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07.07.2021

Wo Willibald einst im Wald rastete / Prozession und Gottesdienst in Attenfeld an der Kapelle Willibaldsruh

Wo Willibald einst im Wald rastete

Quelle an der Kapelle: neben der Willibaldsruh liegt dieser mit Wasser gefüllte Stein. Dem Wasser wird Heilkraft nachgesagt, Pfarrer Slawomir Gluchowski segnete die Gläubigen damit. Foto: H. P. Gabler

Nach zweijähriger Pause fand heuer wieder ein Festgottesdienst zu Ehren des heiligen Willlibald an der Waldkapelle Willibaldsruh bei Attenfeld statt. „Es ist eine Freude, dass Sie alle Zeit gefunden haben für diesen Festtag“, begrüßte Pfarrer Slawomir Gluchowski die rund 200 Gläubigen, die in einer Prozession von Attenfeld aus oder mit dem Auto an die Kapelle gekommen waren. Die „Schuttertaler Musikanten“ gestalteten den Gottesdienst im Freien musikalisch. Neben der Kapelle befindet sich ein großer Stein mit einer nie versiegenden Quelle (siehe Beitrag unten). Um sie ranken sich einige Legenden und Sagen. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung zugeschrieben, besonders wenn man die Augen damit benetzt. Gluchowski segnete die Besucher mit diesem Wasser.

Kaplan Florian Leppert nannte die Feier an der Kapelle einen „Hot Spot der Willibaldswoche“. Zum heiligen Willibald stellte er fest, dass „Heilige“ nicht geboren werden. Sie müssten sich das „er-opfern“. Das bedeute nichts anderes, als der Verzicht auf höhere Güter. „Der Mensch muss etwas hinterlassen und prägen“, predigte er. Nichts Materielles, sondern geistige Spuren. Der heilige Willibald habe „große Spuren“ hinterlassen, an die man sich noch heute erinnere. Materielles sei nicht für die Ewigkeit. „Der Glaube soll uns prägen“, wir sollten „jeden Tag zu einem Pilgertag machen“, sagte der Kaplan. Das Kreuz sei Willibald wichtig gewesen: „Es ist keine Katastrophe, sondern ein Wegweiser zum Himmel.“

Abschied vom Mesner

Ein besonderer Moment war die Verabschiedung von Leonhard Seitz. 62 Jahre lang kümmerte er sich als Mesner um die Willibaldsruh. Gluchowski überreichte ihm eine von Bischof Gregor Maria Hanke unterzeichnete Urkunde. Seitz hatte das Amt damals von seinem erkrankten Vater übernommen. Er erlebte in Attenfeld sechs Pfarrer und einige Aushilfspriester, erklärte er im Gespräch mit der KiZ: „Ich habe das immer gern gemacht und erinnere mich nur an schöne Zeiten.“ Sein größtes Erlebnis sei der Besuch von Bischof Walter Mixa gewesen. Am Tag vor dem geplanten Gottesdienst habe es stark geregnet. So sei noch schnell eine Überdachung gebaut worden. Zur Messe dann schien die Sonne. Der Blumenschmuck an der Willibaldsruh stammte stets aus dem Garten von Emma und Leonhard Seitz. Seine Frau sei ihm immer eine wichtige Stütze gewesen, betonte der scheidende Mesner.

Hans-Peter Gabler
Andrea Franzetti


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