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08.09.2017

Kreuz und quer durchs Ordinariat

Verstärkung fürs Bistum: Wie die Auszubildenden ihren ersten Arbeitstag erlebten.

 

Begrüßung der neuen Auszubildenden“ steht an der Tür zu einem großen Seminarraum im 1. Stock des Bischöflichen Ordinariats. Drinnen richten sich neun Augenpaare gespannt auf Ausbildungsleiter Johann Rixner, der sechs angehende Kaufleute für Büromanagement und drei künftige Fachinformatiker durch ihren ersten Tag im Dienst der Diözese Eichstätt begleitet.

Wie ist das Bistum Eichstätt strukturiert? Darüber bekommen die neuen Auszubildenden bereits an ihrem ersten Arbeitstag einen Überblick. Foto: Gess

Drei Jahre dauert ihre Ausbildung, während der sie im Halbjahres-Turnus verschiedene Abteilungen durchlaufen.

Jüngster in der Runde ist Manuel aus Wachenzell, der sich nach dem Besuch der Realschule Rebdorf erfolgreich um eine Lehrstelle als Informatiker beworben hat. Er wird Ende September 16 Jahre alt. In seiner Freizeit spielt er gern Fußball, erzählt er in der Vorstellungsrunde. Katharina, 16, aus Böhmfeld, ist als Ministrantin aktiv, die gleichaltrige Kathrin aus Walting spielt Klarinette in der Jugendblaskapelle Kipfenberg. Nina aus Pfahldorf ist vor 16 Jahren als Drillingskind auf die Welt gekommen. 

Etwa 400.000 Katholiken leben in acht Dekanaten und 275 Pfarreien auf dem Gebiet der Diözese Eichstätt, erklärt Rixner den Neuen. Chef des Bistums sei der Bischof „dem Ihr vielleicht schon mal selbst begegnet seid“. So wie es etwa bei Audi einen Vorstand gebe, werde auch der Eichstätter Oberhirte von einem Gremium beraten, „das heißt bei uns Domkapitel“. Der Ausbildungsleiter erläutert anhand eines Organigramms den Aufbau des Bischöflichen Ordinariats mit den entsprechenden Abteilungen und etwa 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Knapp ein Dutzend von ihnen bilden die Mitarbeitervertretung (MAV), deren Vorsitzender Gerhard Lehmeyer die Neuankömmlinge ebenfalls offiziell begrüßt. In den kommenden Jahren hätten die Azubis Gelegenheit, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen, wo sie sich vorstellen können, längerfristig zu arbeiten und was ihnen umgekehrt weniger liegt. In jedem Fall ermuntert Lehmeyer: „Fragen Sie nach, wann immer Sie etwas wissen wollen.“

35 Azubis zählt das Bischöfliche Ordinariat derzeit. „Am 22. September wird es eine kleine Runde geben, bei der Ihr die anderen kennenlernen könnt“, kündigt Jugend- und Auszubildendensprecherin Regina Brandl an. Der Tag, an dem sie selbst ihre Ausbildung im Ordinariat begonnen hat, liegt zehn Jahre zurück, „aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern“.

Nach dem offiziellen Erinnerungsfoto am ersten Arbeitstag, zu dem zwei angehende Bürokaufleute des Caritasverbands mit ihrem Ausbildungsbetreuer Hartwig Dirr hinzukommen, gehen die Jugendlichen mit Rixner auf Entdeckungsreise durch ihre künftigen Wirkungsstätten in historischen Gebäuden mit teils verwinkelten Gängen. Sie werfen einen Blick ins Büro des Generalvikars, schauen bei der Personalverwaltung vorbei und begleiten ihren Ausbildungsleiter dann in die Hauptabteilungen „Pastoral und kirchliches Leben“ und „Diakonale Dienste/Apostolat“. Vielleicht werden sie schon bald selbst dort zum Einsatz kommen. 

Ein paar Meter weiter, auf derselben Straßenseite, sind zwei weitere Einrichtungen des Ordinariats untergebracht, in denen sich die Azubis ebenfalls kurz vorstellen: Das kirchliche Gericht (Offizialat) und das Referat Weltkirche. „Toll, dass Ihr bei unserer Mannschaft dabei seid“, heißt Referent Gerhard Rott die Besuchergruppe willkommen und will gleich wissen: „Wer von Euch war schon als Sternsinger unterwegs?“ Zu Rotts Freude wandern prompt sieben Hände in die Höhe. Stolz erzählt er den Jugendlichen, dass es sich bei dem Engagement für die indische Diözese Poona um die älteste internationale Verbindung zweier Bistümer handelt. 

Erneuter Ortswechsel, Besuch in der Schulabteilung des Bistums. Der Hauptabteilungsleiter persönlich, Ordinariatsrat Dr. Peter Nothaft, begrüßt die Teenager, von denen die allermeisten Schulen in Trägerschaft des Bistums Eichstätt besucht haben. Danach geht es ins Diözesanarchiv auf der anderen Straßenseite und schließlich hinunter zum Leonrodplatz, wo sich die Hauptpforte des Ordinariats befindet. Das Kirchensteueramt steht ebenso auf dem Besuchsplan wie das Rechenzentrum.

Erstmals stelle die Diözese heuer drei statt zwei Ausbildungsplätze für Fachinformatiker zur Verfügung, verweist Rixner auf den steigenden Bedarf. Während viele Betriebe vergebens nach Lehrlingen Ausschau halten, gehen im Bischöflichen Ordinariat das ganze Jahr über Bewerbungen ein. Für die Büromanagement-Ausbildung waren es im vergangenen Jahr 60. Derzeit geht bereits die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart 2018 in die heiße Phase. Von den Kandidaten „versuchen wir, möglichst viele einzuladen“, meint Rixner, schließlich sei der persönliche Eindruck wichtig. Bringen die jungen Leute Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit mit, so sei das „sicherlich positiv“ zu bewerten. „Viele kommen über diese Schiene zu uns. Und haben dann einen ganz anderen Zugang zu ihrer Arbeit.“

Gabi Gess, Kirchenzeitung Nr. 37 vom 10. September 2017

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