus: Der 83-jährige Adolf Kraus war unter anderem KAB-Vorsitzender, ehrenamtlicher Mesner und Pfarrgemeinderatsmitglied. Mit Ehefrau Renate und Tochter Judith fühlte er sich immer wohl in der Pfarrei, alle kamen gerne zum Gottesdienst und machten mit bei allem, was geboten wurde.

All diese Männer und Frauen der ersten Stunde machen sich Gedanken, was die Zukunft betrifft: Sie vermissen den eigenen Pfarrer, den Ansprechpartner vor Ort. Eine Idee ist, dass katholische und evangelische Kirche sich zusammentun sollten. Ökumene wird hier sehr gepflegt. Judith Kraus sieht viel wegbrechen in der Pfarrei, wenn sie an ihre eigene Kindheit zurückdenkt. Barbara Burczyk zeigt sich weniger pessimistisch. Es sei noch viel da, meint sie, nötig sei es, die Jugend zu locken, und: „Die Kirche muss sich mehr für die Leute interessieren.“ Kirche müsse sich verändern, meint auch Gemeindereferentin Margit Maderstein und gibt zu bedenken: „Kirche sind nicht nur die da oben, sondern alle, die Kirche vor Ort leben und mitgestalten.“

Urike Pilz-Dertwinkel


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